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Within Temptation - Black Symphony (DVD)

Within Temptation - Black Symphony (DVD)
Stil: Gothic Metal
VÖ: 19. September 2008
Zeit: ca. 480 Min.
Label: Gun Records
Homepage: www.within-temptation.com

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Es gibt Sachen, die sind so richtig fett. Butter zum Beispiel. Oder manche Leute. Aber dieses Paket hier, das setzt allem dann doch die Krone ins Gesicht. "The greatest show on earth", titelte das britische Szenemagazin Kerrang, wenn man dem Papperl auf dem Cover Glauben schenken darf. Hm, komisch, das ist ein Film über einen Zirkus - oder meinen die hier etwa die Schau, die die Holländer abziehen und wunderbar auf gleich zwei DVDs gebannt haben?

Um was es geht, ist klar: die große Geste, die Inszenierung, kurz und gut das massive Orchesterbrett fahren Within Temptation hier auf. Üblicherweise bedeutet das "Wir spielen mal mit Orchester" ja eine Gratwanderung, die entweder den künstlerischen Offenbarungseid leistet oder für hochgezogene Augenbrauen sorgt (wenn das Orchester überhaupt wirklich aktiv wird...wir erinnern uns an die Könige des Metalls...). Nun, diese Bedenken muss man im Lager des Gothic Metal natürlich nicht haben, immerhin geht es hier ja immer um die symphonische Note, die häufig auch auf den Studioalben schon durch Orchestereinsatz eingefangen wird, wie das fast alle Szenegrößen schon implementiert haben, wie der Straubinger sagt.

Robert Westerholt und seine Freunde machen da keine Ausnahme und sind ja wahrlich keine Neulinge in Sachen Bombast: nachdem Nightwish mit der neuen Chanteuse zwar nach wie vor achtbare Leistungen liefern, aber nicht mehr unbestreitbare Revierkönige sind, punkten die Holländer zusehends mit einer feinen Mischung aus schmissigen Riffs und standesgemäßer Opulenz. Da ist es nur logisch, dass man sich am 7. Februar 2008 in der Ahoy Arena (Brause wurde gereicht) in Rotterdam mit dem Metropole Orchestra auf eine Bühne begab und dort mit massivstem Material- und Personalaufwand eine wahrhaft monumentale Inszenierung der größten Hits der Bandgeschichte abfeuerte.

Die Maßstäbe sind gigantisch: nicht nur ein 60-köpfiges Orchester gibt es zu bestaunen, sondern auch einen veritablen 20 Stimmen starken Chor, der die entsprechenden Passagen astrein rüberbringt. Technisch lässt man genau nix anbrennen: massive Videoleinwände spielen wechselweise Sequenzen aus den Musikvideos oder stimmungsvolle Szenen ein, so dass man sich eigentlich wie in einem großen Gesamtkunstwerk a la Wagner wähnt. Wofür auch die Theatereinlagen von Stelzenkünstlern sorgen.

Das kann man aber alles bestellen, klassische Musiker machen ihren Job ja immer bestens, nie gab es an der Münchner Oper negative Schlagzeilen wegen mangelnder Spielfreude oder fehlender Stimmakrobatik. Die Frage ist, kann die Band und vor allem Frontelfe Sharon gegen diese Wand bestehen? In beiden Fällen lautet die Antwort: sie kann.

Das Ganze funktioniert vom Opener "Jillian (I'd Give My Heart)" weg prächtig: die Gewichtung zwischen Orchester, Chor und Band passt aufs Tüpfelchen, so dass die härteren Elemente des Sounds nicht unter Streichern und Pauken untergehen. Man merkt der Kombo an, dass man hier etwas Besonders bieten möchte, die Präzision und vor allem Freude stimmen in jeder Sekunde. Und Sharon? Ohnehin bekannt als vielleicht höflichste Sängerin der Szene (immer wieder schön: "Würden Sie vielleicht mitsingen?"), wirft sie sich hier voll ins Zeug und besticht durch immer stabile, kraftvolle Intonation auch der schwierigen Passagen. Gleich die zweite Nummer "The Howling" zeigt, wie die Mischung funktioniert: massives Geschütz von der klassischen Fraktion, schweres Riffing und feiner Gesang. Da kann man sogar die Korkenzieher-Locken verzeihen (bitte bald wieder glatte Haare!!).

Auch die Songauswahl zeigt, wohin die Reise geht: nichts wird umarrangiert, keine Betonung nur auf den Schleichern, sondern die großen, monumentalen Brecher werden einer nach dem anderen runtergerissen. Die langsameren Passagen, die ruhigen Momente werden dann in einem Akustisk-Part zusammengefasst, in dem man dann auch das unvermeidliche Piano auspackt.

Dass man hier etwas Besonderes vorhatte, zeigt auch die beeindruckende Gästeliste: nicht nur liefert Keith Caputo leibhaftig seine Parts zu "What Have You Done", nein, auch Anneke van Giersbergen von The Gathering gibt ein Heimspiel und duettiert wunderbar zu "Somewhere". Feine Sache!

Technisch lässt man ebenfalls nichts anbrennen: Kameraführung, Beleuchtung, Sound, alles fährt erster Klasse. Das ist ja bei weitem nicht bei jeder DVD gesetzt - hier lohnt sich das Medium. Highlight aber sind und bleiben die "alten" Songs vom Schlage "Mother Earth", "The Promise" und natürlich die einzige, unvergleichliche "Ice Queen". Man sagt es oft, aber hier gilt es: großes Kino, Ballsport, Tennis, Minigolf oder was auch immer. Hier stimmts wirklich.

Aber damit ist natürlich nicht genug: es gibt noch ein volles weiteres Konzert zu bestaunen, sämtliche Videos, selbstredend ein fettes Making Of und noch jede Menge hins und hers. Da kann man sich dann noch die volle Dröhnung holen.

Vom Format her kann sich alles aussuchen, was das Herz begehrt: das Werk gibt's nicht nur als Doppel-DVD, sondern auch als Doppel-CD und BluRay + Bonus DVD und Deluxe Package (inkl. 2 CD + 2DVD). Ja da legst di nieder. Der Erfolg gibt den Kollegen übrigens Recht: die DVD schaffte es immerhin auf Platz 2 der deutschen Charts. Es gibt übrigens sogar eine eigene Website: unter www.blacksymphony.nl kann man diverse Schmankerl einsehen und selbst ein Video zusammenbasteln.

Holgi

6 von 6 Punkten

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