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Angels Of Babylon - Kingdom Of Evil

Angels Of Babylon - Kingdom Of Evil
Stil: Melodic Power Metal
VÖ: 29. Januar 2010
Zeit: 45:43
Label: Metal Heaven
Homepage: -

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Wer das Impellitteri-Album System X (2002) kennt, dem sei gesagt, dass Angels Of Babylon mit ihrem Debut Kingdom Of Evil eine Scheibe in genau jenem Stil eingespielt haben. Wer noch nie von System X gehört hat, dem muss erklärt werden, dass sich Gitarrenwunder Chris Impellitteri dafür einst die Gesangesdienste Graham Bonnets (ex-Rainbow, Alcatraz) sichern konnte, der spätestens beim Stichwort "Since You've Been Gone", dem ein oder anderen zum Begriff wird, und dessen Stimme fast eins zu eins klingt wie die des Vocalisten der babylonischen Engel - David Fefolt. Mehr noch: wie auf System X beherrschen düstere, oft apokalyptisch angehauchte Lyrics und Kompositionen die Szenerie, die sich insgesamt als gemäßigter Power Metal einordnen ließe - kompositorisch wohl durchdacht und musikalisch astrein vorgetragen. Die Savatage der Dead Winter Dead-Ära oder epischer Dio-Stuff könnten ebenfalls zum Vergleich herangezogen werden, um den Stücken der Angels Of Babylon gerecht zu werden, die neben Fefolt aus allem Anderen als Unbekannten - nämlich Rhino (Drums, ex-Manowar), Dave Ellefson ("Der kleine Dave", Bass, ex-Megadeth) und Guitarhero Ethan Brosh - bestehen. Allerdings muss man den Stücken und Kingdom Of Evil als Gesamtkomplex Zeit zum Wachsen geben.
Den Opener macht dabei die flotte Nummer "Conspiracy Theory", in der Fefolt sogleich innerhalb bedrohlich-symphonischer Arrangements und begleitet von E-Piano-Klängen seine Stimmgewaltigkeit unter Beweis stellen darf. Der Impellitteri-Track "Rock 'N Roll Heroes" (ebenfalls Opener) sei als Hinweis beigefügt. "Apocalypse 2012" (ja, ja die Majas...) wird anschließend von Brosh solotechnisch eingeleitet und entwickelt sich im Fortgang zum durch sphärische Piano- und Solo-Parts aufgepeppten, gewaltigen Midtempobrecher mit leichtem orientalischen Einschlag. Letzteres setzt sich im groovigen mit ein paar völlig verrückten Gitarrenlicks aufwartenden "Night Magic" fort. Aber was ist das? Im Vergleich zu den ersten beiden Nummern fällt die Lautstärke hörbar ab. Wurde da zuviel komprimiert? Es ist zu hoffen, dass lediglich die Promo-Disc diesen Fauxpas aufweist, ansonsten stellt solches ein klares No-Go dar. Lauter wird es wieder in der Halb-Ballade "Tear Out My Heart", die in ihrer tollen Dynamik und gitarrentechnischen Hochkomplexität nun auch wieder genossen werden kann. Was Brosh teilweise aus dem Hut zaubert, kommt tatsächlich an erwähnten Herrn Impellitteri heran. Zügiger schreitet im Anschluss "Oh How The Mighty Have Fallen" voran - der Titeltrack von Dios Killing The Dragon-Album kann hier als Referenz geltend gemacht werden. Starke Nummer, mit einem mitsing-kompatiblen Chorus!
Und noch mal Dio, besser Black Sabbath oder Heaven And Hell, auf jeden Fall "Country Girl" könnte vage bei "Tarot" Pate gestanden haben, ohne dass der Song zu irgendeinem Zeitpunkt wie Abklatsch wirkt. Dafür sorgen eine Variationsbreite an rifftechnischen Einfällen, völlig andere Klangfarben ins Spiel bringende Zwischenparts und Fefolts charismatischer Gesang. "Kindom Of Evil" selbst beginnt mit Flamenco-Gitarren (vgl. Alice Coopers "Desperado"), bleibt aber in Folge des blassen Refrains und des deplatziert wirkenden Sprechgesangs während der Bridge hinter allen anderen bisherigen Stücken, trotz fast bombastischem Zwischenpart, zurück. Das Key- bzw. Piano-Instrumental "The Remnant" hätte man sich im Anschluss völlig sparen können, denn eine echte Bereicherung der Scheibe ist darin kaum auszumachen. Dafür stellt das streckenweise (Intro, Strophen) an "Chance" von Savatage erinnernde "Angels Of Babylon" wieder Oberklasse dar und besticht neben den schon gewohnt erstklassigen Soli durch einen feinen Power-Refrain im Hard Rock-Format. Mit Pauken und Streichern setzen die Angels Of Babylon zum finalen "Second Coming" an. Zähflüssig stampfend, mit östlichen Klängen durchsetzt, voll orchestriert und mit Fefolt in Bestform gelingt der Abgang - bis auf den produktionstechnisch misslungenen Fade Out/Fade In am Ende des Stücks.
Rhino, dem "kleinen Dave", Fefolt und Brosh ist mit Kingdom Of Evil ein Debut gelungen, das Lust auf mehr macht, zu über zwei Dritteln überdurchschnittliche Songs anbietet und auch in seiner Zusammenstimmung ein anerkennendes Nicken hervorruft. Letztlich sind es aber vor allem die Künste Broshs und die zahlreichen kompositorischen Ideen Rhinos (!), die Kingdom Of Evil im oberen Vierer-Bereich einen Platz finden lassen. Zu mehr reicht es auf Grund der rätselhaften Produktionsmissgriffe (auch das in jedem Song vorhandene kurze Fade Out, um vor Kopisten zu schützen, geht ganz schön an die Nieren), des schwachen Titelsongs (auch "Night Magic" kann neben der gedrosselten Lautstärke als Song nicht ganz überzeugen) und des überflüssigen Instrumentals jedoch nicht.

Fuxx

4 von 6 Punkten

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