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Konzert-Bericht

Atheist, Exhumed & Saeculum Obscurum

Feierwerk, München 28.04.2011

Für möglich hätte ich es lange Zeit nicht mehr gehalten, immerhin lag die Band von 2005 bis 2010 auf Eis, aber als dann die Nachricht eintraf, Exhumed wurden reanimiert und würden sogar München einen Besuch abstatten, war klar, wo der alte Mann am Abend des 28. Aprils 2011 sein würde. Dass es mit Atheist einen Headliner gab, der ebenfalls nicht wirklich oft in heimischen Gefilden auftrat, war da nur das Sahnehäubchen auf der Torte, soll aber die Band wirklich nicht abwerten.

Nun, fast pünktlich traf ich dann auch im Feierwerk ein und musste mich erstmal ungewohnter Weise Richtung Kranhalle orientieren, die ich bis dato nur vom Vorbeigehen kannte. Dabei hat die Location wirklich was zu bieten, so ein schickes Entree bekommt man bei einem Metal-Gig nicht alle Tage geboten. Dezente Beleuchtung, eine klassisch-kühle Bar-Atmosphäre und gediegene musikalische Unterhaltung luden zum Verweilen und Smalltalk ein. Okay, auch zum Bier trinken, immerhin blieb der Abend unberührt der Location ein Metal-Abend, da käme ich mir mit einem Glas Rotwein oder einem Martini in der Hand ein wenig deplatziert vor. Die Konzerthalle selbst kam mir auf den ersten Blick ein wenig kurz und dafür etwas breit vor, aber das stellte sich im Laufe des Abends keineswegs als Stimmungsbremse heraus.

So, nun aber zum Kernbereich des Geschehens, der Musik. Auf den Plakaten zum Event war nicht auszumachen, ob jemand und wenn ja, wer als lokaler Opener spielen würde. Diese Rolle fiel den Melodeathern von Saeculum Obscurum zu. Für mich musikalisches Neuland, den Namen der Band hatte ich zwar schon ein paar Mal gelesen, mehr aber auch nicht. Derart unvorbelastet stellte sich die Band als unterhaltsame, talentierte und engagierte Kapelle heraus, die den Job als Anheizer mit Bravour absolvierte. Zwar war nicht jeder Song ein Meisterwerk vor dem Herrn, aber Laune machte die Performance der Münchner durchaus. Besonders bei den eher melodischen Passagen bleib doch einiges im Langzeitgedächtnis hängen, aber auch die zünftigeren Momente wussten zu gefallen. Der Auftakt des Abends konnte also als gelungen bezeichnet werden.

Aber egal, wie gut ein Opener ist, das Hauptaugenmerk liegt ja normalerweise auf den Headlinern. Und auch wenn Exhumed nicht als letzte Band des Abends spielten oder den umfangreichsten Slot hatten, für mich kam nun der Höhepunkt des Festes und der spielte nun einmal Gore Metal. Und das nicht nur vom gleichnamigen Album, sondern quer durch die Bandgeschichte, ältere Stücke gaben sich die Klinke in die Hand mit Tracks vom kommenden Album All Guts, No Glory. Dabei stellte sich heraus, dass die Herren nicht nur wirklich gut spielen können, sondern auch eine schweine-sympathische Kapelle sind. Die Ansagen von Fronter und Gründungsmitglied Matt Harvey waren immer für einen Lacher gut und verbanden die Songs zu einem Gig wie aus einem Guss. Da passte sogar das Schlagzeugsolo von Danny Walker, vielmehr zeigte sich bei solchen Aktionen die Klasse der Musiker. Da störte es auch nicht, dass im Vergleich zur Musik aus der Konserve der Anteil der Growls deutlich heruntergefahren wurde, der (im positiven Sinn des Wortes) infernalische Krawall führte fast zwangsläufig zu grinsenden Gesichtern und ausgelassener Stimmung im Saal. Nein, verlernt haben die vier Herren nichts, diese Band muss man gesehen haben.

Nun, für mich war der Abend jetzt schon ein voller Erfolg, aber da sollte ja noch mehr kommen und zwar in Form der wieder erstarkten Progressive Deather Atheist. Und auch wenn ich eigentlich schon völlig gesättigt war, was die Musik betraf, schafften es die Mannen um Kelly Shaefer doch mit links, sogar mich total zu beeindrucken. Wenn ich vorhin schon die Künste der Mitglieder von Exhumed gelobt habe, muss hier doch ganz klar festgestellt werden, dass den Atheisten in dieser Sparte keine der anderen Bands des Abends das Wasser reichen konnte. Gut, das war zwar zu erwarten gewesen, aber es ist doch immer wieder schön, wenn hohe Erwartungen auch erfüllt werden, oder? Und da klappte auch trotz eben dieser Erwartungen des Öfteren die Kinnlade des Schreiberlings ganz weit nach unten und das nicht nur, weil er solchen Durst hatte. Ganz großes Ohrenkino und ein würdiger Headliner, der mich absolut überzeugt hat.

Tja, gab es an diesem Abend eigentlich irgendetwas auszusetzen? Ich wüsste nicht, was das gewesen sein sollte. Und so lässt sich die ganze Chose mit einem Wort zusammenfassen: Feist!

Hannes

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