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Volkstrott - Todeskunst

Volkstrott - Todeskunst
Stil: Folk Metal
VÖ: 30. März 2007
Zeit: 58:03
Label: John Silver Production
Homepage: www.volkstrott.de

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Dass man mit einer Geige und einem Dudelsack nicht zwangsläufig auf der Mittelalter Schiene unterwegs sein muss, zeigen uns Volkstrott auf ihrem Debut. Dabei genügt schon ein Blick auf das Bandphoto und die ersten Takte um zu erkennen, dass wir es hier mit einer Band aus unserer Hauptstadt zu tun haben. Das ist hier jedoch keineswegs negativ gemeint, bietet Berlin doch dieses Multikulti-Flair.
Zwar setzen sich Volkstrott in eine nicht allzu überlaufene Nische des musikalischen Geschehens, doch trieben hier auch schon andere Bands ihr "Unwesen". Grob kann man den Sound als modernen Folkmetal beschreiben, wobei hier die Betonung klar auf modern liegt. Als Vergleich sei hier einmal Brachialromantik von der Band Letzte Instanz genannt, ungefähr in die selbe Ecke zielt auch Todeskunst. Doch Volksfront (die judäische oder die von Judäa? - Kara) machen hier eine sehr gute Figur, auch wenn man beim Opener "Zu Schön" erst mal irritiert die Augenbrauen hochzieht, was am Dudelsack liegt. Nicht, dass man mich hier falsch versteht: ich mag dieses Instrument sehr. Nur ertönt dieses hier etwas zu grell, zu schrill und damit etwas zu "fiepsig". Aber das ist nur beim Opener der Fall. Sonst fügt sich der Dudelsack schön in die Songs ein. Ansonsten kann mich Todeskunst von Mal zu Mal mehr begeistern, bietet dieses Album doch jede Menge Abwechslung über die gesamte Spielzeit. Vor allem verstehen es die Berliner, Songs zu schreiben, die sich wahlweise im Beinkleid festsetzen um dort Tanzzuckungen ("Deine Welt") auszulösen oder im Nackenbereich heftiges Kopfschütteln hervorrufen ("Reißt Die Mauern Ein"). Berührungsängste irgendeiner Art scheint für die Berliner ein Fremdwort zu sein. So werden hier mal eben harte, experimentelle und tanzbare Klänge miteinander so verwoben, dass sie als Einheit erscheinen. Und mit "Scherbentanz" wagen sie ein ganz besonderes Experiment, ist der Text doch je zur Hälfte in deutscher und in türkischer Sprache gehalten. A propos Texte: bis auf das bereits erwähnte "Scherbentanz" sind alle in deutscher Sprache gehalten und zeichnen sich durch ehrliche, nachdenkliche und überzeugende Texte aus. Gerade in unserer Landessprache gehaltene Texte werden ja genauer beäugt und nicht selten können diese nicht auf Dauer bestehen. Doch Volkstrott machen hier alles richtig.
Auf der musikalischen Front haben wir hier treibende Riffs und nach vorne gerichtete Rhythmusarbeit, gepaart mit schönen Melodien, die überzeugen, jedoch nicht zu aufdringlich sind. Gerade dieses nach vorne Treibende versteht die Band. Nehmt hier als Anspieltipp "Maskenball" oder "Deine Welt", dessen Rhythmus einfach aber effektiv den Hörer in seinen Bann zieht. Geradeaus, ohne Schnörkel, einfach mitten rein. Live sorgen diese Songs mit Sicherheit für mächtig Bewegung im Auditorium. Doch auch, wenn das Tempo merklich rausgenommen wird ("Feuersbrunst") wissen Volkstrott zu überzeugen, dann wirken sie nachdenklich und zurückhaltend.
Mit diesem Debut haben Volkstrott einen wirklich guten Einstand geliefert, der Lust auf mehr macht.

Ray

5 von 6 Punkten

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