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Review

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Rick Springfield - Venus In Overdrive - Live In Rockford

Rick Springfield - Venus In Overdrive - Live In Rockford
Stil: Rock
VÖ: 26. Februar 2010
Zeit: 45:50
Label: Frontiers Records
Homepage: www.rickspringfield.com
MySpace: www.myspace.com/officialrickspringfield

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Dass der gute (mittlerweile leider auch alte) Rick das ist, was der Innzeller üblicherweise als "guilty pleasure" bezeichnet, dürfte ja schon anlässlich der Neuauflage des Reißers "Love Somebody" kein Geheimnis mehr sein. Frontiers biegt jetzt ganz aktuell mit einem Re-Release des nach wie vor letzten Studiowerks des Herren um die Ecke, um dem schenken wir natürlich gerne unsere Aufmerksamkeit. Immerhin lagen zwischen dem letzten Opus Shock/Denial/Anger/Acceptance bis zum nächsten Lebenszeichen immerhin vier Jahre, und auch wenn die Scheibe schon 2008 erschien, ist sie immer noch mehr als nur einen Blick wert - zumal er damit seinen größten Charterfolg seit 20 Jahren einheimsen konnte.

Aber - Kinder, ganz kurz erstmal, schauen wir uns doch mal an wo der Kollege herkommt, so für die Jüngeren unter uns. Nachdem er in den 70ern in Australien mehr oder weniger erfolgreich musizierte, startete der liebe Rick Anfang der 80er zunächst eine Film- und Fernsehkarriere, wo er unter anderem in den Serien Detektiv Rockford (ehrlich!), Wonder Woman (ja!) und Kampfstern Galactica (kein Scherz!!! - neben Ben Cartwright als Commander Adama) mitmischte. Gleichzeitig schmiss er mit Working Class Dog 1981 ein feines Poprock-Album auf den Markt, das mit "Jessie's Girl" seinen ersten großen Hit enthielt, für den er auch gleich einen Grammy abstaubte. Uns wurde er dann eigentlich bekannt mit seinen folgenden Alben Living In Oz und Hard To Hold (mit dem Megahit "Love Somebody" - da waren wir alle im Kino, das ist da wo er die Gitarre im Studio zerdeppert, aus Liebeschmerz, woasd scho) - mit beiden definierte er den 80er-Poprock, der kongeniales Futter für die Radiostationen war und heute klingt wie ein Soundtrack, der zu jedem beliebigen Michael J. Fox-Film flockig passt. Mit dem damals schon und auch heute noch grauenhaften "Celebrate Youth" gab's auf Tao (1985) zwar noch einen veritablen Hit, aber die Sache war eigentlich soweit erledigt, das 88er-Album Rock Of Life zog die Butter nicht vom Brot. Bis 1997 war komplette musikalische Funkstille, bevor er nach einigen Versuchen mit Greatest Hits... Live 2001 wieder angriff und nun wieder ordentlich im Geschäft ist. Neben langfristigen Auftritten in Vegas-Shows turnt der Herr derzeit durch die Erfolgsserie Californication (mit ex-Paranormal-Ermittler Fox Mulder) und legte 2004 mit dem erwähnten Shock/Denial/Anger/Acceptance einen eher rockigen Ausritt vor.

Und jetzt? Rein mit der Scheibe, und auf einmal kommt "Jessie's Girl" aus den Boxen. Oder? Ach nein, das geht ja doch ein bisschen anders, "What's Victoria's Secret" heißt der Opener. Aber die Formel ist von 1980: angenehme Gitarren, schmissige Melodie, die immer gute Stimme des Meisters, und ein Ohrwurm-Refrain, der sofort zündet. Schön! So ist wohl auch zur erklären, dass der Meister selbst feststellt, man habe das Album genauso gut "The Son Of Working Class Dog" nennen können, denn es gehe um Liebe in allen Formen, Farben und Größen. Ah ja, assklar Rick. Was allerdings festgehalten sei: Springfield schafft es, den alten Sound nicht angestaubt klingen zu lassen, sondern eher bewährte Elemente zu präsentieren, ohne sich allzu modern anzubiedern, aber auch ohne altbacken zu wirken. Gewohnter Stil in neuem Gewande, so möchte man meinen. "I'll Miss That Someday" schlägt in eine ähnliche Kerbe, bevor mit dem Titeltrack ein eher komplexes und kantiges Stückchen daherkommt. Gewöhnungsbedürftig, definitiv nicht "wie früher". Danach variiert der Stil von heftigem, fast modernem Riffing ("3 Warning Shots" - beginnt mit Meldungen über die Lennon-Ermoderng und Beatles-Reminiszenzen, geht in heftigere Elemente über) bis hin zu ein wenig uninspiriertem Material ("God Blinked", "Mr. PC", "She"), das zwar auch einiges an Beatles-Atmosphäre entwickelt, aber deshalb ja noch lange nicht gut sein muss. Das passt irgendwie nicht, und daher ist als erfreulich zu konstatieren, dass mit den feinen Balladen "Nothing Is Ever Lost" und "Saint Sahara" ein absolut hochwertiger Ausklang gefunden ist, der dann wieder an die alten Stärken anknüpft. Auf der vorliegenden Ausgabe ist dann als reichlich unnötige Dreingabe noch eine Reggae-Version von "Celebrate Youth" gepackt, und das macht die Nummer auch nicht besser.

Was allerdings sehr schade ist: die eigentlich zum Package gehörende Live-DVD Live In Rockford, aufgezeichnet 2006, lag zumindest bei unserer Lieferung nicht bei - und wir hätten uns doch nur allzu gerne angesehen und gehört, wie der Cheffe, der einst aufgrund ständiger Verwechslungen ein spaßiges Liedchen mit Titel "They call me Bruce" am Start hatte, seine Smasher wie "Love Somebody", "Affair Of The Heart" oder sein mit Abstand bestes Stück "Living In Oz" bringt. Aber vielleicht bekommen wir das ja noch.

Insgesamt: runde Sache, eine verlässliche Größe im Poprock, und wer nicht nur Schwarzwurzler ist oder Hard To Hold auch in Aschebersch im Kino 2 gesehen hat, der sollte mal reinhören. So jeds weisse Bescheid.

Holgi

5 von 6 Punkten

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