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Kreator - At The Pulse Of Kapitulation

Kreator - At The Pulse Of Kapitulation
Stil: Thrash Metal
VÖ: 28. März 2008
Zeit: DVD ca. 125 Min - CD 70:56
Label: Steamhammer
Homepage: www.kreator-terrorzone.de

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Die deutschen Thrash Götter Kreator werden in 2008 eine kreative Pause einlegen, um einerseits die Batterien wieder aufzuladen und andererseits an neuem Material zu arbeiten fürs nächste Album, welches Anfang 2009 in die Läden kommen soll. Daher wird es auch nur vereinzelte Liveaktivitäten geben, die sich auf ausgesuchte Festivals beschränken werden.
Um den Fans (und die, die es noch werden wollen) die Wartezeit zu verkürzen, hat man diese DVD/CD auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um bereits veröffentlichtes Material, das neu überarbeitet und editiert wurde.

Den ersten Teil bildet das Konzert in Ost-Berlin 1990, also kurz nach dem Mauerfall. Einige werden sicherlich (so wie ich) das alte VHS-Tape noch in ihren medialen Jagdgründen haben, kam es damals unter dem Banner "Extreme Aggression Tour (für mich auf Lebzeiten DER Titel einer Tour) 1989/90 Live in East Berlin" in die Läden. Dabei haben es sich Kreator nicht einfach gemacht und das Konzert, bei dem man als Headliner fungierte und von Sabbat, Coroner und Tankard supported wurde, eben nicht nur 1:1 auf den digitalen Datenträger gebannt. Zum Einen hat man wohl die damaligen Bänder wieder gesichtet, so kommt es durchaus zu anderen Kamerablickwinkeln als man es vom VHS-Tape her noch kennt. Somit unterscheidet sich der Konzertgenuss etwas von der alten VHS-Aufnahme. Das Bild ist schön scharf und der Schnitt ist wie auf dem Tape abwechslungsreich, aber nicht hektisch geraten. Zudem hat man hier noch die Wahl zwischen dem "normalen" Stereo-Sound und dem von Andy Sneap abgemischten 5.1 Sound, der vor allem die Fanreaktionen gut rüberbringt. Als kleines Gimmick hat man immer wieder mal das Bild in kleine schwarz-weiß-Sequenzen umgewandelt, die etwas "springen", um den Effekt einer alten Aufnahme zu erzielen. Oder auch einfach nur um auf das Alter der Aufnahmen hinzuweisen. Ist aber auch egal. Das Konzert umfasst jedenfalls die frühen Klassiker der Band wie "Under The Guillotine", "Betrayer", "Extreme Aggression" oder die inzwischen unverzichtbaren "Flag Of Hate" und "Tormentor". Einziger Wermutstropfen ist, dass zu Anfang des Konzerts und nach dem letzten Ton nur noch eine Tonspur zur Verfügung steht, das Bild erscheint erst bei den ersten Klängen des Konzerts.

Der zweite Teil der DVD besteht aus einem gut 17-minütigen kleinen Dokumentarfilm, "The Past And Nows" betitelt. Hier werden die Geschehnisse der damaligen Zeit noch einmal beleuchtet. Verschiedene Zeitzeugen kommen zu Wort, seien es Security-Kräfte, die zu diesem Konzert noch aus den Reihen der Fans rekrutiert wurden, Radiomoderatoren der einzigen Rocksendung damals, Andy Sneap oder unser allseits bekannter Götz Kühnemund. Letztgenannter kommt gleich in zwei Ausfertigungen auf den Bildschirm eures Vertrauens, einmal als junger Sprössling mit reichlich Haupthaar und einmal "modern". Hier wird die Tragweite, die dieses Konzert hatte, erst so richtig deutlich. Für uns "Wessis" ist es wohl eher unvorstellbar, dass eine ganze Halle während der Umbaupause zur Pausenmusik bangt. Der Spirit der damaligen Zeit, das Rebellische, das Metal einmal ausmachte, wird hier schön beleuchtet.

Den dritten und letzten Teil bildet der Mini-Horrorfilm Hallucinative Coma, der mit einer Spielzeit von rund 24 Minuten zu Buche schlägt. Die Songs des Coma Of Souls-Albums wurden hier in den Movie eingearbeitet, der die Songs untereinander verbindet. Gezeigt wird hier der Director's Cut, welcher mit zusätzlichen Szenen ergänzt wurde, die der damaligen Zensur zum Opfer gefallen sind. Das ist wohl auch mit der Grund, warum diese DVD keine Jugendfreigabe erhalten hat. Wenn man sich die "brutalen" Sequenzen so zu Gemüte führt, kann man die Zensur aus heutiger Sicht eigentlich nicht mehr nachvollziehen. Man ist eben auch etwas abgestumpft aufgrund der Gewalt, die uns alltäglich durchs Fernsehen vermittelt wird. Der Film bietet jedenfalls kurzweilige Unterhaltung.

Und weil das Ganze auch noch nicht genug ist, hat man der DVD noch die Audio-Ausgabe des Konzerts in Ost-Berlin beigelegt, so kann man sich das Konzert auch ohne TV zugute führen.

Ray

5 von 6 Punkten

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