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Dominia - Divine Revolution

Dominia - Divine Revolution
Stil: Dark Metal
VÖ: 27. Juni 2007
Zeit: 47:07
Label: UHO
Homepage: www.godbrand.net/index.htm

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Was braucht es für ein gelungenes Debüt-Album, dass sich durch eigenen Stil vom Rest der Szene abhebt? Hier das russische Rezept von Dominia für ihr Erstlingswerk Divine Revolution:
Man nehme als Grundlage deftigen Dark Metal und Neo-Klassik, füge dem je einen Teelöffel Doom und Gothic hinzu, sowie eine Prise Power-Metal. Das Ganze jetzt noch mit mit etwas Death-Metal würzen, ab nach St. Petersburg und dann in Finnland in den Mixer schmeißen.
Was herauskommt, sind nicht etwa - wie man vielleicht befürchten würde - wild zusammengewürfelte Einzelfragmente, hier und da durch ein Riff verbunden, nein, ganz im Gegenteil: was herauskommt ist ein Debütalbum, das aus einem Guss zu sein scheint, das es gekonnt versteht, verschiedene Einflüsse musikalisch hochwertig zu einem Ganzen zusammenzufügen.

Aber wer ist Dominia eigentlich? Der Name dürfte hierzulande doch noch recht unbekannt sein. Dominia sind fünf Mannen und eine Frau aus St. Petersburg, deren erste Mitglieder sich bereits Ende der Neunziger zu einer Band formierten - seit dem hat die Gruppe einige musikalische Richtungen durchlaufen (von eher doomig mit Power-Metal-Elementen hin zu dem jetzigen speziellem Mix, der sich wohl am besten mit eine Komposition aus Dark Metal und Neo-Klassik beschreiben lässt).
Am Micro ist Frontmann Anton Rosas dunkle, harsche - dennoch melodiöse - Stimme zu vernehmen, die auch in sanftere Klänge übergehen kann. Gemeinsam mit Daniel (guitars) ist er für die Lyrics verantwortlich. Am Bass hört man "Goodwin", der letzte Neuzugang im Line-Up, dessen Death-Metal-Einflüsse sich bemerkbar machen. "Papa" am Schlagzeug, dem eine dominante Persönlichkeit nachgesagt wird trommelt hier aber nicht alles in Grund und Boden, sondern bleibt meist im Hintergrund und schafft eine solide Basis. Ergänzt wird dieses "klassische Setting" durch zwei Geigen, einmal Casper, der zusammen mit Anton Rosa die Songs schreibt und auch am Keyboard zu hören ist, und zum Zweiten Kat. Beiden Geigen hört man ihre Professionalität an, und sie geben Dominia die besondere Note.

Dann will ich mich mal genauer dem Album widmen. Mit "The Prophecy" - in meinen Ohren DAS Stück der Scheibe, alleine deswegen lohnt sich der Kauf allemal - beginnt das Ganze recht deftig, auch "Beautiful Innocence" ist ein grantenstarker Titel. Zwischenrein gibt's ein paar kleinere Hänger, wie z.B. "With Pain Into Eternity", aber selbst das skip ich nicht, auch wenn mir der Chorus mächtig auf die Eierstöcke geht, denn auch in diesen schwächeren Stücken gibt es tolle Passagen, die absolut hörenswert sind. "The Darkness of Bright Life" gehört auch in diese Kategorie. Ein genialer Anfang, dessen Thema sich durchs gesamte Stück zieht, nur die sanft gesungenen Passagen hätten sie von weglassen können... Natürlich muss ich gestehen, dass ich diesbezüglich mit Sicherheit etwas voreingenommen bin, höre ich selbst doch meist deftigeren Death oder auch Black, sodass mir diese Art von Gesang, häufig dann mit Keyboard unterlegt, einfach recht unsympathisch ist - aber zurück zum Silberling.
"Burial Of Reasons" und "God is A Brand" sind beide sehr hörenswert, aber nicht so herausragend wie "The Prophecy" und "Beautiful Innocence".
"Safe Yourself" ist etwas ganz Eigenes, hier sind Nu Metal-Anklänge zu hören, gepaart mit einer psychedelisch anmutenden Geige. "The Punishment" kommt verspielt daher, die klassischen Passagen erinnern an Bach, durchbrochen von schon fast thrashigen Passagen.
Für "Mountains Of God's Depression", mit neun Minuten das längste Stück, war bei mir mehrmaliges Hören notwendig, um die Grandiosität zu erkennen. Ein Stück zum Zuhören, definitiv, und zum Entspannen dabei. Jeder, der auch hin und wieder Klassik genießt, wird seine Freude daran haben, auch wenn der getragene Gesang, der teilweise sogar an Sisters Of Mercy erinnert, gewöhnungsbedürftig ist, und auf den ersten Listen ein wenig langweilig erscheint.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die CD nicht nur für alle Kajalstift-Überdosierer und Mädels in schwarzen Spitzenklamotten ein Muss ist, sondern auch allen Fans des anspruchsvollen Metals, sowie nicht vollkommen engstirnigen Hörern von Melodic Death wärmstens zu empfehlen ist. Wem Therion gefällt, My Dying Bride, Trail Of Tears, ein wenig Dimmu Borgir oder auch Apocalyptica, der wird Freude an dieser Scheibe haben.
Die Produktion lässt nichts zu wünschen übrig, und 47 Minuten Gesamtspiellänge sind ebenfalls vollkommen in Ordnung. Also: Zugreifen! Und manchen Songs eine zweite oder dritte Chance geben, die dauern ein wenig, bis man sich eingehört hat.
Punkte? Jo, Punkte... schwierig, wie soll ich mich als Frau mit 'ner Farbpalette, die auch Farben wie "champagner" und "sekt" unterscheidet, auf eine Zahl zwischen eins und sechs einigen? Auch wenn mir nicht alles gefällt, insbesondere die seichteren Gesangespassagen sind nicht mein Ding, und viele der Refrains finde ich relativ langweilig - ist der Silberling allemal hörenswert, weil einzigartig. Obendrein gibt es kein Stück, das nur "Lückenfüller" ist, die musikalische Seite ist herausragend, "The Prophecy" sowie "Beautiful Innocence" sind alleine schon den Kauf wert und auch insgesamt ist alles stimmig. Zusammen mit dem Debüt-Bonus ergibt das fünf von sechs Punkten.

Tarnele

5 von 6 Punkten

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