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Festival-Bericht

Wacken Open Air

mit Judas Priest, Sabaton, Running Wild, Uli Jon Roth, Europe, Alkbottle, U.D.O., In Extremo, Noctiferia, Dark Tranquillity, Rob Zombie, Ye Banished Privateers, Savatage, Trans-Siberian Orchestra, Blechblos'n, Epica, Ensiferum, The Quireboys, Da Rocka & Da Waitler, Falconer, Sepultura, Kvelertak, Anaal Nathrakh, Thyrfing, MegaBosch, Black Label Society, Samael, In Flames, Cultus Ferox, Within Temptation, Khold, Kataklysm, Powerwolf, Avatar (SWE), Amorphis, Biohazard, Rock Meets Classic, Bloodbath, Cannibal Corpse, Sabaton, Celtica & Exumer

Festivalgelände Wacken, Wacken 30.07. - 01.08.2015

(Fotogalerien: Woa20!% , Woa2015 )

Wann immer ich gefragt wurde, wie das wohl so ist, wenn es auf einem Festival wie dem Wacken:Open:Air andauernd regnet, habe ich gesagt, dass es wegen des starken Windes im Norden meistens eh nur kurze Schauer gibt. Seit 2015 weiß ich, dass das nicht stimmt...

Mittwoch, 29.07.2015

Die Anreise von Bayern nach Schleswig-Holstein verläuft in diesem Jahr ungewöhnlich reibungslos und völlig staufrei bis hinein in die Ortschaft. Dennoch haben wir ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengegend. Als wir das Ortsschild passieren, regnet es zwar nicht, doch in den letzten beiden Tagen hatte der Himmel über Norddeutschland seine Schleusen geöffnet und das Festivalgelände wurde überspült. Über ihre Internetseite riefen die Veranstalter bereits dazu auf, nach Möglichkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen, und bereiteten die Besucher darauf vor, dass etliche Zeltplätze auf Grund der Bodenverhältnisse für PKWs gesperrt sein werden.

Umso glücklicher stellen wir fest, dass unser neues Zuhause für die nächsten Tage noch immer eine grüne Wiese ist. Da man am Horizont die nächste Sturmfrost aber bereits in dicken schwarzen Wolken heranrollen sieht, beeilen wir uns mit dem Aufbau unserer Zelte und des Pavillons, den wir nach Anweisung eines Ordners aus Platzmangel eigentlich gar nicht hätten aufbauen dürfen. Aber daran hält sich hier weit und breit ohnehin niemand. Pünktlich zum Einschlag des letzten Herings für besagten Pavillon fängt es dann auch an zu regnen und will einfach nicht mehr aufhören. Wir - das sind in diesem Jahr übrigens ein weiteres Mal die heavyhardes-Schreiberlinge Ray und Dagger mit Unterstützung von Katarzyna - nutzen die Zeit zum Grillen und das Anzapfen unseres mitgebrachten Fassl Bieres, was uns trotz miesem Wetter ein paar ruhige Stunden beschert, um uns von der langen Anreise etwas zu erholen. Unterdessen ist die Zufahrt zu unserem Zeltplatz bereits dermaßen verschlammt, dass kaum noch ein PKW ohne die Hilfe eines Traktors an einen Stellplatz gelangt und einige Zelte in ungünstig gelegenen Geländemulden regelrecht absaufen.

21:00 Uhr: der Regen hat etwas nachgelassen, drum entschließen wir uns, den langen Marsch zum Festivalgelände anzutreten. Der Shuttle-Bus von unserem Zeltplatz dorthin fährt heute nämlich nicht, der direkte Weg ist als Sanitätszufahrt gesperrt und so bleibt uns nur der Gang in weitem Bogen durch die scheinbar endlosen Campinggründe des Wacken:Open:Air. Das Chaos scheint hier perfekt zu sein. Die Zelte stehen so dicht gedrängt, dass man außerhalb der Verkehrswege kaum vorankommt. Leider steht ausgerechnet auf den vorgesehenen Erschließungswegen der Schlamm mittlerweile bis zu dreißig Zentimeter tief, sodass ein Vorwärtskommen zum reinen Kraftakt wird. Zu allem Überfluss fängt es nun - auf etwa halber Strecke - noch so richtig an zu kübeln, so dass wir binnen von Minuten bis auf die Unterwäsche durchnässt sind. Als unser Ray dann auch noch im Morast stecken bleibt, gebietet ihm seine Selbstaufopferung (geht nur, ohne mich könnt ihr es schaffen!!! - Ray) uns weiter zu schicken. Ohne ihn können wir es vielleicht bis zum Bullhead City Circus, wo heute die ersten Bands zu sehen sind, schaffen. Nicht lange gezögert, zu zweit geht es weiter und nach scheinbar endloser Odyssee durch Pfützen, Sümpfe und Seen, an Bauzäune gekrallt und vorbei an Zeltruinen haben wir das Ziel endlich erreicht. Dennoch begeben wir uns nicht sofort zum riesigen Zelt namens Bullhead City Circus, wo die W:E:T Stage und die Headbangers Stage untergebracht sind, sondern erkunden bei weiterhin strömendem Regen die Wacken Plaza, die man so menschenleer in den letzten Jahren selten erleben durfte. Noch nasser können wir schließlich nicht werden.

Als wir dann um etwa 22:15 Uhr den proppenvollen Bullhead City Circus betreten, gräbt Uli Jon Roth die alten Klassiker seiner früheren Band, den Scorpions, aus und bereichert Stücke wie "In Trance", "Fly To The Rainbow" oder "Virgin Killer" mit manch brillantem, aber auch manch nervtötendem Gitarren-Solo. Die Stimmung im Zelt ist trotzdem prima, schließlich haben die Scorpions selbst solch alte Schinken wie "Sun In My Hands" oder "The Sails Of Charon" längst nicht mehr in ihrem Live-Programm. Nach einer instrumental aufgeblasenen Version von "Dark Lady" hat Saitenhexer Uli Jon Roth dann erstmal fertig und wir begeben uns zur Nachbarbühne, wo nun Europe als Headliner des heutigen Abends von Tausenden erwartet werden.
(Dagger)

Die eigentlich nur etwa 15-minütige Wartezeit zwischen beiden Acts gerät zur gefühlten Ewigkeit. Immer mehr Metalheads drängen in das überfüllte Zelt und zudem kriecht die aufziehende Kälte der Nacht immer tiefer in unsere durchnässten Klamotten. Die Schweden, die bekanntlich das wohl berühmteste Keyboard-Riff der 1980er Jahre geschrieben haben, starten mit Power und dickem Groove in ihr Set. "War Of Kings" lautet der Auftakt vom aktuellen, gleichnamigen Album und zeigt eine zeitgemäße und schlagkräftige Rockband, deren Fronter Joey Tempest in Sachen Haarschnitt und Outfit allerdings doch ein wenig in den 80ern stecken geblieben ist. Für einige Songs bleiben wir noch, dann ordnet uns die Kälte den Rückzug an. Draußen müssen wir feststellen, dass die Security den Einlass zum Konzert wegen Überfüllung gestoppt hat. Zu Dutzenden stehen nun die armen Teufel im nach wie vor strömenden Regen und warten darauf, in kleinen Grüppchen doch irgendwann hinein gelassen zu werden. Wir waten unterdessen zurück in Richtung Basiscamp, vorbei an jenem Schlammloch, wo wir vor ein paar Stunden unseren Gefährten zurück lassen mussten. Kurz vor dem Ziel trägt der kalte Wind Europes finalen Countdown zu uns herüber. Hoffentlich behält der Wetterdienst Recht und die nächsten Tage werden etwas besser!
(Dagger)

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