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Review

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Helloween - Unarmed - Best Of 25th Anniversary

Helloween - Unarmed - Best Of 25th Anniversary
Stil: Power Metal
VÖ: 29. Januar 2010
Zeit: 59:15
Label: Sony Music
Homepage: www.helloween.org
MySpace: www.myspace.com/helloween

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Ich erspare mir an dieser Stelle den Schwenk mit der Weihrauchkelle mitsamt einem Prolog über das Werk von Helloween und seiner Bedeutung für die heutige Power-Metal-Welt. Schließlich soll dieses Review kein Aufsatz werden. Fakt ist mal, die Hamburger Kürbisköpfe, aus deren Urbesetzung sich heute noch Michael Weikath und Markus Grosskopf in der Band befinden, werden 25 Jahre alt. Und zu diesem besonderen Jubiläum gibt es auch ein ganz besonderes Schmankerl für die Fans, die der Band durch all die Jahre die Treue gehalten und nebenbei noch ihren Lebensunterhalt gesichert haben. Unarmed heißt das gute Stück - unbewaffnet, weil die Musiker ausnahmsweise auf ihre schärfsten Waffen, nämlich Stromgitarre und Verstärker, weitgehend verzichtet haben. Insgesamt 13 Helloween-Klassiker wurden umgeschrieben und zum Teil völlig neu arrangiert aufgenommen. Dabei wäre es wohl zu einfach gewesen, das Material als reine Klassik-Versionen zu veröffentlichen. Stattdessen hat man mit einer Reihe von meist genrefremden Gastmusikern die Grenzen des Machbaren für sich selbst ausgelotet und ein ungewohnt facettenreiches Album geschaffen, das beim ersten Durchlauf sicher manch einen Hörer ordentlich vor den Kopf stoßen wird.

So wurde gleich an den Anfang eine besonders dreiste Neuauflage des großen Hits "Dr. Stein" gestellt. Der erscheint 2010 als Ska-Variante mit massivem Saxophoneinsatz von Albie Donnelly (Supercharge). Ungewohnt geht's weiter mit "Future World", das dank Percussion-Koryphäe Nippy Noya, der sich in diesem Stück so richtig austoben darf, eine ordentliche Portion Mambo mitbekommen hat. "If I Could Fly" und das später folgende "Falling To Pieces" rieseln dagegen mit sanfter Pop-Note und Lounge-Charakter aus den Boxen. Und die einst flotten Banger "Where The Rain Grows" und "Eagle Fly Free" (mit Gastsängerin Harriet Ohlsson von den Hellsongs) erscheinen als akustikverliebte Balladen. Natürlich darf auch Bombast nicht fehlen. Dank dem Prager Symphonie-Orchester bekommt man davon die volle Breitseite im 17-minütigen Medley aus "Halloween", "Keeper Of The Seven Keys" und "The King For A 1000 Years" - Gänsehaut garantiert! Diesem opulenten Klangerlebnis steht der perfekte Gentleman mit Pfiff und Swing gegenüber. "Forever & One" hat sich dagegen nur wenig verändert, darf Ballade bleiben, wurde in seiner Ausführung mit viel Piano, Streichern und Chören jedoch perfektioniert. Ganz anders dann "I Want Out": das kommt als Rocknummer daher, die dank frechem Kindergesang an Pink Floyds "Another Brick In The Wall Pt. 2" erinnert. Am Ende wird's dann noch mal richtig ergreifend mit "A Tale That Wasn't Right", dem Prager Orchester, den Chören der Gregorian Sänger und einem Andi Deris, der inmitten dieses erlauchten Ensembles über sich hinauswächst.

Nach einer Stunde Spielzeit kann man sicherlich nicht ausschließen, dass die umarrangierten Songs manch Traditionalisten den einen oder anderen Schauder über den Rücken getrieben haben. Beim Gros der Audienz dürften sie jedoch für Gänsehaut gesorgt haben. Unarmed ist spannend, überraschend und unterhaltsam auf höchstem kompositorischem und handwerklichem Niveau. Zwei Dinge können Helloween mit diesem Jubiläums-Album unumstößlich zementieren: 1. Der Blick über den Tellerrand lohnt sich. Und 2.: Gutes Songwriting kann unter der Regie eines versierten Schneiders auch in neuen Kleidern eine gute Figur abgeben.

Dagger

6 von 6 Punkten

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