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Opeth - Ghost Reveries

Opeth - Ghost Reveries
Stil: Progressive Melodic Death Metal
VÖ: 29. August 2005
Zeit: 66:48
Label: Roadrunner Records
Homepage: www.opeth.com

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Es gibt sie doch noch: echte Ausnahmen. In einer Szene voller Traditionalisten oder Trendreitern gehen Opeth seit nun mehr 15 Jahren ihren eigenen Weg, ohne sich auch nur um die kleinste Modeerscheinung zu scheren. Seit dem grandiosen Debüt Orchid veröffentlicht die Band um Mastermind Mickael Akerfeldt Alben, die Kreativität, Komplexität, Epik sowie Kunst mit Leichtigkeit verbinden. Sie vermischt Death Metal mit Gothic, Seventies und Prog-Rock, Folk, Jazz und Klassik und erschafft sich dadurch einen faszinierenden Klangkosmos. Mit den beiden letzten Alben Deliverance und Damnation - das eine packend hart, das andere melancholisch-balladesk - lotete die Band ihre Grenzen aus und begab sich zu den Extremen, die ihre Musik umfasst. Nun tragen die Schweden mit ihrem neuesten Werk all ihre Facetten wieder unter einem Dach zusammen und legen ihr wohl ausgereiftestes Album vor.

Im Gegensatz zu den früheren Alben präsentiert sich Ghost Reveries trotz aller enthaltener Vielfalt eingängiger und ausgeglichener. Dass dabei der Anspruch zu keiner Zeit leidet, verdeutlicht die Spielzeit der einzelnen Songs. Die Hälfte der Tracks sprengt mit Leichtigkeit die zehn Minutenmarke. Die Detailverliebheit in den einzelnen Liedern zeigt sich dagegen erst nach einigen Durchläufen, begeistern können diese aber bereits mit dem ersten Hören. So ziehen die beißenden Riffs, die atmosphärischen Keys, die aggressiven Growls und die zerbrechlichen, träumerischen, beschwörenden Melodien des Openers "Ghost Of Perdition" den Hörer auf Anhieb in ihren Bann. Wem allerdings bei diesem furiosen Beginn schon der Mund offen stehen bleibt, bekommt beim folgenden "The Baying Of The Hounds" ernsthafte Probleme. Hier ist alles enthalten, womit Opeth je experimentiert haben: ruhige Passagen wechseln sich ständig mit düsteren, brachialen Parts ab, unerwartete Breaks, dunkle Stakkato Attacken und schräge Gitarrenspielereien säumen das Songbild. Eine Gratwanderung zwischen Genie und Wahnsinn, Licht und Schatten. Ebenso gestalten sich das völlig bizarre, zwischen Faszination und Verwirrung pendelnde "Beneath The Mire", das orientalisch angehauchte "Atonement" mit seinem leicht jazzigen Flair und das ebenso todtraurige wie bittersüße "Reverie / Harlequin Forest" mit diesen grandiosen zweistimmigen Gitarrenleads.

Der Akustiktrack "Hours Of Wealth" läutet im Folgenden so langsam aber sicher das unausweichliche Ende ein. Und das hat es in sich, denn mit "The Grand Conjuration" haben Opeth ihr Meisterstück abgeliefert. Traditionell und doch modern gehen die Schweden hier zu Werke und ziehen nochmals alle Register ihres Könnens. Abgehackte Riffs, ein sägender Bass, dezent eingesetzte Akustikgitarren, der minimalistische, dunkle und makabre Gesang und ein ständiger Wechsel der Tondynamik sorgen für eine permanente Gänsehaut. Das abschließende "Isolation Years" wirkt dann wie Balsam für die Seele und entlässt den Hörer zwar sanft, aber dafür umso emotionaler in die kalte Realität.

Ghost Reveries ist nicht einfach nur ein Musikalbum geworden. Vielmehr handelt es sich dabei um eine musikalische Erfahrung. Eine Erfahrung, die jeder erleben sollte und die die Klasse von Opeth in Sachen Songwriting, Stimmungsaufbau und technischer Finesse zeigt. Für mich eines der besten Alben des Jahres.

JR

6 von 6 Punkten

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