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Festival-Bericht

Bonecrusher Fest 2011

mit Dying Fetus, Keep Of Kalessin, Carnifex, Fleshgod Apocalypse, Burning The Masses & Angelus Apatrida

Feierwerk, München 26.02.2011

DF waren in der Stadt und hatten Unterstützung in Form von KOK, Carnifex, FA, AOAA und AA. Na, welche Band passt da nicht ganz rein? Falsch, Carnifex ist nicht gemeint, denn AoAA wurden ersetzt durch BTM! Was der ganze Buchstabensalat soll? Keine Ahnung, ich hab halt irgend einen Anfang gebraucht...

Fakt ist, dass Dying Fetus auf Tour waren (zeitlich passend zu den Re-Releases ihrer Frühwerke) und dabei auf eine illustre Schar an Support-Kapellen zurückgreifen konnten. Allerdings hatte ich im Vorfeld so meine Zweifel, was die Eignung der Schwarzheimer von Keep Of Kalessin in diesem Billing betraf, so wirklich passend schien mir die Sache nicht.

Egal, frisch ans Werk und ab ins Feierwerk, immerhin galt es, sechs Bands die Aufmerksamkeit zu schenken, was oftmals ziemlich auf die Kondition geht. Da hilft ein straffer Zeitplan und die Einhaltung desselben doch, das Publikum bei der Stange zu halten und so begann Angelus Apatrida denn auch pünktlichst um 18:30 Uhr. Der Slot als Opener ist meist recht undankbar, aber die Spanier, die seit immerhin gut zehn Jahren im Geschäft sind, machten dabei eine recht gute Figur. Mit deutlich spür- und sichtbarem Engagement sowie überzeugender Spiellaune zogen sie die zu diesem Zeitpunkt etwa zu einem Drittel gefüllte Halle recht schnell auf ihre Seite. Da Material der Thrasher war zwar nicht übermäßig hart oder brutal, aber gerade deswegen für den Einstieg in den Abend umso geeigneter, man muss ja auch erst mal in Schwung kommen. Ein sehr sympathischer Auftritt einer Band, die in unseren Breiten für mich zu Unrecht recht unbekannt ist und vor allem der passende Appetizer für diesen Abend.

Als nächstes standen eigentlich Fleshgod Apocalypse auf dem Programm, aber da Annotations Of An Autopsy im Vorfeld der Tour durch Burning The Masses ersetzt wurden, war es nun an diesen, den bunten Reigen der stilistischen Vielfalt an diesem Abend fortzusetzen. Nun, der Stil unterschied sich wirklich deutlich vom Opener, aber so wirklich freuen konnte ich mich nicht über diese Art der Abwechslung. Ein ziemlich wirrer Mix aus Deathcore und Technical Death wurde dem Feierwerk da geboten und traf dabei nicht unbedingt den Geschmack der Masse. Ja, ein paar Donkey Kongs hatten ihren Spaß und er sei ihnen auch gegönnt, aber der Großteil des Publikums stand dieser Performance doch, gelinde gesagt, reserviert gegenüber. Oder auch gar nicht, denn nicht wenige der Anwesenden gönnten sich bei Beneath The Masses eine Auszeit und glänzten durch Abwesenheit. Dabei zeigte die Band durchaus Einsatz auf der Bühne und legte sich mächtig ins Zeug, aber die Mucke war einfach zu schräg, chaotisch und unzugänglich, um auf uneingeschränkte Gegenliebe zu stoßen.

Das änderte sich zum Glück beim Gig der nächsten Kapelle. Durch die etwas veränderte Tour-Zusammensetzung einen Platz nach hinten gerutscht, nutzten Fleshgod Apocalypse ihren besseren Slot, um ein sehr eindrucksvolles Set hinzulegen. Interessant dabei war für mich vor allem, ob sie den Bombast, von dem ihre Tonträger teilweise leben und der eines der Alleinstellungsmerkmale ihrer Musik darstellt, auch live adäquat rüberbringen könnten. Mit leichten Abstrichen ist das den Italienern durchaus gelungen, die selbst gewählte Bezeichnung "Avantgarde Death Metal" hatte auch live ihre Daseinsberechtigung. Zwar klingt die Musik von Fleshgod Apocalypse aus der Konserve noch eine Spur präziser, pompöser und allgemein gewaltiger, aber die Live-Performance des Quartetts hinkte dem nur unwesentlich hinterher. So entfalteten Granaten wie "Thru Our Scars" und Konsorten an diesem Abend ein wahres Feuerwerk an mit pompöser Brutalität gespickter Energie. Auch die optische Präsentation der Italiener tat ein übriges, den Gig aus der Masse hervorzuheben, Frackträger sieht man nicht allzu häufig bei Death Metal-Konzerten und die Intensität, mit der die Herren aus unserem Lieblingsurlaubsland zu Werke gingen, suchte ebenfalls ihresgleichen. Sehr gelungen und nur unwesentlich schwächer als auf Platte.

Danach gab es wieder einen radikalen Stilwechsel, denn mit Carnifex gab es wieder Futter für die Fraktion der Nachwuchs-Bruce Lees. Wobei hier aber ganz deutlich gesagt werden muss, dass erstens die Fans dieses Musikstils nur bei den passenden Gelegenheiten zu ihren öhm... Bewegungen ausholten und zweitens die Band qualitativ gar kein Vergleich zu den ein ähnliches Publikum ansprechenden Burning The Masses waren. Erstaunlich tight und vor allem auch für meine Ohren zugänglich tönten die Amis da von der Bühne, das konnte sich wirklich hören lassen. Mein Ding isses immer noch nicht völlig, aber gut waren die fünf Jungs trotzdem, was ihnen von den Fans auch in Form von jeder Menge öhm... Bewegungen vor der Bühne gedankt wurde. Und im Gegensatz zu vielen Konzerten mit ähnlich gemischter Besetzung passte an diesem Abend die Zuordnung perfekt, hier durfte sich jeder zu der Musik austoben, die er hören wollte. Na bitte, geht doch!

Jetzt wurde es spannend, denn ich hatte so meine Zweifel, ob bei Keep Of Kalessin noch viele Leute anwesend sein würden, zu oft habe ich in München schon erlebt, dass die jeweilige Location nach einer bestimmten Band deutlich leerer wurde. Doch an diesem Abend wurde ich aufs Angenehmste überrascht, vom Zuspruch der Anwesenden nahtlos und vor allem ohne merkliche personelle Verluste zur den Blackies übergehend, hatten Keep Of Kalessin ein leichtes Spiel mit der angeheizten Meute. Dabei konnten sich die Musikrichtungen an diesem Abend gar nicht mehr voneinander unterscheiden als zwischen Band vier und fünf, aber dem Publikum war's schei*egal, jeder hatte seinen Spaß, egal ob Zuhörer, Mitmosher, Bandmitglied oder Berichterstatter. Gut, die Schwarzheimer hatten auch ihre eher ruppige Seite ausgepackt, aber genau das kam beim Publikum denn auch besonders gut an. Schöne Sache das.

Aber egal, wie schön, es wurde noch besser. Denn Dying Fetus zeigten an diesem Abend, warum sie Headliner der Tour waren. Beängstigend präzise, äußerst intensiv und verdammt tight metzelte sich das Trio durch eine gute Stunde Blut und Gedärm und bot einen tollen Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen. Habe ich bei früheren Auftritten zuweilen die etwas statische Bühnenpräsenz der Band bemängelt, so gab es heute überhaupt keine Kritikpunkte in dieser Richtung. Im Gegenteil, John Gallagher und Sean Beasley zeigten überdeutlich, dass es keines großen Rumgehampels bedarf, um Energie auszustrahlen; ihre pure, konzentrierte Anwesenheit genügte, um den Funken sofort aufs Publikum überspringen zu lassen. Da hielt es selbst den mehr oder weniger in Ehren ergrauten Berichterstatter nicht mehr, der Ruf des Pits war einfach nicht zu überhören. Und da er keineswegs der einzige war, der diesen Ruf hörte, kochte und brodelte der ganze Saal fast sofort und kam während des Auftrittes der Amis auch nicht mehr zur Ruhe. Und in Anbetracht der Intensität des Gigs genügte die gute Stunde auch völlig, mehr brauchte es an diesem Abend nicht, um ein glückliches Grinsen in die verschwitzten Gesichter der Fans zu zaubern.

Ja, um es kurz zu machen: So und nicht anders hat ein gelungener Konzertabend auszusehen. Da stört es auch nicht, dass eine Band von sechs nicht sooo der Bringer war, der Rest riss das locker aus dem Feuer. Und an dieser Stelle auch noch ein Lob ans Publikum, erstens für das gezeigte Durchhaltevermögen und vor allem zweitens für das doch sehr friedliche Nebeneinander von Kutten- und Shorts-Trägern. So hatte jeder seinen Spaß und ich meinen auch...

Hannes

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