Review
Serpents Oath - Revelation

VÖ: 24. November 2023
Zeit: 47:12
Label: Odium Records
Homepage: www.facebook.com/serpentsoath
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Wenn die Feiertage näher rücken und im Radio die üblichen Weihnachtslieder rauf und runter gespielt werden, dürstet es mich alle Jahre wieder nach einer ordentlichen Portion Black Metal. Zum Glück kann man als Rezensent diese Tage aus dem vollen Schöpfen und sich etwas Passendes heraus picken. So fiel meine Wahl auf die Band Serpents Oath, die mit Revelation ihr mittlerweile drittes Album an den Start bringt.
Ein kurzes, finsteres Intro und ab geht die Post! Wenn die Belgier mit "Blood Convent" den Feinstaub aus den letzten Ritzen der Lautsprecher pusten, reift die Erkenntnis, dass diese fünf grimmigen Gesellen keine Gefangenen nehmen. Unheilvolle Akkorde, rasende Percussions und Gitarrenwände, die dem Hörer wie Sturmböen um die Ohren peitschen, dominieren das Geschehen auf Revelation. Dabei bewegen sich Serpents Oath mit ihrer Spielart dermaßen eng an ihren skandinavischen Vettern von Dark Funeral, Marduk oder Naglfar, dass das eine oder andere Deja-Vu nicht ausgeschlossen werden kann. Wo zunächst noch die Faszination über die unbändige Energie und schiere Boshaftigkeit des Materials überwiegt, stellen sich beim fünften Kapitel in atemberaubender Hochgeschwindigkeit allerdings erste Ermüdungserscheinungen ein. Daran kann wohl auch ein kurzes Interludium nicht rütteln. Hoffnung auf eine länger andauernde Verschnaufpause keimen auf, wenn die Musiker ihren "Path Of The Serpent" mit bedrohlichen und unerwartet gemächlich inszenierten Klängen einschlagen. Aber Fehlanzeige! Denn diese Einleitung erweist sich nur als kurzer Boxenstopp, ehe der teuflische Formel-1-Bolide mit Vollgas und durchdrehenden Reifen in die nächste Runde startet.
In Sachen konsequenter Kompromisslosigkeit scheinen es die Belgier mit Marduks Everblack Panzerdivision aufnehmen zu wollen und so wird die wilde Raserei bis zum letzten Ton mit Bleifuß fortgesetzt. Das misanthropische "Gateways To Tiamat", das beinahe feierliche "Cult Of Death" und bereits erwähntes "Path Of The Serpent" können als Highlights des Drehers angeführt werden. Im Grunde liegen aber alle Songs stilistisch dermaßen eng beieinander, dass diese Selektion durchaus diskutabel ist. Ein wenig mehr Abwechslung und etwas weniger Vollgas wären tatsächlich wünschenswert gewesen und hätten gegen Ende das Deja-Vu eines Deja-Vus vermutlich vermeiden können. Fans dieser kompromisslosen Gangart kommen wohl dennoch auf ihre Kosten und können sich zudem über eine satte Produktion und ein gelungenes Artwork freuen!

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