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Lifelover - Sjukdom

Lifelover - Sjukdom
Stil: Experimental Black Metal
VÖ: 11. Februar 2011
Zeit: 56:10
Label: Prophecy Productions
Homepage: www.lifelover.se

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Lifelover stand immer schon für Mut - Mut, aus gängigen Klischees auszubrechen und mit völlig genrefremden Einflüssen zu arbeiten und dennoch kränker und glaubwürdiger als der Großteil der so genannten Suicidal Black Metal-Szene zu klingen. Pulver, Erotik und Konkurs standen und stehen nach wie vor für innovatives und ungemein frisch klingendes alternatives Schwarzmetall. Etwas enttäuschend die 2009 erschienene Mini-CD Dekadens. Erstmalig mit richtigem Drummer im Line-Up, zeigten sich die Schweden erschreckend unmotiviert und enttäuschten mit vorhersehbarem Songwriting - doch wohl hoffentlich nicht ein Vorgeschmack auf das neue, hier vorliegende Album Sjukdom?

Die Frage lässt sich mit einem eindeutigen jein beantworten. Sind die Schweden im Songwriting wirklich vorhersehbarer geworden oder haben sie schlicht ihren eigenen Stil gefunden? Nach unzähligen Durchläufen tendiere ich eindeutig zu zweiter Variante, denn eines ist klar - womit ich den erstgenannten Kritikpunkt schon mal widerlegen kann - Sjukdom ist verspielt und kraftvoll und strotzt nur so vor Spielfreude. Dermaßen motiviert hätte ich die Jungs nicht erwartet.

Die Krankheit, so die deutsche Übersetzung, wurde hier in all ihren Facetten vertont. Ob schmerzhaft und drückend ("Horans Hora"), ob schleichend und unerwartet (das todtraurige "Svart Galla"), ob frustrierend und zermürbend ("Totus Anctus") - der perfekte Soundtrack zu allem, was den Menschen in die Knie zwingt. Über all dem thront der stets morbide Gesang von ( ) (sic! - Kara). Der Frontmann schafft es, den zuckersüßesten Melodien (wie in dem bereits vorab veröffentlichten Albumhighlight "Expandera") durch seinen eigenwilligen Gesang einen sarkastischen Stempel aufzudrücken. Und genau das ist es, was Lifelover so wichtig für den Black Metal anno 2011 macht: sie bedienen sich verschiedenster Stilmittel, um ihre misanthropischen und verneinenden Gedanken rauszuschreien, seien dies poppige Klänge, wunderschöne Clean-Passagen, die nicht selten an Katatonia oder Anathema erinnern, ruppigen, holpernden Black Metal und derben Midtempo Death Metal, wohingegen sich benachbarte Truppen gerne in einem Stil verrennen und deshalb ob der Stilreinheit schnell langweilig werden.

Ob die Band jetzt einen festen Drummer in den Reihen hat, kann ich nicht beantworten, denn entweder spielt er so gelangweilt oder wir haben es doch wieder mit einem schlicht programmierten Drumcomputer zu tun - in beiden Fällen gäbe es einen Punktabzug, weswegen ich Sjukdom nicht mit einem Doppelteufel davonkommen lassen kann...

Haris

Gast

6 von 6 Punkten

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