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Beyond The Labyrinth - Castles In The Sand

Beyond The Labyrinth - Castles In The Sand
Stil: Progressive Rock/Metal
VÖ: 30. Oktober 2008
Zeit: 53:47
Label: Lugga Music Productions
Homepage: www.beyond-the-labyrinth.com

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Normalerweise sind ja lange Aufnahme- und Produktionszeiten solchen Bands wie Def Leppard, Metallica, AC/DC oder eventuell auch Guns'n'Roses zuzuschreiben. Doch Beyond The Labyrinth um Bandgründer Geert Fieuw (Gitarre, Keyboards) haben sich auch ganz gut Zeit gelassen. Laut dem Promozettel waren das schlappe elf Jahre um an dem Konzept zu tüfteln, nochmals zehn Monate um die ganze Chose vorzubereiten und schließlich drei Monate und neun Musiker um das Aufnahmeprozedere durchzuführen. Das Ergebnis wurde Castles In The Sand getauft, in der Hoffnung dass selbige nicht einstürzen, denn schließlich soll laut Hr. Fieuw das Album ein zukünftiger Klassiker werden.

Bereits im Intro "The Curtain Falls" sind atmosphärische und episch-symphonische Anstriche zu vernehmen, die sich im Laufe des Albums immer wieder mal zeigen und somit die Marschrichtung schon mal grob vorgeben. "The Solitary Dancer" welches nahtlos folgt bestätigt diese, kann aber nur bedingt punkten. Erst ab der Hälfte des Songs wird der Spannungsbogen besser aufgenommen und die Dynamik nimmt eine bessere tragende Rolle ein, was vielleicht aber auch an den "Phantom Of The Opera"-ähnlichen Einschüben liegen mag. Etwas gewöhnungsbedürftig erscheinen auch der Akzent und die Phrasierung von Sänger Jo De Boeck. Allerdings legt sich das mit zunehmender Spieldauer. Mit "Pure Sabotage" hat das Quintett wohl versucht eine Savatage Sandburg zu bauen, doch diese ist eher kurz vor der Einsturzgefahr. Der Song plätschert ein wenig vor sich hin und erreicht nicht mal ansatzweise das Flair der US-Metaller. Nicht falsch verstehen, die handwerkliche Umsetzung ist schon gut aber das gewisse Etwas fehlt. "The Enemy Within" hingegen ist recht interessant geworden. Guter Aufbau, schöne Tempowechsel, AOR-Einschübe und toller Chorgesang. Das kurze und flotte "Draining My Energy" ist recht intensiv geworden und gefällt durch Stimmungsänderungen. Na also, das geht doch. Welche Band wohl als Vorbild für Beyond The Labyrinth diente zeigt der Track mit selbigen Namen, da standen wohl die New Yorker Prog-Metaller Dream Theater Pate. Doch selbst wenn gewisse Ähnlichkeiten vorhanden sind, ist der Song einer der melodischsten auf der ganzen Scheibe geworden und zählt meiner Meinung nach zu den besseren. Der Titeltrack ist einerseits sehr abwechslungsreich gehalten, doch andererseits springt auch hier der Funke nicht so ganz über, dafür ist der Song zu unzwingend. Mit dem melancholischen und atmosphärischen "For Eternity" lassen sich allerdings wieder ein paar Punkte einfahren. Die gezupften Akustikgitarren im Soloteil laden förmlich zu träumen ein und erzeugen somit eine schöne Stimmung. Ebenso zu gefallen weiß das flotte und relativ harte "Caught In A Game", welches außerdem durch eine gute Melodieführung und einen ordentlichen Spannungsbogen überzeugt. "Caged" und "Time To Fly" klingen zwar wieder bemüht, doch bei beiden Liedern ist das eher ein Sandhaus, denn eine Burg geworden. Wenigstens findet sich mit der sehr emotional vorgetragenen Halb-Ballade "No Place For A Dreamer" noch ein würdiger Abschluss des Albums.

Dass lange Aufnahmezeit nicht immer herausragende Alben versprechen, sollte sich mittlerweile schon herumgesprochen haben. Demzufolge ist Castles In The Sand auch nur mitnichten ein Klassiker geworden. Beyond The Labyrinth bewegen sich zwar auf spieltechnisch überdurchschnittlichem Niveau, doch es sind die Songs an sich, die hin und wieder Schwächen aufweisen und an Eigenständigkeit mangeln. Die Produktion klingt zwar im Großen und Ganzen sehr organisch, doch die Drums sind etwas zu sehr im Vordergrund und die Gitarren etwas zu weit hinten. Mag vielleicht auch daran liegen, dass sich Geert Fieuw höchstpersönlich darum gekümmert hat...

Beyond The Labyrinth sind von der musikalischen Einteilung irgendwo zwischen Dream Theater, Savatage, Rough Silk, Threshold, Rush und dem klassischen Hard Rock zu finden. Mit sechseinhalb (von elf) guten bis sehr guten Liedern reicht das noch für vier Punkte, doch um nicht in der Veröffentlichungsflut unterzugehen, sollten sich die Belgier um mehr Eigenständigkeit bemühen und noch mehr hochklassigere Songs auf das Album mit drauf packen. Das Zeug dazu haben sie definitiv und davon können sich interessierte Hörer auf ihrer MySpace Seite überzeugen.

Andi

4 von 6 Punkten

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