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Kino - Picture

Kino - Picture
Stil: Progressive Rock
VÖ: 28. Februar 2005
Zeit: 54:57
Label: Inside Out
Homepage: www.kinomusic.com

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"Um Mitternacht sitz' ich im Kino, um Mitternacht läuft das Spätprogramm..."! So trällerte Schlagerprinzessin Nena auf ihrem ersten Output im Jahr 1983, und was haben mich die Jungs und Mädels meiner Clique mit dieser Scheibe im Dantebad genervt. Aber für so eine Einleitung zu einer neuen Band und deren Scheibe passt es ganz gut, denn, so liebe Fangemeinde von Kings'X, den Beatles, neueren Marillion, Yes uswusf., hereinspaziert ins Kino. Also Popcorn festgehalten, Coke in den Cupholder gezirkelt und Platz genommen in der Loge des Kinosaals Eures Vertrauens.
John Mitchell hat mit seinem Namensvetter John Beck, dem Marillion-Basser Pete Trewavas und Ex-Porcupine Tree-Felldrescher Chris Maitland ein zeitloses leicht proggig angehauchtes Album eingespielt, das Euch gefallen dürfte. "Losers Day Parade" zeigt in neun Minuten alles auf, wie man eingängig und dennoch anspruchsvoll musizieren kann. Das nachfolgende "Letting Go" könnten auch Marillion nicht besser hinbekommen. Melodisch melancholisch, verspielt und trotzdem mit rockigen Vibes versehen. Prickelnd! "Telling Me To Tell You" ergäbe eine feine Singleauskopplung. Schöne Melodieführung, den eingängigen Chorus kann man gleich nach dem ersten Hörgenuss nachpfeifen. "Swimming In Women" erinnert mich am Anfang an Tubular Bells und die Verfilmung vom Exorzisten. Die Herbstblätter der Bäume fallen langsam in Zeitlupe zu Boden, die Straßen glitzern im Regen, welch' bedrohende und doch bezaubernde Stimmung dieser Song aufkommen lässt. "People" rockt nach vorne, wird aber immer wieder mit Bridges und der kopflastigen Stimme Mitchell's beflockt. "All You See" führt uns mit Pianoklängen durch eine endlos weite und karge Landschaft, deren Horizont sich nur schwer erahnen lässt. Im Chorus kommen mir wieder Marillion neueren Datums, also mit Hogarth am Mikro, in den Sinn. Gefühlvoller Song. Schön! Die restlichen Stücke präsentieren sich im ähnlich gestrickten 16:9-Format, besser gesagt Muster der Vorgänger. So fängt "Holding" zart besaitet als Ballade an, um sich nach dreieinhalb Minuten in einen Progrocker erster Klasse zu verwandeln. Das macht Spaß und wie man sieht, sind die Popcorn bereits alle, der Mund klebrig versüßt, der Platz rund um den Sessel versaut und die Coke hat auch schon der Nachbar gesoffen. Na danke, denke ich, aber halt, warten wir noch das Finale ab. Der Abschlusstrack "Picture" bildet ruhig und besonnen das Ende. Was für ein Erlebnis! Das Saallicht geht an und die Dame bittet mich höflich, jetzt doch den Platz für die nächste Vorstellung zu räumen. Schweren Herzens begebe ich mich völlig verdattert Richtung Ausgang...

Siebi

5 von 6 Punkten

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