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Nile - Ithyphallic

Nile - Ithyphallic
Stil: Death Metal
VÖ: 20. Juli 2007
Zeit: 50:10
Label: Nuclear Blast
Homepage: -

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Das Leben ist schön, so schön mit Jade...
Könnte es zumindest sein, wenn es da nicht die kleinen Ärgernisse des täglichen Lebens gäbe. Eines dieser Ärgernisse war die Promo der neuen Nile: Ungetagt und nicht aussagekräftig benannt kamen die Tracks bei mir an. So musste ich erst mal einen halben Tag investieren, um anhand der Lyrics die Songs zu identifizieren. Immerhin acht von zehn konnte ich dann auch einwandfrei zuordnen, beim Opener und dem Titeltrack gelang mir das leider nicht zweifelsfrei. Ich bitte also, etwaige Unklarheiten diesbezüglich nachsichtig zu betrachten.
Das war aber auch schon das Einzige, was mich an der ganzen Sache genervt hat, soviel sei schon mal verraten. Und da es sich dabei auch um ein Problem der Promo handelt, fließt das natürlich nicht in die Endbewertung ein.
Nun, wie waren meine Erwartungen an die neue Scheibe? Gelinde gesagt gigantisch!
Nach solchen Vorgängern wie In Their Darkened Shrines und Annihilation Of The Wicked durfte da meiner Meinung nach nichts Durchschnittliches kommen, es musste schon einer der Knaller des Jahres werden.
Wie vielleicht weiter oben schon erwähnt wurde: Es gelang mir doch tatsächlich, einiges an Textpassagen ohne fremde Hilfe zu entziffern. Das weist schon mal ganz zart auf etwas hin, was man durchaus als Änderung gegenüber den Vorgängeralben bezeichnen könnte: Karl Sanders befleißigt sich doch glatt hin und wieder eines verständlichen Sangesstils! Nein, keine Angst: Seine Growls sind immer noch vorhanden und nicht zu wenig davon. Aber er schafft es auf Ithyphallic vom Grunzen in einen etwas schnarrenderen, dafür aber deutlich besser zu verstehenden Stil zu wechseln und auch wieder zum Grunzen zurück, ohne dass es aufgesetzt oder künstlich klingt. Für mich ganz klar eine Verbesserung zu den älteren Sachen, es bringt einfach mehr Abwechslung in die Stücke.
Aber Kalle ist nicht der Einzige, der sich entwickelt hat. Schwankte George Kollias' Spiel auf der letzten Scheibe für mich zwischen Weltklasse und "nur" gut, so hält er auf dem aktuellen Longplayer sein Spielniveau durchgehend auf dem Höchstlevel und hat sich damit meiner Meinung nach aus dem Schatten seiner nicht ganz unbedarften Vorgänger Derrek Roddy und Tony Laureano gelöst. Mit diesem Album ist er in die absolute Weltspitze aufgestiegen.
Die Gitarrenarbeit ist wie immer über jeden Zweifel erhaben, abwechslungsreich und immer sofort wiederzuerkennen.
Vom Spieltechnischen her also hat der neue Rundling meine Erwartungen locker erfüllt.
Wie sieht's klangtechnisch aus? Nun, Neil Kernon (Priest, Nevermore, etc) steht als Produzent für Qualität und das hört man auch deutlich. Glasklar, druckvoll, mächtig, so knallt Ithyphallic aus den Boxen. Also wieder nix zu meckern.
Songtechnisch? Mir kommt's so vor, als wären die ägyptischen Anteile im Vergleich zu früher ein wenig angestiegen, dafür aber wesentlich organischer in die Songs eingearbeitet. Auch dafür gibt's von mir Applaus. Und wie immer wechseln sich Hochgeschwindigkeitsgeschosse ("The Essential Salts", mein persönlicher Anspieltipp) mit getragenen Stampfern ("Eat Of The Dead") ab, ein sehr atmosphärisches Instrumental ("The Infinity Of Stone") lockert die CD zusätzlich auf. Höchstnoten also auch auf diesem Gebiet.
Die Songs, der Klang und die Instrumente kommen also alle auf allerhöchstem Niveau daher, gibt es denn wirklich nichts an dem Album auszusetzen? Das Cover vielleicht? Nö, auch das gefällt mir sehr gut, irgendwie sehr stimmungsvoll.
Mangelnde Überraschungen? Na ja, ich habe ehrlich gesagt keine Überraschungen erwartet. Ich wollte eine neue Nile-CD und genau das ist sie: 100% Nile von vorne bis hinten.
Die eh schon bärenstarken Vorgänger ließen da nicht viel Raum zur Verbesserung, so dass sich Karl Sanders & Co darauf beschränkten, sinnvolle Kleinigkeiten zu verbessern. Das macht Sinn, das hat Hand und Fuß.
Nein, um mein Urteil kurz zusammenzufassen: Bisher das Death Metal-Album des Jahres, für alle anderen Combos wurde mit Ithyphallic die Messlatte ganz schön hoch gelegt, ich weiß nicht, ob da heuer noch jemand rankommt. Vielleicht Obituary oder evtl. Hate Eternal, aber auch die werden sich ganz schön strecken müssen, um nicht hiergegen abzustinken.
Höchstnote redlich verdient!

Hannes

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