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Clusterhead - Times Of No Trust

Clusterhead - Times Of No Trust
Stil: Melodic Metal
VÖ: 30. Mai 2008
Zeit: 51:22
Label: Music Buy Mail
Homepage: www.clusterhead.com

buy, mail, print

Clusterhead, eine Regensburger Gruppierung, sind mit ihrem ersten Album am Start. Times Of No Trust ist ganz im Old School-Stil gehalten: Geradliniger Melodic Metal, wie er gerade in den 90er Jahren zuhauf im ganzen Lande eingespielt wurde. Heute findet man relativ wenige Bands, die dieser alten Tradition folgen, weswegen es einerseits recht gut tut, einfach mal wieder so etwas Entspannendes zu hören, andererseits bietet es sich an, da hier der Markt derzeit wirklich nicht ausgelastet ist und sie so den einen oder anderen Fan alleine schon dadurch für sich gewinnen werden. Dies würde ich ihnen zumindest wünschen.

Rene Brandt (Gesang), Frank Stadlbauer (Gitarrist), Andreas Meyer (Bassist) und Ruediger Tonn (Drummer) (man bemerke die klassische Strukur ohne jegliches Keyboard oder sonstiges Beiwerk*) versetzen mich mit ihrer Scheibe in meine Anfangstage als Metal-Angehöriger zurück, in denen andere Instrumente absolut verpönt waren, in denen die Musik rein und pur ertönen musste. Ich will mich nicht mit Vergleichen zu anderen Bands aufhalten, da man in vielen Songs noch mehr Vergleiche zu immer wieder anderen Bands ziehen könnte, aber so wirklich aussagekräftig wäre es dann doch auch wieder nicht.

Die Musik erklingt sehr schön druckvoll und kräftig aus den Boxen, die Songs sind verhältnismäßig einfach gestrickt, da gibt es keine Frickelei, keine ungewohnten Abläufe. Das war alles schon mal und hat sich bewährt. Ein großes Manko dabei ist die Langlebigkeit. Da die Refrains nicht so die Reißer sind und auch kein einzelner Song als der Brecher heraussticht, bleiben die Lieder nicht so recht hängen und man legt lieber doch ein paar große Scheiben aus vergangenen Tagen auf. Wenn sie das noch hinbekommen, das Songwriting verbessern, dann könnten sie sich zu echten Krachern entwickeln. Mit "Poisoned" haben sie schon mal einen Song auf dem Album, der live sicherlich krachen wird, da er wunderbar zum Gröhlen sich eignet. Genau da müssten sie ansetzen und weiter arbeiten. Davon ist es zu wenig. Ich will singen, ich will gröhlen und heiser sein.

Wer was Frisches will und dabei eher in Richtung des klassischen Metals denkt, höre einmal hinein. Ich werde es bei der nächsten Scheibe sicherlich tun.

Anspieltipps: Times Of No Trust, Ghosts

* So ganz kommen sie nicht ohne Beiwerk aus, aber ich gebe mich heute genauso der Illusion hin wie in den 90er Jahren.

Sophos

4 von 6 Punkten

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