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Grand Design - Time Elevation

Grand Design - Time Elevation
Stil: Melodic Hard Rock, Stadium Rock
VÖ: 23. Oktober 2009
Zeit: 49:25
Label: Metal Heaven
Homepage: -
MySpace: www.myspace.com/granddesigner

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"We wanted that Leppard sound to it. You know: 96 channels of choirs just running you over - and we nailed it!" lautet ein zusammenfassender Kommentar Pelle Saethers, Vocalist und Produzent der schwedischen Hardrocker Grand Design, zum neuen Output Time Elevation, den der Rezensent erstmal so unterstreichen kann. 2006 von Saether als Projekt gestartet fand der ehemalige Sänger von Zeelion, Zello und Schizophrenic Circus, der sich darüber hinaus seine Sporen als Produzent für Cryonic Temple, Axenstar und Steel Attack verdiente, in Richard Holmgren (Drums; Vanessa, ex-Wolf), Peter Ledin (Git.; ex-Vanessa), Anders Mood (Bass; Wolf) und Dennis Vestman (Git.; ex-Steel Attack) die geeigneten Mitstreiter, um in Grand Design eine für das 21. Jahrhundert kompatible 80s-Stadium Rock-Version aus der Taufe zu heben. Will man Grand Design in eine Schublade packen, dienen, wie im einleitenden Statement erwähnt, vor allem Def Leppard zu Hysteria-Zeiten als Referenz, wobei Saethers Stimme als Kombination aus 60% Joe Elliott, 25% Joey Tempest und 15% Kiske (ohne dabei in den typischen Sirenen-Regionen zu wandeln) zu umschreiben wäre, was an sich schon für extraordinäre gesangstechnische Klasse bürgt.
Time Elevation beginnt in aller Radiotauglichkeit mit der Midtempo-Nummer "Love Sensation". Der eingängige Refrain, der locker nach einem Hördurchgang mitgesungen werden kann und - man kann es nicht oft genug wiederholen - über weite Strecken an den Titelsong von Hysteria erinnert, genauso wie die "BIG Choirs" (Zitat) machen den Track zum idealen Opener, um erst gar keine Fragen zur Standortbestimmung von Grand Design aufkommen zu lassen.
Nach einem einleitenden Melodie-Solo Ledins entpuppt sich das anschließende "Slugged Out" als ordentlicher Rocker, in dessen Chorus die Background-Vocals in schier unmenschlichen Falsett-Höhenlagen schweben, was dem Song nicht unbedingt zum Vorteil gereicht. Weniger wäre hier eventuell mehr gewesen.
Balladesk-akustisch geht es anfänglich in "Air It Out" zu, Saether stellt nachdrücklich seine gesangliche Bandbreite unter Beweis und ähnlich wie der Opener zeigt der Track einen Refrain, der sich ohne Umschweife im Gehörgang festsetzt. Allerdings muss erlaubt sein die Anlehnung an Leppards "Mirror, Mirror (Look Into My Eyes)" von der 81er-Scheibe High'n'Dry zu erwähnen - ob bei der Komposition gewollt oder nicht.
"Oh, I am a rocketeer. Oh yeah, a supersonic millionaire." heißt es im äußerst gelungenen, weil die Genre-typische Dynamik aus rockiger Strophe, von Chören getragener Bridge, spannungsaufbauendem Pre-Chorus und Stadion-Refrain optimal einfangenden "Piece Of The Action". Kann neben "Love Sensation" als bisheriges Highlight bezeichnet werden.
Die folgende Halbballade "Sad Song Of Goodbye" fällt dagegen ab, da nicht nur im Titel eine Ecke zuviel Klischee bemüht wird, sondern auch die Melodieführung gänzlich voraussehbar dahin plätschert, ohne dass es im Fortgang zu Aha-Effekten kommt.
"No Time For Love" mausert sich dem entgegen, nicht zuletzt durch das herausragende Solo im Mittelteil und die hier exklusiv zur Schau gestellte Stimmakrobatik Saethers zur echten Hardrock-Perle. Die Chöre wurden hier weniger penetrant zum Einsatz gebracht und erreichen so im Wechselspiel mit den Leadvocals ein hohes Maß an Songdienlichkeit. Richtig feine Nummer!
Und weiter geht das Auf und Ab zwischen First Class-Stücken und oft als Füllern betitelten Songs, denn "Hello Mr. Heartache" (Zum Titel sagen wir mal lieber nix!) kommt über letzteren Status nicht hinaus - wohl in erster Linie deshalb, weil wiederholt die Gesangslinien zu einfach gestrickt und folglich als schon zigmal woanders vorher gehört kaum Wirkung erzielen können.
Aber eine solche musikalische Berg- und Talfahrt hat eben immer auch genauso viel Licht wie Schatten zu bieten und so hellt "Let's Go Down Fighting" die Miene des kritischen Hörers sogleich wieder auf. Abwechslung bietet der Zwischenpart mit einer Major Tom-an-Erde-Sprecheinlage inklusive anschließendem Melodie-Solo, das dem Good Time-Rocker seine eigenständige Note verleiht.
Danach weiß "Sheik Iddup" in bester "Pour Some Sugar On Me"-Tradition die positiven Vibrations zu halten, bevor das Album stilecht mit der Akustik-Ballade "Love Will Know" ausklingt. Hmmmh... - kurz am Kopf gekratzt - ach ja, Warrant könnten hier mit "Heaven" die Schablone bereitgestellt haben.
Das Fazit fällt nicht allzu schwer: Time Elevation ist zunächst einmal exzellent produziert. Alle beteiligten Musiker stellen ihre überdurchschnittlichen Fähigkeiten unter Beweis - obwohl das ein oder andere längere Gitarrensolo der Scheibe hie und da gut getan hätte. Aber leider wissen nur knapp über die Hälfte der Songs zu überzeugen, was augenscheinlich an der zu offensichtlichen Orientierung am erwünschten Leppard-Sound liegt und somit nur wenige Überraschungsmomente entstehen können. Mehr Mut zum Risiko wäre vor dem Hintergrund, dass hier Meister ihres Fachs am Werk waren, wünschenswert gewesen. Da letztlich aber mit "Love Sensation", "Piece Of The Action" und "No Time For Love" drei echte Kracher auf Time Elevation verewigt wurden, überwiegt der positive Gesamteindruck.

0 KommentareFuxx

4 von 6 Punkten

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