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Sarcofago - Hate (Re-Release)

Sarcofago - Hate (Re-Release)
Stil: Proto Black Thrash
VÖ: 15. Mai 2020
Zeit: 35:00
Label: Greyhaze Records
Homepage: -

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Heiser fluchend mit dem Staubsauger die Treppe herunterfallen, während zufällig gerade die Aufnahmetaste des Kasettenrekorders gedrückt ist: Gebrüll, Gepolter und Geschepper! INRI, das Debüt der Brasilianer Sarcofago aus dem Jahr 1987 klingt ein bisschen so, wie sich deine Großmutter Metal generell vorstellt. Unerträglich für über 99% der Menschheit - einschließlich der meisten Metallica-Fans. Ein gefundenes Fressen hingegen für all jene, die finden, Celtic Frost hätten auf ewig Hellhammer bleiben sollen und alle Sodom-Alben nach Obsessed by Cruelty seien überproduzierte Kommerzkacke. Nach diesem anachronistischen Hassbatzen war eigentlich alles gesagt und Sarcofago lösten sich konsequenterweise auf. Was für eine kultige Karriere das gewesen wäre! Doch kaum zwei Jahre später kamen die angeblichen Intimfeinde von Sepultura zurück und versorgten den Metal-Untergrund bis zu ihrer erneuten Auflösung im Jahr 2000 regelmäßig mit weiteren Veröffentlichungen, allesamt konsequent frei von der musikalischer Weiterentwicklung oder dem technischem Fortschritt ihrer verhassten Konkurrenten.
Mit Hate liegt nun die Wiederveröffentlichung der 3. Sarcofago-LP aus dem Jahr 1994 vor. Der auffälligste Unterschied zum legendären Debüt: Die einst holprigen Drums hacken nunmehr derart präzise und in unmenschlicher Geschwindigkeit durch die Botanik, als sei der Schlagzeuger allein für das Abholzen des Regenwaldes verantwortlich und tatsächlich ist das Geknüppel auch unmenschlich, stammt es doch von einem Schlagzeugcomputer. Au Weia! Sakrileg, schreit da der true Satanist und vergisst womöglich, dass in den 90ern nunmal Industrial Metal Bands wie Ministry oder Fear Factory die Szene prägten, während Lars Ulrich gerade Metal doof fand und lieber Oasis hörte oder während Rob Halford mit Trent Reznor, dem Kopf der Industrial-Band Nine Inch Nails, kollaborierte und gerade Judas Priest doof fand.

Heutzutage Hate zu hassen ist ganz schön einfach. Einerseits ist die Scheibe nach wie vor tief im finstersten Untergrund verschwarzwurzelt und trampelt derart boshaft alles, was zart und schön ist, in Grund und Boden, dass es der anvisierten Zielgruppe eine diabolische Freude sein dürfte. Andererseits ist es mit dem Diabo, wie die Brasilianer den Gehörnten nennen, auch vorbei: Die (doch sehr infantile) Blasphemie von INRI ist aus den weitgehend Texten verschwunden und man konzentriert sich völlig aufs Hassen, so ganz allgemein. Also nicht mal lyrisch kommt der true Satanist noch auf seine Kosten. Dann dieser igitte Drumcomputersound, den die Truppe angesichts ihrer überschaubaren technischen Fähigkeiten auch noch einen Tick zu schnell einprogrammiert hat und sich mit dem Hinterherlärmen leicht überfordert zeigt. Gut, dass ein Re- Release nicht benotet werden muss! Denn wie sollte man sowas eigentlich bewerten? Zwischen Oberkult und unterster Schublade ist eigentlich alles denkbar. Unterhaltsamer und vor allem authentischer als die nächste totkomprimierte und computeroptimierte Plastikproduktion aus irgendeinem
skandinavischen Soundlabor ist Hate in jedem Fall.

Dr Drümmer

Ohne Wertung

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