8 Headbänga online
06.12.2021 Finntroll
06.12.2021 The Rumjacks
06.12.2021 Thy Art Is Murder
07.12.2021 The Brew
08.12.2021 Borknagar
08.12.2021 Beast In Black
Reviews (10285)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Gojira

Interview:
Anneke Van Giersbergen

Live-Bericht:
Kreator

Video:
Helloween
RSS RSS
Atom Atom
 

Festival-Bericht

Summer Breeze

mit Kreator, In Extremo, Amon Amarth, Megadeth, Obituary, Life Of Agony, Devin Townsend, Sonata Arctica, Gorguts, Sacred Reich, Crowbar, Possessed, Havok, Overkill, Dark Tranquillity, Asphyx & Tiamat

Flugplatz Sinbronn, Dinkelsbühl 16. - 19.08.2017

Samstag, 19.08.2017
Zur fortgeschrittener Tageszeit darf mächtig gemosht werden, denn Havok aus Denver, Colorado betreten die Bühne. Die Jungs legen mächtig los und sorgen so bei ihren Hardcore-Fans für rotierende Mähnen und gereckte Fäuste. Überhaupt hat nicht nur das Publikum Spaß bei den kompetent und pfeilschnell vorgetragenen Thrash Granaten, sonder auch die Band hat auf der Bühne viel Spaß in den Backen. Leider bleibt das Häufchen Headbänger vor der Bühne recht überschaubar, aber Havok geben dennoch alles und ermuntern alle Anwesenden den ganzen Fake-News-Irrsinn zu ignorieren und den eigenen Verstand walten zu lassen. Großartiger Auftritt einer authentischen Band, der deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt hätte.

Overkill waren und sind immer noch eine Macht, was beim Summer Breeze mal wieder eindeutig demonstriert wurde. Sobald die ersten Töne durch die PA geblasen werden und die Band auf der Bühne erscheint, gibt es kein Halten mehr. Ist auch kein Wunder, wenn man Kracher wie "Mean Green Killing Machine", "Electric Rattlesnake" oder die Hymne "In Union We Stand" im Gepäck hat. Band und Publikum sind agil und feiern einfach ein großartige Party, die im obligatorischen und finalen "Fuck You" mündet, bei dem Blitz und Publikum ein fulminantes Wechselspiel abliefern. Auch im fortgeschrittenen Alter können Overkill nach wie vor absolut überzeugen und zeigen so manchem Nachwuchsthrasher, wo der Hammer hängt.

Wenn seine Band einen Auftritt absolviert, dann ist garantiert, dass er mit einem ultra-breiten Grinsen auf der Bühne steht und den Kontakt zum Publikum sucht, wie kaum ein zweiter: Mikael Stanne und Dark Tranquillity. Und wenn dann noch so viele Zuschauer die Godfathers of swedisch Death Metal sehen wollen, dann ist er kaum noch einzubremsen. Hin und her geht es auf der Bühne und dazu liefert Mikael eine satte Sangesleistung. Imposant, dass der Gute konditionell so auf der Höhe ist. Ganz nebenbei servieren die Schweden feinsten Melodic Death Metal, den das Publikum wie ein Schwamm aufsaugt. Egal, ob es der Titeltrack des aktuellen Albums Atoma ist, "The Treason Wall", "Final Resistance" oder "Therein" die Stimmung auf und vor der Bühne ist absolut großartig und steigert sich von Minute zu Minute. Da stören die Videosequenzen im Hintergrund fast ein wenig, da sie dann doch irgendwo von der eigentlichen Show ablenken. Am Ende verabschieden sich Dark Tranquillity mit dem Smasher "Misery‘s Crown", bei dem sich Mikael als Crowdsurfer betätigt und vom Publikum zu den Boxentürmen und wieder zurück getragen wird, was nicht nur ihm, sondern auch allen Anwesenden ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.

Asphyx muss man einfach sehen, denn die Tulpendeath gehören mit Sicherheit zu den Sympathieträgern schlechthin, gerade was ihren Fronter Martin van Drunen betrifft. Selbiger ist extrem gut aufgelegt und sucht schon vor dem Gig den Kontakt zum Publikum, dass anschließend bei den unbarmherzigen Dampfwalzen kaum zu bremsen ist. Aber wer will sich schon bremsen, wenn es lecker Asphyx-Futter zu verdauen gilt. Nein, da wird der Propeller angeworfen und die Faust in den sich verfinsternden Himmel gereckt. Und so darf der Death Metal Gourmet sich über saftige Happen der Marke "Vermin", "Death The Brutal Way", "Deathhammer" oder die beiden Bandhymnen "The Rack" und "Last One On Earth" freuen, mit denen sich Asphyx in den verdienten Feierabend verabschieden.

Tiamat gelten als Pioniere ihrer Musik, wobei viele dem Wandel von Johan Edlund und Co. nur bedingt folgen konnten. Nach den rohen Erstlingswerken gilt Wildhoney wohl als ihr Meisterstück, das auch über 20 Jahre nach seiner Veröffentlichung nichts an seiner Faszination verloren hat. Entsprechend gespannt darf man sein, wenn Tiamat eben diesen Bandklassiker in voller Länge auf die Bühne bringen. Beim guten Johan merkt man während des Gigs dann doch ganz deutlich, dass er inzwischen musikalisch in gänzlich anderen Sphären schwebt, aber dennoch schafft er es mit seinen Sidekicks die Magie von Wildhoney voll auf die Bühne zu bringen. Hypnotisch wabern die Klangteppiche durch die laue Sommerluft, deftig wirken die härteren Töne und dennoch klingt alles wie aus einem Guss. Das Publikum ist fasziniert und freut sich über die intensive Show, die mit dem Kracher "The Sleeping Beauty" beendet wird, für den Tiamat nochmal extra Applaus ernten.

Am Ende bleibt wieder ein extrem gelungenes Festival, bei dem es mit der veränderten Bühnensituation einige Überraschungen gab. Das fehlen des Zeltes der T-Stage macht sich dabei gerade bei erhöhter Luftfeuchtigkeit negativ bemerkbar, die Zusammenfassung der beiden Bühne Main und Pain zu einer einzigen rotierenden Bühne stößt zumindest bei mir auf wenig Gegenliebe. Vor allem dem abgeschlossenen Bereich direkt vor der Bühne kann, der nur von einer Seite aus betreten und über die gegenüberliegende Seite verlassen werden kann, kann ich nur wenig abgewinnen. Bleibt abzuwarten ob sich das Konzept in der Zukunft bewährt. Als positiv dagegen ist sicherlich das Bühnenbild an sich zu sehen, mächtig und beeindruckend war. Man darf sich auf das kommende Jahr freuen mit hoffentlich dem gleichen entspannten Publikum und der wie immer ausgezeichneten Organisation. Herzlichen Glückwunsch!

Lord Obirah

Vorherige Seite123

Zur Übersicht
Zur Hauptseite
Werbung:


© www.heavyhardes.de