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SIXX: A.M. - This Is Gonna Hurt

SIXX: A.M. - This Is Gonna Hurt
Stil: Rock
VÖ: 23. Mai 2011
Zeit: 49:50
Label: Eleven Seven Music
Homepage: www.sixxammusic.com

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Also, dass der Oberirre und hauptberufliche Basser von Mötley Crüe immer wieder mal Nebenprojekte am Start hat, dürfte nicht verwundern: da gab es vor einiger Zeit mal die Brides Of Destruction, und auch mit dieser Formation, in der er gemeinsam mit James Michael und DJ Aschba agiert, hat er schon einen rausgehauen. Und zwar 2007 das durchaus vielbeachtete, weil autobiographisch angehauchte und von einem gleichnamigen Buch begleitete Debutwerk The Heroin Diaries. Da war allerlei Haarsträubendes zu erfahren, was sich auch schon in der Crüe-Schmutzwäscheladung The Dirt gefunden hatte. Unter anderem, dass Meister Sixx ganz massiv dem Drogenrausch verfallen war und dem Tod mehr als einmal ganz knapp von der wahrscheinlich beim Baumarkt erstandenen Klappschaufel sprang.

Na, da ist er nochmal davongekommen, und davon kündet sein Gesamtwerk seitdem durchaus beredt. Denn neben seinem Tagesjob als Tieftöner bei Hollywoods wüstester Rentnerkombo schreibt er Bücher, legt als Radio-DJ auf und dilettiert als Photograph. Macht er auch dieses Mal alles wieder, denn parallel zur aktuellen Scheibe legt er mit This Is Gonna Hurt: Music, Photography And Life Through The Distorted Lense Of Nikki Sixx, eine Art Gesamtkunstwerk im besten Sinne also vor, von dem wir hier vorliegend mithin nur einen Teil würdigen dürfen.

Vertont wird dabei erneut die Achterbahnfahrt, die der Kollege bislang durchlebte, quasi einen Innenschau des Rock'n'Roll-Zirkus, für den Crüe ja gerade Ende der 80er fast schon ikonisch standen, mit allen Exzessen, Erfolgen und Abstürzen, die sich der kleine Moritz eben vorstellt. Gleichzeitig durchzieht das gesamte Album ein versöhnlicher Grundton, unter dem Motto ja ich war a wuider Hund, hab Glück ghabt, aber jetzt wird alles gut.

Und musikalisch? Na, wer hier eine schwache Crüe-Imitation sucht, wird enttäuscht. Hart gerockt wird eigentlich weniger, der Opener "This Is Gonna Hurt" geht mit treibendem Rhythmus (mit fast einigen Dancefloor-Elementen) gut nach vorne und sofort ins Ohr - der treffsicherste Rocker der letzten Monate, definitiv, einfach nur famos. Die erste Single "The Lies Of The Beautiful People" hält das Niveau nicht, aber spätestens mit "Are You With Me" kommt dann eher die Atmosphäre des Gesamtwerkes auf: höchst melodischer, von James Michael ganz herausragend gesungener, oft melancholischer, aber auch nicht selten optimistischer Rock, der ganz weit weg von der üblichen Crüe-Ware liegt, aber immer überzeugt. Da gibt es sogar alternativ rockende, teilweise sehr weiche Balladen ("Skin", "Sure Feels Right"), die aber nie kitschig rüberkommen. Die Texte rufen absolut stimmig die manchmal zwielichtige, manchmal sehr hoffnungsfrohe Atmosphöre auf und spielen sich ausnahmslos im Hollywood-Milieu ab, in dem sich die Crüe halt nun mal rumtreibt.
Kein Ausfall, sehr viel hervorragendes Material - und insgesamt genauso überraschend, wie das Tommy Lee mit seinen Solo-Scheiben auch geschafft hat. Sehr fein - das Buch ist sicher spannend!

Holgi

5 von 6 Punkten

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