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Delain - Lucidity

Delain - Lucidity
Stil: Gothic Rock/Metal
VÖ: 28. September 2007
Zeit: 54:44
Label: Roadrunner Records
Homepage: www.delain.nl

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Wer mit Within Temptation vertraut ist, sollte auch den Namen Martijn Westerholt schon mal gehört haben. Denn erstens ist sein Bruder Robert Gitarrist und auch Bandgründer bei der niederländischen Gothic Rock-Band und zweitens war Martijn bis 2001 dort Keyboarder bevor eine Krankheit ihn in die Knie zwang und er seinen Job aufgeben musste. Doch ein vollständiges Aufgaben kam für ihn nicht in Frage. Mit der Zeit machte er sich wieder ans Komponieren und spürte das Verlangen wieder etwas auf die Beine zu stellen. Delain sollte seine Band heißen, genauso wie das Königreich Delain im Stephen King-Roman Die Augen Des Drachen.

Dazu holte sich der Niederländer eine ganze Schar Leute mit ins Studio um das Debütalbum Lucidity einzuspielen. Dabei gibt es neben bekannteren Namen wie George Oosthoek (Ex-Orphanage), Marko Hielata (Nightwish), Liv Kristine (Leaves' Eyes, Ex-Theatre Of Tragedy) und Sharon den Adel (Within Temptation), die allesamt Auftritte als Gastsänger haben, auch mehr oder weniger bekannte Musiker an den Instrumenten zu hören. Als da wären die Gitarristen Ad Sluyter (Epica) und Guus Eikens (Ex-Orphanage), sowie Drummer Arie van Weezenbeck (God Dethroned). Darüber hinaus setzt Martijn Westerbeck auf eine ziemlich unbekannte Sängerin namens Charlotte Wessels, die den Löwenanteil der Songs eingesungen hat und ihm auch live zur Verfügung stehen wird.

Nach so viel Vorgeplänkel kommen wir nur zum wichtigen Teil: der Musik und deren Umsetzung. Und die hat es durchaus in sich. Klar sollte ganz am Anfang zumindest schon mal sein, dass Delain weder Punk Rock noch Happy Metal durch die Boxen rauschen lassen. Gothic Rock/Metal steht an, der natürlich irgendwie an Within Temptation erinnert, aber sich dennoch nicht stur an diesen orientiert. Hier und dort krachen die Gitarren mal eine Spur mehr, an anderer Stelle wird mit stärkerer Orchestrierung gearbeitet. Dabei wird nie vergessen einen hohen Anteil Eingängigkeit und auch Bombast mit ins Arrangement einzubauen. Gekonnt und vor allen Dingen sicher bewegen sich Delain durch die Pfade, die zwar schon andere bestritten haben (wie z.B. Nightwish, Theatre Of Tragedy, The Gathering, Epica, Dreams Of Sanity) aber spürbar mit viel Herzblut umgesetzt worden sind. Die meisten Songs sind Duette zwischen Charlotte Wessels und Marko Hietala, die durch die Bank durch einen schönen und stimmigen Wechselgesang überzeugen können. Darunter fällt das famose Openerduo "Sever" und "Frozen" sowie der tolle (und sichere) Tanztempelhit "The Gathering" und das getragene "Daylight Lucidity". "No Compilance" teilen sich Marco und Sharon, während sich die schön-traurige Ballade "See Me In Shadow" Charlotte und Liv teilen. Das letzte wirkliche Duett ist das relativ harte "A Day For Ghosts" geworden, bei dem Liv und Marco zusammen singen dürfen. Bei "Silhouette Of A Dreamer", "Shattered", "Sleepwalkers Dream" und "Pristine" übernimmt Miss Wessels alleine den Lead-Gesang, wobei George Oosthoek an einigen Stellen ein paar sehr gut platzierte Growls von sich geben darf. Positiv zu vermelden ist, dass die gerade mal 20 Jahre junge und bildhübsche Niederländerin mit einer sehr warmen und klaren Stimme überzeugen kann, die nicht auf Teufel komm raus ins "Geträllere" hineinfällt.

Musikalisch wird von hart bis zart, und von melancholisch über hymnisch-bombastisch bis hin zu groovend alles abgedeckt, was das Gothic Rock-Herz begehrt. Darüber hinaus sind die Songs in eine wunderbar dynamische und transparente Produktion eingebettet. Dass Lucidity bereits vor einem Jahr in Benelux veröffentlicht wurde kommt der deutschen Version nur zugute, denn diese wird mit dem Bonustrack "Deep Frozen", sowie einem "The Making Of Lucidity"-Video in die CD-Regale gestellt. Selbst wenn Delain im Endeffekt nichts Neues machen bewegen sich alle Songs auf gleich hohem Niveau und das ist mir (wenn auch knappe) fünf Punkte allemal wert.

Andi

5 von 6 Punkten

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