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Konzert-Bericht

Bullet, Striker & Stallion

Backstage, München 20.09.2014

(Fotogalerie)

Selten kommt es vor, dass drei Bands nahezu gleichzeitig neue Platten veröffentlichen, die sämtlichst die Chance haben, am Ende des Jahres in diversen Top Ten-Listen zu landen, und dass jene drei, um ihre neuesten Werke zu promoten, dazu zusammen auf Europa-Tournee gehen. So jedoch im Falle von Bullet (Storm Of Blades erschien am 3.9.), Striker (City Of Gold kam am 29.8. raus) und Stallion (Rise And Ride liegt seit dem 12.9. in den Plattenläden). Die Jungs aus Schweden, Kanada und dem Allgäu sind seit geraumer Zeit miteinander befreundet und haben von daher das Tourpackage selbst zusammengestellt. Wenn auch Bullet und Striker nun schon etliche Jahre lang Wertarbeit abliefern, Stallion dagegen allerorts als eines der heißesten neuen Eisen aus deutschen Landen bezeichnet werden, sind alle drei doch noch tief im Traditional Metal Underground verwurzelt. So durfte man sich auf einen echten Heavy Metal-Abend im Backstage (Halle) freuen, der die im Vorfeld aufkommenden Erwartungen keinesfalls enttäuschte.

Aufgrund verschiedenster Anreisekomplikationen, die dem Aufkommen an in Lederhosen und Dirndl gewandeten Menschenmassen geschuldet war - erster Tag der Wiesn -, verpassten wir bedauerlicherweise die ersten Songs von Stallion. Doch was die beiden Gründungsmitglieder Sänger Paul und Multiinstrumentalist Axl zusammen mit ihren neuen Mitstreitern auf die Bretter brachten, war für einen Combo so jungen Alters schlichtweg außergewöhnlich. In seinen rot-weiß-gestreiften Spandexhosen, mit Stirnband und gehörig Lidschatten repräsentierte Frontderwisch Paul allein schon optisch, wofür Stallion stehen: eine meines Erachtens höchst originelle Mischung aus Speed- und Traditional Heavy Metal, garniert mit Sleaze- und Glam-Verweisen, wobei der hartmetallische Anteil dominiert. Obwohl Stallion schon auf dem Metal Assault Anfang des Jahres und auf dem Keep It True abräumen konnten, wirkte die Band noch einen Tick eingespielter und tighter.

Stallion

Die Songs von Rise And Ride "Watch Out" und "Wooden Horse", das zum ersten Mal live dargeboten wurde, funktionierten live ganz hervorragend, wobei Stallion nicht zuletzt durch ihren ausgeprägten Bewegungsdrang schnell Energien in den knapp 200 Anwesenden frei setzen konnten, mitzumoshen und die Stücke entsprechend abzufeiern. Als Höhepunkte des Sets erwiesen sich das angesleazte "Give It To Me", das in meinem Fall stets Assoziationen zu W.A.S.P. in deren Last Command-Phase wach ruft, und die Übernummer von der Mounting The World-EP "Canandian Steele". Letztere beinhaltet die Textzeile "Full speed or no speed", was aller Wahrscheinlichkeit nach auch als Hommage an die im Billing folgende Band gewertet werden kann, trägt doch ein Track der Debutscheibe von Striker denselben Namen. Wenn es Stallion gelingt, diese Power, Spielfreude und Originalität zu behalten und weiterhin so starke Songs aus dem Ärmel zu schütteln, dürfte man dieses Jahr den Anfang einer richtig großen Karriere gesehen haben. Nicht wenig erinnert an die rohe Energie, die die Scorpions der 80er inne hatten, und den hohen Entertainment-Faktor der frühen Van Halen.

Striker sind eine Ausnahmeband! Punkt! Es ist mir ein Rätsel, warum die Mannen aus Edmonton hierzulande noch keine größere Aufmerksamkeit erhaschen konnten. Auch nach dem Ausstieg von Ian Sandercock und Dave Arnold, die durch Timothy Brown, den Bruder von Drum-Wunder Adam, und Wild Bill, einen alten Bekannten der Band, ersetzt wurden, zockt hier ein Quintett herausragender, junger Musiker eine Version von Speed- meets Heavy Metal, die ihres gleichen sucht. Das Tempo der einzelnen Stücke ist deutlich höher als noch bei Stallion, trotzdem bleiben die Hooks und Melodien solcher Songs wie "Crossroads" und "City Of Gold" vom neuen Album oder vor allem "Let It Burn", "Fight For Your Life" und "All For One" vom Vorgänger Armed To The Teeth (2012) sogleich im Ohr. Das hauptsächlich aus Kuttenträgern und Diehards aller Altersklassen bestehende Publikum dankte es den sympathischen Kanadiern rund um Gitarrero Chris Segger und Sänger Dan Cleary, der einmal mehr seine Extraklasse unter Beweis stellen konnte, in Form frenetischer Beifallsbekundungen und kleiner Moshpits.

Striker

Leider war nach zehn Stücken schon wieder Schluss, wobei alle langjährigen Fans der Band am Ende noch auf ihre Kosten kamen, als Striker mit "Full Speed Or No Speed", den (überraschenderweise) einzigen Track vom Eyes In The Night-Album zockten, und gar als Abschluss "The Keg That Crushed New York" vom Roadwarrior-Demo abfeuerten. Großartiger Auftritt! Jedem, der auf unverfälschten High Speed Metal mit hohem Melodieanteil steht, sei die neue Scheibe City Of Gold wärmstens ans Herz gelegt.

Nach diesen beiden Steilvorlagen mussten die Schweden Bullet schon so einiges auffahren, um den Energiepegel im Publikum nicht absacken zu lassen, doch Sänger Dag Hell Hofer, anfangs mit Bono-Gedächtnis-Sonnenbrille ausgestattet und in seine typische Mönchskutte gewandet, Bassman und Laufwunder auf der Bühne Adam Hector und Co. meisterten diese Aufgabe mit Bravour.

Bullet

Wenn auch die Showeffekte (Kreissäge, Riesenamboss und gesichtsloser darauf hämmernder Mönch, Hofer nachempfundener sprechender Puppenkopf, der aus dem Marshall-Verstärker wie der sprichwörtliche Kai aus der Kiste kam) ihren Teil zum hohen Unterhaltungswert der Show beitrugen, so waren es letztlich doch die Songs, die das Publikum in ihren Bann zogen, vorgetragen von einer durch hunderte von Gigs bestens eingespielten Band und einem Frontmann in Hochform. Bullet hatten als Headliner des Abends deutlich mehr Spielzeit als die anderen beiden Acts, welche genutzt wurde, um die Hits aus allen Schaffensphasen zu einem tollen Set zusammen zu stellen und so die Party am Laufen zu halten. Als Highlights dürfen ohne Frage "Rush Hour" (von Full Pull, 2012), der Uptempokracher "Stay Wild" (von Highway Pirates, 2011) oder "Turn It Up Loud" (vom Debut Heading For The Top, 2006) bezeichnet werden, wobei Bullet jedoch den Akzent auf das neue Material von Storm Of Blades legten. Vor allem "Hammer Down", der Ohrwurm "Hawk Eyes" und "Riding High" blieben davon in Erinnerung. Am Ende des regulären Sets durften sich die Anwesenden selbstredend über die Balingen-Hymne "Bang Your Head" freuen und da als Zugaben noch "The Rebels Return" und "Bite The Bullet" folgten, muss von Vollbedienung im Bullet-Style gesprochen werden.

Bullet

Selten kommt es vor, dass am Ende eines Konzertabends gleichermaßen über alle Bands gesprochen wird, die da live aufgespielt hatten, und ohne Einschränkungen schon alleine für sich den Besuch wert gewesen wären. Dieses Triple bot zusammen allerbeste Unterhaltung. Alle drei Acts wussten auf die je eigene Art und Weise zu überzeugen und ich bin mir sicher, dass Bullet, Striker und Stallion uns in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten werden. Denkwürdiger Event!

Setlist Stallion:
Rise And Ride
Wild Stallions
Killing Time
Wooden Horse
Give It To Me
Watch Out
Canadian Steele

Setlist Striker:
Underground
Let It Burn
City Of Gold
Fight For Your Life
Crossroads
Lethal Force
All For One
Start Again
Full Speed Or No Speed
The Keg That Crushed New York

Setlist Bullet:
Storm Of Blades
Riding High
Tornado
Heading For The Top
Rolling Home
Rush Hour
Turn It Up Loud
Dusk Til Dawn
Hawk Eyes
This One's For You
Dr. Phibes
Hammer Down
Stay Wild
Run With The Hunted
Bang Your Head
---
The Rebels Return
Bite The Bullet

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