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Konzert-Bericht

Blaze Bayley, Circle II Circle & Perzonal War

Ohrakel, Ingolstadt 26.06.2004

"Currently there are two big festivals going on - but you are here. You demonstrate an excellent taste in music and I thank you for being here tonight." Diese Worte richtete Blaze spät abends an die ca. 40 vor der Bühne feiernden Gestalten, die trotz Bang Your Head, trotz Tollwood und trotz Fußball-EM nach Ingolstadt gekommen waren, um das einzige Konzert von Circle II Circle, Blaze und Perzonal War in Bayern zu besuchen.

Dass die Halle an diesem Abend sehr leer bleiben würde, zeichnete sich bereits eine halbe Stunde vor Einlass ab, als gerade einmal 20 mehr oder weniger Langhaarige in kleinen Grüppchen vor'm Ohrakel standen und über die Leistung der deutschen Nationalmannschaft in Portugal diskutierten. Dementsprechend lange Gesichter waren dann auch bei den Veranstaltern von HitThat zu sehen, die sich trotz des ungünstigen Termins mehr erwartet haben und auch mehr verdient gehabt hätten. Eine weitere Person, die keinen guten Abend haben sollte, war die junge Dame am Merchandisestand - was bei Preisen von 18 Euro für eine CD und 22 für ein Shirt aber keinen wundern darf. Also beschloss ich mein Geld anderweitig anzulegen, suchte mir mit meiner Hopfenkaltschale im stilechten Plastikbecher ein Plätzchen unter der Lüftung und harrte der Dinge die da kommen sollten.

Zehn Minuten vor dem eigentlichen Start begannen Perzonal War relativ unvermittelt mit ihrem Set und hatten die undankbare Aufgabe Stimmung unter den wenigen Interessierten zu verbreiten. Der Vierer legte sich von Anfang an ins Zeug und versuchte die versprengten Besucher vor die Bühne zu locken, was ihnen aber nicht so recht gelingen wollte. Nach zwei schnellen, thrashigen Songs, wechselten die Jungs auf die melodische Schiene und spielten eine Reihe ruhigere, an Rage erinnernde Lieder. Hier stieg auch die Zahl der Banger vor der Bühne an und es kam ansatzweise so etwas wie Konzertstimmung auf. Zum Abschluss des halbstündigen Sets wurde das Gaspedal noch einmal durchgetreten. Ein klassischer Thrashsong, bei dem man jederzeit erwartete, dass James Hetfield auf die Bühne stürmt um ein "Battery" in die Menge zu schmettern, bildete den Abschluss einer guten Show. Ihre Stärken haben Perzonal War eindeutig in den langsameren Stücken, da vor allem hier die vielseitige Stimme des Sängers erst richtig zum Tragen kommt. Fans von Rage sei diese Band ans Herz gelegt.

Danach musste ich eine halbe Stunde ausharren, bevor der Hauptgrund meines Besuches die Bühne betrat: Circle II Circle. Von Zak Stevens nach dessen Ausstieg bei Savatage ins Leben gerufen, spielte die Band mit Watching In Silence ein mitreißendes Heavy Metal Album ein, bei dem der Ausnahmesänger die Möglichkeit nutzte aus dem eng gesteckten Rahmen auszubrechen, der ihm bei Savatage auferlegt war. Dass er es beherrscht, diese Freiheiten auch auf der Bühne umzusetzen, bewies Zak Stevens an diesem Abend. Schon der Opener des Sets lies alle Fans von Savatage aufhorchen und beförderte sie auf Wolke Sieben. Einflüsse seiner alten Band, progressive Elemente und die einzigartige Stimme Zaks verbanden sich zu einem Sound, der besser, frischer und lebendiger klingt als alles, was Savatage seit dem Klassiker "Edge Of Thorns" je aufgenommen haben. Auch die folgenden Stücke erinnerten an die Band aus Florida, übertrafen diese an Spielfreude und Originalität aber bei weitem. Und als dann mit "One Child" ein wahrer Klassiker aus dem Savatage Programm durch die PA gejagt wurde, hatten die Amis endgültig gewonnen. Die wenigen Gäste versammelten sich vor der Bühne, feierten zusammen mit Zak und seinen Jungs und sorgten so für eine sehr intensive Stimmung, die bis zum Ende des Gigs anhielt. Neben Liedern von ihrem Erstling spielte die Band noch eine Reihe alter Savatage Stücke sowie Material von ihrem neuen, bis dato noch nicht veröffentlichtem Album und deckte damit die Bedürfnisse aller Besucher ab. Leider vergingen die 70 Minuten viel zu schnell und man musste sich von den genialen Melodien und der einzigartigen Stimme verabschieden (natürlich nicht ohne einen - für 40 Leute sehr lauten - Applaus).

Die Headlinerrolle des Abends durfte der ehemalige Wolfsbane und Iron Maiden Sänger Blaze einnehmen. Die Livequalitäten dieses Energiebündels sind mittlerweile ja schon fast legendär, aber kann er diese auch vor einer kleinen Menge ausspielen? Gewohnt agil, bebrillt und mit Stoffmützchen stürmte er die Bühne und legte mit dem Opener seines aktuellen Albums los. Von der leeren Halle ließ er sich keineswegs beeinflussen, sonder agierte, als ob er noch die Balingenmenge des Vortages vor sich hätte. Er suchte ständig den Kontakt zum Publikum, animierte dieses zum Mitmachen und hatte sichtlich Spaß an diesem Auftritt. Die restlichen Musiker ließen sich von ihrem Frontmann anstacheln und nutzten die gesamte Bühne für ihre Spielchen. Bei der Songauswahl stand dieses Mal das neue Album Blood And Belief im Vordergrund, doch auch die alten Stücke wurden bedient. So fanden sich neben "Stare At The Sun" und "Silicon Messiah" noch einige andere Klassiker auf der Setlist. Ohne weiter um den heißen Brei herum reden zu wollen: Blaze muss man live erlebt haben, denn diese Atmosphäre ist schwer in Worte zu fassen. Bei diesen Shows kann nicht einmal der Duracel Hase mithalten. Spaß und gute Laune pur.

Fassen wir den Abend kurz zusammen: 40 zahlende und lebhafte Besucher + 3 wirklich gute Bands, die sich von der geringen Resonanz nicht irritieren ließen + billiges, gutes Bier (bei uns gibtÂ’s den Gerstensaft noch in 0,5l Bechern, gell Scheffe :-)) = ein rundum gelungener Abend mit einer bombigen Stimmung. Two thumbs way up!

Setlist Perzonal War:
Time Of Lies
My Secret
Devil In My Neck
Burning
Symbols
From Within
Open My World
Born
Setlist Circle II Circle:
Out Of Reach
Lies
The Circle
One Child
Sea Of White
Turns To Me
Watching In Silence
Cobras
Edge Of Thorns
Face To Face
Forgiven
Into The Wind
Follow

Setlist Blaze:
Alive
Kill And Destroy
Silicon Messiah
Ten Seconds
Ghost In The Machine
Blood And Belief
The Launch
Futureal
Stare At The Sun
Will To Win
Identity
Tearing Myself To Pieces
The Tenth Dimension
Man On The Edge

JR

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