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Opeth - In Live Concert At The Royal Albert Hall (DVD)

Opeth - In Live Concert At The Royal Albert Hall (DVD)
Stil: Progressive Death Metal
VÖ: 17. September 2010
Zeit: DVD1 ca. 110Min. - DVD2 ca. 145 Min.
Label: Roadrunner Records
Homepage: www.opeth.com
MySpace: www.myspace.com/opeth

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Da stehen sie also: Opeth auf der Bühne der Londoner Royal Albert Hall Of Arts And Sciences, einem Ort mit großem geschichtlichem Hintergrund, einem Ort der Philharmonie. Der 1871 vollendete Kuppelbau in viktorianischer Architektur war Plattform für Verdi und Wagner, bot aber auch schon unsterblichen Rock-Größen wie Pink Floyd, den Beatles, The Who oder Led Zeppelin ein Dach über dem Kopf. Und nun kommen Opeth, eine Death-Metal-Band - wenn man die Musiker Anno 2010 überhaupt noch als eine solche bezeichnen kann. Und auch wenn nicht, so dürfte es für Grunts'n'Growls sowie wilde Blast-Attacken doch eine Premiere sein in dieser erlauchten Halle, deren bauliches Konzept einem römischen Amphitheater nachempfunden wurde.

Mikael Åkerfeldt ist sich bewusst, welch Privileg es für ihn und seine Mannen darstellt, hier auftreten zu dürfen und so grinst er auch von einem Ohr bis zum anderen, als er das Podium betritt. Denn was hätte ein schöneres Geschenk sein können, als hier zum 20-jährigen Bandjubiläum und im Rahmen der damit verbundenen Evolution XX: An Opeth Anthology Tour zu spielen. Man muss sich jedoch zunächst mit seiner alles sagender Mimik zufrieden geben, denn für die nächsten 70 Minuten hat sich der Musiker selbst ein Schweigegelübde auferlegt. Der Grund? Nun - zu diesem besonderen Anlass haben sich Opeth entschlossen, das komplette Blackwater Park-Album aus dem Jahr 2001, das von vielen Fans und Kritikern als gewichtigstes Werk der Schweden empfunden wird, in voller Länge zu rekapitulieren. Dessen Konzept wird schließlich ein Schweigen zwischen den einzelnen Nummern geschuldet und das verlangt der gute Mikael auch von seiner Audienz, als er einigen Zwischenrufen mit einem dezenten "sch" entgegnet. Ich spare mir an dieser Stelle Ausführungen zu den einzelnen Liedern, nur soviel: wenn irgendeine Band der "härteren Gangart" würdig ist, diese Halle mit ihren Klängen zu erfüllen, dann sind das sicherlich Opeth, die mit Stimmwunder Mikael an ihrer Spitze demonstrieren, wie das Wechselspiel zwischen Ruhe und Sturm, Sanftmut und Aggression auf höchstem Niveau vollzogen werden kann.

Im zweiten Teil des Konzerts, der sich immerhin über 105 Minuten erstreckt, wird schließlich jedem weiteren Album aus Opeths Discographie jeweils ein Song entnommen und zum Besten gegeben. Und endlich darf Mikael das Schweigen brechen. So amüsiert er zwischen den Stücken die Audienz mit seinem trockenen Humor - "We're bringing Death Metal into the halls of fine culture" - und mit einigen Anekdoten aus der Bandgeschichte, passend zum jeweiligen Album. Nicht zuletzt ist es die brave Audienz selbst, die beweist, dass Todesmörtel und feine Kultur auch Hand in Hand gehen können. Und überhaupt: wer sagt denn, dass sich beides ausschließen muss? Dieser Konzertmitschnitt sollte selbst die letzten Skeptiker eines Besseren belehren. Aber da sich jene mit einem dicken Brett vorm Kopf so etwas nicht ansehen werden, bleibt die Mission, die im Grunde nie eine war, auch unerfüllt. Wie dem auch sei: das Hauptaugenmerk diverser Kameras liegt natürlich auf den Musikern. Die Bühne ist zumeist in blaue Farbtöne getaucht, im Hintergrund flimmern Impressionen über eine Leinwand. Das alles ist sehr dezent arrangiert und belegt, dass hier die Musik und nicht die Show im Vordergrund steht.

Angereichert wurde das Paket aus zwei DVDs zum einen mit einem etwa 40-minütigen Interview, in dem Mikael Fragen von seinen Fans, die im Vorfeld eingereicht werden konnten, beantwortet. Zum anderen gibt es noch eine ebenfalls etwa 40-minütige Dokumentation der Evolution XX Tour. Leider liegt mir kein fertiges Produkt zur Rezension vor, sondern nur einzelne Datensätze mit dem Hinweis, dass Bild- und Tonqualität heruntergerechnet wurden und nicht der im Handel erhältlichen DVD entsprechen. Über beides kann ich in der mir vorliegender Version nicht meckern, da ich aber auch zu Menüführung oder Verpackung keine Aussagen treffen kann, möchte ich auf eine Punktevergabe an dieser Stelle lieber verzichten. Am Ende sei gesagt: In Live Concert At The Royal Albert Hall ist für Fans und Neueinsteiger sicherlich eine lohnenswerte Anschaffung, zumal das dokumentierte Konzert zu den absoluten Highlights in der Bandgeschichte zählen dürfte.

Dagger

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