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The Gathering - The West Pole

The Gathering - The West Pole
Stil: Alternative Rock
VÖ: 08. Mai 2009
Zeit: 54:19
Label: Psychonaut Records
Homepage: www.gathering.nl

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Als vor drei Jahren das bist dato letzte The Gathering-Album Home das Licht der Welt erblickt hatte, war schon nicht mehr alles eitel Sonnenschein im Lager der Niederländer. Von einigen Seiten wurde ihnen monotones Songwriting vorgeworfen und auch ich konnte mich für die Musik der Band nicht mehr so ganz begeistern. Man hatte damals fast das Gefühl, sie hätten ihren Zenit überschritten.

Annekes Ausstieg kennzeichnete dann wohl das Ende einer Ära und hat eine große Lücke gerissen - schließlich war sie über Jahre das Aushängeschild der Band und wurde nicht selten als Synonym für The Gathering verwendet. Hält man sich das bei Nightwish nach Tarjas Abgang ausgebrochene Theater vor Augen, sind das also nicht gerade verheißungsvolle Voraussetzungen für die neue Dame am Mikro. Silje Wergeland, so heißt die neue Stimme, zieht sich aber mehr als beachtlich aus der Affäre und passt stimmlich nahezu perfekt zur dargebotenen Musik, was größtenteils darauf zurückzuführen sein dürfte, dass man im Jahre 2009 nicht versucht völlig neue Wege zu gehen, sondern rein darauf bedacht ist, die oben angesprochene Lücke zu füllen. Einfach ausgedrückt kann man auch sagen, dass sich die Gesangsleistungen beider Damen, seien es nun Klangfarbe, Gesangslinien oder die Intonation bestimmter Passagen, doch sehr ähneln.

Damit kann man sich denn auch von der Hoffnung verabschieden, dass der Sängerwechsel generell etwas frischen Wind in das angestaubte Gesamtgebilde mit Namen The Gathering pusten würde, denn auf musikalischer Ebene hat sich tatsächlich nur sehr wenig bis gar nichts geändert. Die technischen Fähigkeiten der Musiker sind über jeden Zweifel erhaben. Die Musik ist nach wie vor ruhig und melancholisch gehalten, Gitarren sowie Synthies zaubern zuckersüße Melodien hervor und lassen ein harmonisches Gebilde entstehen. Wer The Gathering in den letzten Jahren mochte, wird hier nicht enttäuscht sein.

Den Begriff "mitreißend" bringe ich mit dieser Scheibe aber sicher nicht in Verbindung. Zu selten gehen die Musiker aus sich heraus oder probieren neue Dinge aus. Stattdessen verlässt man sich auf bekanntes und geht keinerlei Risiken ein. Nicht selten ertappe ich mich dabei abzuschweifen, die volle Konzentration auf die Musik fällt mehr als schwer. In den wenigen guten Momenten fühlt man sich an die If_Then_Else-Zeiten erinnert, zu oft aber treiben die Kompositionen mich in Morpheus' Arme und wirken wie in CD gepresseter Baldrian.

Sorry, aber ich für meinen Teil hätte auf The West Pole ruhig verzichten können - und das liegt keineswegs an der neuen Sängerin. Ich werde den Verdacht einfach nicht los, dass die Band ein komplett auf Sicherheit bedachtes Album veröffentlich hat und dabei ihren in den letzten Jahren perfektionierten (und in meinen Augen einschläfernden) Stil konsequent fortsetzt. Aber vielleicht bin ich auch nur zu dumm, den tieferen Sinn hinter der Scheibe zu verstehen. So oder so: in dieser Form kann mir persönlich diese Band gestohlen bleiben.

JR

3 von 6 Punkten

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