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Konzert-Bericht

Bolt Thrower, Benediction & Fleshcrawl

Schlachthof Wels, Wels 18.01.2002

Der Schlachthof in Wels ist mir als ne ganz gute Location für solche Gigs bekannt, da die Akustik in diesem Verhau ziemlich fett ist.

Als wir um ca. 20 Uhr die Halle betraten, gings ziemlich zu. Hätt ich vorher nicht gedacht, da nicht die Überbands am Start waren. Die ersten 3 Bands (Einheimische?) haben wir schon mal versäumt (wir wussten nicht mal, dass noch andere spielen sollten), da die erste schon ab 18 Uhr ihre Instrumente gequält hat. Was soll ich von so nem Mist halten? Keine Ahnung, wer diese Bands - außer ihnen selbst - gesehen hat.

Fleshcrawl enterten die Bühne und als sie ihren ersten Song runterschwulten, hab ich das mit den Ohrenstöpseln gleich wieder vergessen, da der Sound absolut schwammig, leise und kraftlos rüberkam - also genau wie auf ihren Scheiben. Der stark Elchtod angehauchte Sound der Deutschen hat mich nicht vom Hocker gehauen. Liegt vielleicht auch daran, dass ich mit solch einem eierlosen Schwedensound nicht viel anfangen kann. Ist halt einfach nicht mit dem grindig harten US Groove Death zu vergleichen ;-)

Da waren die danach folgenden Insulaner von fuckin' Benediction schon ne ganze Ecke cooler. Ihr grindiger Death (again) ist im Laufe der ganzen Jahre zu einer brachialen Masse sehr metallischen Hardcores geworden. Und das ist der Unterschied zu vielen anderen Bands, die ihren Stil verändert und weiterentwickelt haben - Benediction waren früher klasse und sind es auch heute noch. Für mich zwar nicht die beste Band des Dreigestirns aus Britannien (Napalm, Bene und Bolt), aber über Geschmack lässt sich ja bekanntermaßen nicht streiten. Vielleicht fehlt mir auch der Sinn fürs Unwesentliche. Der Sound war bei Benediction um einiges druckvoller als bei Fleshcrawl, aber auch nicht unbedingt die Macht. An diesem Tage war wahrscheinlich irgendein Mischmeister vom Welser Musikantenstadl am Werk, anders kann ich mir das nicht erklären. Kann auch sein, dass sie das alte Proberaumequipment der austrianischen Götter Pungent Stench auf die Bühne gestellt haben. Benediction hatten überwiegend Songs ihres neuen Albums 'Organized Chaos' im Programm, die größtenteils groovten wie Sau. Spielfreude kann man ihnen auch nicht absprechen. Der neue Sänger Dave Hutton wirkte zwar manchmal wie ein verunglückter NYC Bube, seine Sache machte er aber trotzdem ganz anständig. Meinen Befürchtungen zum Trotz fügt er sich aber gut in das Gesamtkonzept ein. Die Gitarristen waren eigentlich ständig in Bewegung und ich wurde das Gefühl nicht los, dass die Band kein Bisserl ihrer früheren Spielfreude verloren hat. War augenscheinlich auch was für den guten alten Andy, da er sich doch des öfteren (öfter als mir lieb war) zu seinen vielgeliebten Posen hinreißen ließ. Der Auftritt war leider viel zu kurz ... die anschließende Umbaupause leider nicht ...

... was mich zu den heiß erwarteten Bolt Thrower bringt. Heiß erwartet deswegen, da ich sie, zu meiner Schande, noch nie live erlebt habe. Ja ... jetzt isses endlich raus ... Jahre des Darbens, Zehrens und Schweigens ... jetzt wisst ihr es. Nach einer ca. 7 1/2 - 8stündigen Umbaupause (ich sah Andy neben mir sichtlich altern ...). Das erste, was ich von meinen Kumpels hörte, war: "Wo ist die Bolt Thrower Schlampe?". Hm, notgeil, was? So toll ist sie ja auch wieder nicht. Wär mir persönlich zu burschikos. Dachte eigentlich auch, dass ihr alle schwul wäret ... egal ... Der Sound war bei Bolt auch nicht recht viel besser, zu breiig und unpräzise war die ganze Chose. Nach den ersten paar Songs musste ich feststellen, dass es eigentlich immer ein und dasselbe Liedlein war. Der Klassiker 'Laid to Waste' vom Mercenary Album wurde zwar gebracht, rausgerissen hat er den Gig aber nur bedingt. Auf Hymnen von Alben wie 'For Victory' und sogar 'Realm of Chaos' musste man auch nicht verzichten, aber so richtig zünden wollte eigentlich kein Song. Auf Pladde sind Bolt ne ganze Ecke härter. Gut, sie sind fabelhaft eingespielt, aber das allein macht noch keine gute Liveband aus. War schon in Ordnung, hatte aber mehr erwartet.

Leider waren auch hier einige Pandabären vor Ort, wobei sich mir hier eine Frage stellt: Was soll der tuntige Kram bei solch einem Gig? Bei diesem krampfhaft "eviligen" Dreinschauen geht mir wirklich'n Euro ab. Klar, ich zieh mir auch mal alte Horde, noch ältere Darkthrone und endlos alte Bathory rein ... muss ich mich aber deswegen in den Schminkutensilien meiner Freundin wälzen und meinen in meiner Stopselzeit viel geliebten Kinderfasching wieder aufleben lassen? Naja ... wurscht ist's eh ... diesbezüglich hat mich Gott nicht gerade mit Toleranzgebärden überschüttet.

Fazit: Benediction ließen die anderen Bands an diesem Abend klar die morschen Planken des Schlachthofes küssen und machten Appetit auf mehr. Mal abwarten, vielleicht geht ja mal wieder was. Die Preise am Merchandisestand waren diesmal sehr viel fanfreundlicher als bei anderen Konzerten in der letzten Zeit, dass muss ich schon sagen. 10 Euro für ein Benediction Shirt beispielsweise ... da kann man nicht meckern ...
Tom

Gast

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