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Ray Wilson - Live

Ray Wilson - Live
Stil: Alternative/Independent Rock
VÖ: 23. April 2007
Zeit: 78:32
Label: SPV
Homepage: www.raywilson.net

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1994 lief ein Werbespot für Levis auf Dauerrotation. Und jeder kann sich noch an diesen in irgendeiner Weise erinnern. Die Mädels natürlich an den Typen, der nur mit einer Levis 501 bekleidet aus dem Wasser stieg, und die Jungs an das saucoole Lied mit dem Titel "Inside". Stiltskin hieß die Band (übrigens das englische Pendant zum deutschen Rumpelstilzchen), die daraufhin quasi über Nacht bekannt wurde. Am Mikro stand ein junger schottischer Sänger, der auf den Namen Ray Wilson hört. Das Debutalbum The Mind's Eye schaffte immerhin einen ordentlichen Erfolg. Doch so schnell wie es nach oben ging, ging es auch wieder nach unten. Die Band brach auseinander.

Ray Wilson schaffte es etwas später zu einem Achtungserfolg, indem er 1997 das sogar relativ erfolgreiche (zumindest in Europa) Genesis-Album Calling All Stations eingesungen hat. Doch danach verstärkte er seine Aktivitäten im Solobereich und veröffentlichte fast schon im Jahresabstand sehr gute Alben, die in der Singer/Songwriter-Ecke verwurzelt sind. Zwischendurch fand er sogar Platz um mit seinem Bruder Steve unter dem Namen Cut das alternativ und grungig rockende Album Millionairhead einzuspielen. Bei einer Tour im Vorprogramm der Scorpions konnten sie damals ihre musikalischen Fähigkeiten vor größerem Publikum darbieten.

Im letzten Jahr reaktivierte der nimmermüde Ray Wilson den Namen Stiltskin wieder, allerdings ohne einen der Musiker von damals. War das Debutalbum noch unter den Zügeln des Gitarristen Pete Lawlor, so war She 2006 das Werk des mittlerweile 39-jährigen Sängers. Und wie es sich gehört braucht ein quasi-Comeback-Album auch eine Tour. Und wo eine Tour, da auch ein Livealbum. Da schließt sich der Kreis. Schlicht und einfach Live, so der Titel des vorliegenden Tonträgers, wurde in der Harmonie Bonn aufgenommen. Fast genau geschlagene 80 Minuten lang wurde den Anwesenden ein Kessel Buntes präsentiert. Hauptaugenmerk war logischerweise das letzte Album, das immerhin die Hälfte der insgesamt 16 Songs ausmacht. Doch die ganze Geschichte beginnt mit dem getragenen "Sunshine And Butterflies" vom Stiltskin-Debüt und geht nahtlos über in das melodiös rockende "Sarah" (Cut) und erst dann wird noch mal eine Schippe drauf gelegt um mit "Fly High" einen Song voller Ecken und Kanten, eben von diesem She Album, loszuwerden. Doch die Ballade "Constantly Reminded" gibt dem Zuhörer wieder Luft zu atmen, klingt wie ein Befreiungsschlag und ist der beste Beweis dafür, dass hier großartige Musiker am Werk sind. Allen voran Ray Wilson, der mit seiner in Whisky getränkten und bluesigen Stimme gleichzeitig eindringlich, einfühlsam als auch aufwühlend singen kann. "Gypsy" und "Another Day" (beide Cut) führen das Album zum nachdenklichen "Lemon Yellow Sun" bevor in "Taking Time" ein Stück Musikgeschichte rezitiert wird und die insgesamt fünf Musiker somit auch gleichzeitig Geschmack beweisen, die Worte "Oh Woe To You, Oh Earth And Sea..." sollte JEDER Metaller weiterführen können, egal ob bereits drölfzig Biere intus sind oder Wecken mitten in der Nacht um 4:17 Uhr angesagt ist. Sehr cool! "She", "Adolescent Breakdown" (vom Soloalbum The Next Best Thing) und "Some Of All My Fears" führen wieder hin zum Stiltskin Debüt: "Footsteps" und ja natürlich "Inside". Und auch wenn das Lied tot gespielt wurde, es wird auf immer und ewig ein geniales Lied bleiben. Mit "Fame" und "Wake Up Your Mind" springt man zurück in die Gegenwart bevor "Ghost" (wieder Cut) das Album beschließt.

Wesentlich härter und rockender präsentiert sich das Mastermind Ray Wilson als auf seinen Soloalben, was der Platte aber nur zugute kommt. Natürlich werden die Melodien auch nicht vergessen. Der Sound klingt insgesamt etwas roh und ungeschliffen, genauso wie die Songs aber dafür mindestens genauso authentisch und transparent. Dem Publikum scheint es gefallen zu haben, jedenfalls sind die Reaktionen sehr gut zu hören. Natürlich werden sich von dem Album eher die Alternativ- und Grungerockfans angesprochen fühlen, aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Songs hier wirklich klasse und abwechslungsreich sind und von daher in die Schiene "zeitlos" fallen. Hier ist jedenfalls die Bestätigung dass es ein Leben nach "Inside" gibt. Der aufgeschlossene Rockfreund kann hier nämlich ebenso fündig werden wie der Normalhörer. Ist eigentlich genauso wie vor dreizehn Jahren...

Andi

Ohne Wertung

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