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Tommy Lee - Tommyland: The Ride

Tommy Lee - Tommyland: The Ride
Stil: Pop Metal
VÖ: 02. Dezember 2005
Zeit: 50:35
Label: SPV
Homepage: www.tommylee.tv

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Es geschieht nicht oft, dass es inhaltliche Parallelen zwischen unserem bescheidenen Magazin und einer Publikation names Celebrity gibt. Aber in der Dezember-Ausgabe findet sich Erstaunliches: nämlich eine Würdigung von Tommy Lees neuem Werk Tommyland: The Ride. Was daran Besonderes ist? Nun, Celebrity ist nicht die Haus- und Hof-Postille wütender Schwarzwurzler, nicht einmal die Gazette für Poser und Sleazer: nein, Celebrity ist eine Billigversion von Gala, der Klatsch- und Tratsch-Zeitung Nummer eins.
Dass es Tommy Lee in diese Sphären "geschafft" hat, zeigt schon deutlich, dass wir von seiner nunmehr dritten Solo-Veröffentlichung keinen Partymetal im Crüe-Stil erwarten dürfen. Ganz im Gegenteil, was uns das wandelnde Tattoo hier serviert, ist - festhalten - astreiner Pop! Nicht mehr und nicht weniger. Das klingt alles wie eine Schnittmenge zwischen Oasis, den Backstreet Boys und zahllosen Fun-Punk-College-Rock-Koryphäen.

Tommy agiert bei dieser Scheibe nicht nur als Songwriter, sondern tut sich auch noch als mehr als passabler Sänger hervor. Da könnte sich sein Kollege Vince mal was abhören. Außerdem holte sich der Drummer jede Menge Gäste an Bord, die der stilistischen Ausrichtung des Werks entsprechen: unter anderem geben sich Chad Kroeger von Nickelback, Joel Madden von Good Charlotte, der Rapper Dirty Harry und - haben wirs doch gewusst!! - Nick Carter von den Backstreet fucking Boys die Ehre. Und wisst ihr, was das Beste ist? Das ist auch noch alles verdammt gut!

From da beginning: der Opener "Good Times" verbreitet ein lupenreines Brit-Pop-Feeling, wie es die Gallagher-Brüder seit Jahren nicht mehr zu Stande bringen. Kein Wunder, dass hieraus nicht nur eine Single, sondern auch die Titelmusik zu Lees Fernsehshow Tommy Goes To College wurde. "Hello Again" liefert weitere Feelgood-Musik, bis die Nickelback-lastige Nummer "Trying To Be Me" mit Chad Kroeger am Mikro rockigere Einsprengsel verbreitet.
Einen echten Brüller liefert Lee mit "The Butler" ab: hier hören wir einen (echten oder spaßigen?) Anrufbeantworter, auf dem ein in bestem Oxford Englisch parlierender Butler erklärt, Mr Lee könne jetzt leider nicht ans Telefon; er habe irgendetwas von "two years away rocking with the Motley Crew (sic)" gemurmelt. Der Butler verspricht aber, die Nachricht weiterzugeben, sobald er die ganzen Unterwäscheteile aufgesammelt hat - "visitors do seem to be leaving a lot of those behind". Göttlich.
Spaßig geht's auch im nächsten Track "Tired" zu, in dem sich Tommy in humorvoller Weise seiner höchst öffentlichen Trennung von Baywatch-Barbie Pamela Anderson widmet: "Well Tommy got tired of Pamela/Ed got tired of Selma/Puffy got tired of JLo and Ben did too/Heff gets tired of the playboy girl/Someone's even tired of Miss Nude World/I'm just tired of you." Gewürzt mit den Good Charlotte-Zutaten in Form von Joel Madden markiert dieses Stück ein Highlight des Albums.
So geht das munter weiter, und für "Make Believe" hat Lee sogar eine Sängerin ausgegraben, die entweder verdammt nach der einzigen, himmlischen Belinda Carlisle klingt oder es sogar ist. Nachdem bei "Say Goodbye" dann tatsächlich der Seitenstraßenjunge Nick Carter drankommt (Lee hatte den Track ursprünglich für Carters Soloalbum verfasst - man glaubt's kaum), ist mit einer akustischen Fassung von "Hello Again" Schluss.

Bleibt festzuhalten: zumindest für mich hat Tommy damit eine handfeste Überraschung aus dem Hut gezogen. Zuerst macht er einfach was er will, und das ist alle andere als Metal. Vielseitig ist er, das kann ihm keiner nehmen. Und dann ist das auch noch hervorragendes Material, das jede Menge Spaß macht. Oder wie sieht das Celebrity? "Richtig netter Pop - wenn da nicht diese harten Gitarren wären, die ständig dazwischenraunzen." OK, die Welt ist also doch noch nicht ganz aus den Fugen.

Und jetzt noch zu der Frage, die Euch wahrscheinlich am meisten beschäftigt: woher kennt man als Kopfschüttler gleich diverse Glamour-Zeitungen? Leute: Gala und Celebrity sind Pflichtabos für alle, die die Dame des Herzens bei Laune halten wollen. Denn damit baut man Punkte auf, so viel kann man beim nächsten rauschenden Fest gar nicht verbrauchen. Und wer das mit den Punkten nicht kennt - der hat nix kapiert.

Holgi

4 von 6 Punkten

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