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Festival-Bericht

Out & Loud

mit Blind Guardian, Amon Amarth, Moonspell, Ensiferum, Hail Of Bullets, Thyrfing, Vader, Arven, Arkona (Rus), Milking The Goatmachine, Majesty, Gloryful, Arcturon, Dust Bolt & Sasquatch

Eventhalle Strohofer Geiselwind, Geiselwind 31.05.2014

(Fotogalerien: OutAndLoud2014 )

Aus Raider wurde Twix und das Beastival heißt nun Out & Loud. Was letztes Jahr in Geiselwind geboren wurde und mit einem gewaltigen Line-Up den Parkplatz vor Strohofers Eventzentrum zum Beben brachte, geht nun also unter neuem Namen in die zweite Runde!
Auch dieses Jahr geben sich allerhand namhafte Acts die Klinke in die Hand und rocken von Donnerstag bis Samstag das kleine Örtchen an der A3 zwischen Nürnberg und Würzburg.

Aus Ermangelung eines Brückentages am Freitag - am Donnerstag ist ja Christi Himmelfahrt - musste ich mich jedoch entscheiden, welcher Tag wohl der beste für einen Besuch ist. Da fiel die Wahl schließlich auf den Samstag, denn Powerwolf und Die Apokalyptischen Reiter, die beide am Donnerstag als Headliner gelistet sind, können (aus meiner bescheidenen Sicht) nämlich nicht anstinken gegen Blind Guardian und Amon Amarth. Auch das Wetter macht die Entscheidung leicht. Nach einem völlig verregneten Donnerstag und einem durchwachsenen, aber eiskalten Freitag haben wir heute mit ca. 20°C aller feinstes Festivalwetter gemeldet!

Zeltplatz

Das Gelände hat sich nicht wesentlich geändert. Die Campingplätze liegen idyllisch zwischen den angrenzenden Wäldchen. Geparkt werden darf hier allerdings nicht. Dafür wäre das Gelände auch viel zu hügelig. Ausnahmen gibt es für Kleinbusse und Trailer, für die gesonderte Bereiche reserviert sind. Eines ist heuer allerdings neu: es gibt eine weitere Bühne, also insgesamt drei. Die Mainstage, eine mittelgroße Open-Air-Bühne, befindet sich wieder auf dem Parkplatz vor der Eventhalle, in der Halle selbst findet man die Indoor Stage und in einer LKW-Garage gleich daneben wurde die neue Newcomer Stage errichtet. Innerhalb weniger als fünf Minuten kann man zwischen den drei Bühnen hin und her wechseln. Das ist auch wichtig! Denn das Out & Loud folgt einem straffen Zeitplan! Der letzte Ton der einen Band ist zugleich der erste Ton der nächsten Band auf einer anderen Bühne. Die Indoor Stage und die Newcomer Stage werden dabei jeweils gleichzeitig bespielt - Soundüberschneidungen der einzelnen Schauplätze können somit ausgeschlossen werden.

Sasquatch

Soviel zur Organisation. Also ab ins Getümmel! Diesen letzten Festivaltag eröffnen dürfen die Würzburger Sasquatch um 12:20 Uhr auf der Mainstage. Die Unterfranken bauen ihren Death Metal auf einem dicken Fundament aus Groove und können mit ihren eingängigen Nummern, deren markantestes Merkmal wohl die Pig Screams des Frontmannes sind, gleich etliche bereits ausgeschlafene Headbanger vor der Bühne versammeln. Sie haben hier ja so etwas wie ein Heimspiel und daher bestimmt eine gute Anzahl loyaler Fans mit im Gepäck. Dass man zu so früher Stunde bereits einen ganz ordentlichen Circle Pit und sogar eine kleine Wall Of Death zu sehen bekommt, ist aber doch erstaunlich. Hut ab! Sowohl vor der Band, als auch vor ihren Fans!

Ich nutze nun die Zeit, mich nach einem Mittagessen umzusehen. Die Anzahl an Ständen, nicht nur für die Essensausgabe, sondern insbesondere derer mit Merchandise-Artikeln, hat sich im Vergleich zum letzten Jahr gefühlt verdoppelt. Hunger leiden muss also niemand und auch sonst lassen sich hier die hart verdienten Kröten ganz gut auf den Kopf hauen. Wer im Übrigen auf die kulinarischen Köstlichkeiten der klassischen Festivalstände keinen Bock hat, der findet fußläufig locker zu erreichen gleich drei Fastfood-Ketten quasi vor der Haustür. Darüber hinaus gibt es in der Eventhalle auch noch eine Kantine mit schöner Auswahl.

Mit frisch gefülltem Magen (die fränkische Bratwurst hat das Rennen gemacht) locken mich die Thrasher Dust Bolt zurück vor die Mainstage. Die jungen Musiker aus Landsberg am Lech verstehen ihr Fach! Was man hier zu hören bekommt, gefällt nicht nur mir, die Schaulustigen vor der Bühne haben sich mittlerweile verdoppelt und gehen ganz gut mit. Schade, dass ich gerade einmal die letzten Songs der bayerischen Schwaben mitbekomme. Diese Truppe muss man im Auge behalten!

Arcturon

Gleich im Anschluss, es ist mittlerweile 14:00 Uhr, bin ich doch brennend gespannt auf die Darbietung der jungen Band Arcturon auf der Newcomer Stage. Die Schweizer hatten mich mit ihrem 2011er Debüt The Eight Thorns Conflict bereits am Haken und nun gibt es ja auch noch dessen Nachfolger An Old Storm Brewing zu hören. Das Potential der Band hat sich offenbar herumgesprochen, denn vor der Bühne haben sich bereits etliche Headbanger versammelt und es werden mehr. Alle Musiker bewegen sich recht agil auf ihrem überschaubaren Podium, beinahe theatralisch präsentiert der Herr am Mikro die Songs von beiden Alben und steigert sich ganz ordentlich in seinen Job als Brüllwürfel hinein. Die stimmungsvoll ausgeleuchtete Bühne (insofern das um diese Uhrzeit möglich ist) passt ebenfalls ganz gut zum endzeitlichen Melodic-Death der Truppe, so dass man definitiv von einem gelungenen Auftritt sprechen kann.

Eine gute Stimmung herrscht zeitgleich auch auf und vor der Indoor Stage, wo ich gegen Ende der Spielzeit auch noch vorbei sehe. Von einer Band namens Gloryful habe ich bislang nichts gehört, aber tatsächlich präsentieren uns die Herren aus Nordrhein-Westfalen hier ihr bereits zweites Album, sind mir also bislang irgendwie durchs Netz gewischt. Die letzten zwei Nummern sind vielleicht ein bisschen wenig, um ein Resümee zu ziehen, Gloryful konnten mit ihrem kraftvollen, traditionellen Metal aber doch schon etliche Hörer vor die Bühne locken und machen dort oben eine recht gute Figur.

Majesty

Draußen scheint inzwischen die Sonne auf uns herab und entwickelt eine ganz schöne Kraft, sobald einmal keine Wolken ihren Weg nach unten versperren. Ein Sonnenbrand lässt da bestimmt nicht lange auf sich warten! Das gute Wetter spiegelt sich sogleich in der guten Laune, die nun Deutschlands Antwort auf Manowar von der Mainstage aus verbreiten. Die Rede ist natürlich von Majesty, die bereits von einer ordentlichen Meute Metalheads sehnsüchtig erwartet werden. Die spielfreudigen Gesellen präsentieren uns mit ihrem Set schließlich ein kleines Best-Of ihrer bisherigen Discografie. Songs wie "Metal Law", "Heavy Metal Battle Cry" oder "Metal Union" sind so herrlich klischeebeladen und plakativ, dass man sie vielleicht nicht ernst nehmen muss, dafür aber umso besser abfeiern kann. Genau das passiert auch in diesem Moment hier in Geiselwind. Irgendwie goldig, die Truppe!

Milking The Goatmachine

Als ich im Anschluss wieder zurück in die Halle pilgere - ich habe gerade gar nicht im Kopf, wer da gerade zu sehen ist - haut es mich schon ein bisschen aus den Latschen. Der Raum vor der Bühne ist brechend voll, die vorderen Reihen sind am Toben und oben stehen ein paar Typen mit Ziegenmasken und knüppeln drauf los, dass es eine wahre Pracht ist. Aha - das können ja nur Milking The Goatmachine sein, quasi die momentanen Shootingstars des Grindcore. Da wundert es auch nicht, dass selbst im Publikum an die zwanzig Leute mit diesen Masken unterwegs sind und munter vor sich hindeibeln. Zugegeben - ich kann mit dieser Mucke nicht allzu viel anfangen, lustig anzusehen ist die energetische Show mit den kopfwackelnden Ziegenmenschen aber allemal!

Arkona

Deutlich mehr Melodie zum Ausgleich bieten uns im Freien nun Russlands Pagan-Metal-Institution Arkona. Eyecatcher bei dieser archaisch gewandeten Rotte ist natürlich Frontfrau Masha "Scream" Arkhipova, die nicht nur das Äußerste aus ihrer facettenreichen Stimme herauskitzelt, sondern auch noch im Wolfspelz wie ein Derwisch auf der Bühne ihr Unwesen treibt und die Lieder mit theatralischer Gestik untermalt. Nachdem zuerst der Fokus auf neue Stücke vom aktuellen Album Yav gelegt wurde, die zugegebenermaßen eine ganz schön schwere Kost darstellen, gibt es gegen Ende noch ein paar Schunkelnummern älteren Datums. Fragt mich aber bitte nicht nach irgendwelchen Titeln - die sind ja bekanntlich allesamt in Russisch und wollen sich mir ums Verrecken nicht einprägen.

Arven

Female Fronted, wie man so schön sagt, geht's auch gleich auf der Indoor Stage um 16:20 Uhr weiter. Dort geben sich Arven aus Frankfurt am Main ein Stelldichein und wenn man es genau nimmt, ist Female Fronted hier sogar untertrieben, sind es doch insgesamt vier Mädels und nur zwei Herren, die uns heute ihre Songs präsentieren. Zu hören gibt symphonischen Power Metal mit hohem, "opernhaftem" Gesang von Frontfrau Carina und folkloristischen Einsprengseln. Man kennt die Rezeptur - und obwohl die Songs z.T. ganz schön deftig runtergezockt werden, hält sich die Euphorie im Publikum doch in Grenzen. Außer Applaus und einigen aktiven Headbangern ist da für Arven heute nicht viel mehr rauszuholen. Kann natürlich auch sein, dass viele der anwesenden Herren einfach zu sehr mit Hingucken beschäftigt sind. Kommt ja schließlich nicht allzu oft vor, dass bei einer Metalband gleich vier attraktive Mädels das Podium bevölkern...

Vader

Als sonderlich attraktiv würde ich dagegen die vier Herren, die nun draußen auf der Mainstage lauern, nicht unbedingt bezeichnen - dafür wissen sie umso besser, wie man die Massen für sich gewinnt. Keine Frage, Vader sind als eine der dienstältesten Death-Metal-Bands Polens mittlerweile Kult und ich freue mich ganz besonders auf diesen Auftritt, da ich die Jungs schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr gesehen habe. Als dann nach gewohnt bombastischem Intro gleich der Übersong "Wings" durch die Boxen gejagt wird, bin ich einfach nur begeistert. Es folgt ein wunderbares und natürlich ultrabrutales Best-Of-Programm, das zwischendurch immer wieder vom mittlerweile ergrauten Bandchef Piotr mit trockenem Humor kommentiert wird. Auf diese Weise bringt er die Audienz zwischen brachialen Riffattacken wie "Silent Empire", "Reborn In Flames" oder "Decapitated Saints" immer wieder zum Schmunzeln. Gegen Ende dann das obligatorische "Carnal" und mit "Triumph Of Death" ein kleiner Vorgeschmack auf das kommende Album Tibi Et Igni. "This Is The War" mit eingebautem Imperial-March-Riff gibt's als Zugabe oben drauf. Genial! Nur trotz einer Spielzeit von 60 Minuten leider irgendwie viel zu kurz.

Thyrfing

Brachial geht es auch gleich in die nächste Runde. Die schwedischen Wikinger von Thyrfing erobern die Indoor-Stage und blasen mit ihren mächtig stampfenden und finsteren Songs zum Angriff. Nach einem bedrohlichen Intro liegt der Schwerpunkt auf neuerem Material, das einen klaren Gegenpol zu all jenen Genrekollegen bildet, die mit Trinkliedern, Humppa und ausgelassenen Melodien eine fröhliche Stimmung suggerieren wollen. Bei Thyrfing regiert dagegen Thors Hammer und man braucht diese finsteren Gesellen nur anzusehen, wie sie da stehen mit den archaischen Gewändern, der Kriegsbemalung und ihren starren Gesichtern, um zu wissen, dass mit diesen Kriegern nicht gut Kirschen essen ist. Während Sänger Jens Ryden, der ja früher auch für Naglfar ins Mikro kreischte, eine besonders aggressive und kämpferische Performance gibt, lässt sich zu den Groove-betonten Songs ganz vorzüglich die Mähne kreisen und genau das praktizieren auch die Fans in den vorderen Reihen.

Ensiferum

Wir bleiben gleich beim Thema, nämlich Wikinger! Dass Ensiferum als erste Band das Festivalgelände regelrecht fluten, war abzusehen. Schließlich kann man hier mit jener guten Laune rechnen, die eben noch bei Thyrfing nicht gestattet war. Die Finnen geben von Anfang an ordentlich Gas und liefern eine mitreißende Show. Flottes und hochmelodisches Liedgut, wie gleich zu Beginn "In My Sword I Trust" und "Deathbringer From The Sky", tut das Übrige und provoziert neben einem Circle Pit auch die ersten Crowdsurfer des heutigen Tages. Wo man auch hinblickt, überall sieht man aufgeblasene Gummischwerter, Wikingerhelme, Drachen und sogar Absurditäten wie Wikinger-Kängurus! Ein einziges ausgelassenes Feiern also, das mit Hits des Marke "Battlesong" und "Lai Lai Hey" nur noch angestachelt wird. Leider gibt es vom grandiosen Debüt mit "Treacherous Gods" nur einen Songs aus dessen zweiter Reihe zu hören. Gelegentlich gesprochene Verse und wohl auch ein Teil der Chöre kommen vom Band, aber Schwamm drüber! Mit "Iron" gibt es zum Schluss noch einen letzten Grund zum Abfeiern!

Hail Of Bullets

So gar nicht lustig und damit wohl artverwandt mit Thyrfing haben Hail Of Bullets eine ordentliche Schippe brutalen Old School Death Metal im Gepäck. Die niederländische All-Star-Truppe um Asphyx-Frontröhre Martin van Drunen zählt gegenwärtig ja zu den absoluten Stars der Szene. Umso mehr verblüfft es mich, wie wenig gerade los ist in der Eventhalle. Offenbar legen viele vor dem großen Finale noch einmal ein Pause ein, auch um sich mit wärmen Klamotten gegen die draußen allmählich aufziehende Kälte zu rüsten. Mir selbst bleibt ja zwischendrin auch nichts anderes übrig - und tatsächlich sind die Zelt- und Parkplätze zu dieser Stunde rege bevölkert. Die Band stört das natürlich wenig. Die hämmern mit mörderischem Sound ihre Songs über den zweiten Weltkrieg durch die Boxen. Mit nahezu perfektem Deutsch kommentiert van Drunen das Programm - nach Brechern der Marke "General Winter" fällt es mir da alles andere als leicht, mich nun auch für den Abend wetterfest zu machen.

Amon Amarth

Das ist aber absolut notwendig, denn die Temperaturen fallen heute Abend noch unter die 10°C-Marke, ein bisschen wenig, um nur im T-Shirt unterwegs zu sein. Ja ja, Weichei, ich weiß schon. Im Grunde genommen wird es einem im Folgenden vermutlich eh nicht kalt, wenn Amon Amarth ab 21:00 Uhr auf der Mainstage in den Sonnenuntergang hineinspielen und wir im Publikum nun endgültig wie die Ölsardinen zusammenrücken müssen, wo doch jeder einen guten Blick auf das Spektakel erhaschen will. Über die Live-Qualität der Schweden braucht man ja im Grunde nicht viele Worte zu verlieren und dennoch ist es wieder beeindruckend, mit welcher spielerischen Qualität diese Herren uns heute eineinhalb Stunden lang einen Hit nach dem anderen um die Ohren hauen. Ebenso eindrucksvoll auch das Bühnenbild aus beleuchteten Runensteinen sowie Backdrop und Bannern zum aktuellen Album! Dementsprechend donnern mit glasklar abgemischtem Sound auch gleich zwei aktuelle Stücke durch die Membrane: "Father Of The Wolf" und "Deceiver Of The Gods". Darauf folgt ein Reigen an Klassikern, angeführt von "Death In Fire", dann gut verteilt "Cry Of the Black Birds", "Guardians Of Asgard" und "Asator". Front-Rübezahl Johann Hegg weiß zudem ganz genau, wie er mit der Meute an Fans umzugehen hat. Crowdsurfer stehen jetzt zu jedem Titel auf dem Programm! Dazwischen immer wieder Feuer und Pyros auf der Bühne - man braucht nur weit genug vorne zu stehen, dann wird es einem wirklich nicht kalt. Kurzum: die Stimmung ist am Brodeln. Wie oft erlebt man es schon, dass ein Death-Metal-Song nahezu komplett von der Masse mitgesungen wird? Nach "Victorious March" dann eine kurze Pause und schließlich kehren die Schweden für eine fulminante Zugabe zurück: "Twilight Of The Thundergod" und natürlich "Pursuit Of Vikings"!

Moonspell

Dass an solche Szenen nun Moonspell, die als Headliner für die Indoor Stage engagiert wurden, nicht anknüpfen können, liegt beinahe schon auf der Hand. Die hatten ihre Blütezeit insbesondere hier in Deutschland nämlich Mitte der 1990er. Diese Tatsache im Hinterkopf möchten sich Portugals Meister des Dark Metal auch bei ihren Fans bedanken. Nach ein paar neueren Stücken wie "Axis Mundi" und "Alpha Noir" gibt es nur noch Hits von den beiden Erfolgsalben Wolfheart und Irreligious aus den Jahren '95 und '96 zu hören. Allen voran "Opium", dann "Awake!", "Herr Spielgelman" und schließlich eine beeindruckende Darbietung von "Vampiria" und "Alma Mater". Meiner Ansicht nach absolut mitreißend! Im Übrigen ein weiteres Mal souverän in seiner Rolle als Frontmann ist Fernando Ribeiro, der eingangs mit einem Gladiatorenhelm auf der Bühne erschienen ist. Abgesehen von einigen Die-Hard-Fans in den ersten Reihen, die ihrer Begeisterung freien Lauf lassen, verhält sich das Publikum in Summe aber eher statisch. Daran vermag schließlich auch der Rausschmeißer "Full Moon Madness" nichts zu ändern. Sind vielleicht einfach zu wenige Anhänger der guten alten Zeit anwesend.

Blind Guardian

Oder aber ein jeder spart sich seine letzten Kräfte für den Headliner des heutigen Tages. Nach Bands wie Saxon, Doro und Sepultura an den letzten beiden Abenden wurde mit Blind Guardian auch für heute ein absolutes Schwergewicht unter Vertrag genommen. Mehr noch: die Fans, die nun vor der Mainstage erneut dicht an dicht stehen, dürfen sich auf die einzige deutsche Festival-Show der Metal-Barden in diesem Jahr freuen!
Blind Guardian, das ist professionelles Musik-Entertainment auf höchstem Niveau. Hier und heute passt einfach alles - der Sound, die Lichtshow und natürlich auch die Laune von Fans und Musikern. Nach dem Einstand mit dem aktuellen "Sacred Worlds" gibt es fast nur noch Futter aus den alten bis ganz alten Tagen der Band. Das zündet live einfach immer noch am besten und das weiß auch Sänger Hansi Kürsch, der diese unumstößliche Realität scherzhaft mit den Worten kommentiert "ihr freut euch und wir langweilen uns". Was nun folgt ist ein Set, vom dem ein jeder Guardian-Jünger im Grunde nur träumen kann. Das geht gleich los mit "Welcome To Dying", "Nightfall" und "Script For My Requiem", übrigens einer von ganzen vier Titeln des Imaginations-Albums. Wie es bei einem Konzert der Guardians so üblich ist, wird im Publikum mitgeklatscht und gesungen, was die Stimmbänder zu so später Stunde und nach drei Tagen Festival noch hergeben. Als Highlights seien "Lord Of The Rings", zu dem Kürsch seine Band als Tolkien-Metal outet, "Bright Eyes", aber auch das neue "Tanelorn (Into The Void)" genannt. Dann schließlich "Imaginations From The Other Side" und die komplette, grandios Zugabe aus "The Bard's Song", "Mirror, Mirror" und - na klar - "Valhalla".

Ein toller Abschluss des heutigen Tages und wohl auch des gesamten Festivals! Da darf man wirklich gespannt sein, was hier im kommenden Jahr aufgefahren wird. Die Messlatte liegt nun nämlich ganz schön hoch! Nach den letzten Tönen - der Refrain von "Valhalla" hängt wohl noch lange in unser aller Ohren - lichtet sich das Gelände recht zügig. Auch ich verabschiede mich und begebe mich auf die Heimreise, singe im Auto aber noch ein bisschen weiter: Valhalla - Deliverance - Why you've ever forgotten me, Valhalla...

Dagger

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