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Konzert-Bericht

Dark Tranquillity, Insomnium & Slate Grey

Backstage, München 22.10.2010

Wenn Dark Tranquillity aufspielen ist für gute Stimmung gesorgt und die Besucher strömen in der Regel zuhauf vor die Bühne. Dass die Schweden aber die Backstage-Halle ausverkaufen würden, damit habe ich nicht unbedingt gerechnet. Schade also für all diejenigen, die sich zu spät um ein Ticket gekümmert haben, denn im Gepäck haben die Jungs zwei weitere vielversprechende Bands: Die Finnen Insomnium sowie das heimische Gewächs Slate Grey.

Den Anfang dürfen die Münchener Modern Metaller Slate Grey machen. Mit ordentlich Lautstärke auf den Boxen und vor gut gefüllter Halle beginnen die Jungs mit ihrem Set. Doch schon nach wenigen Takten wird klar, dass das Quintett sehr unter der eigenen Nervosität zu leiden hat. Der Auftritt wirkt leider etwas hölzern, was aber sicherlich auch am Platzmangel auf der Bühne liegt. Trotzdem merkt man gerade bei den Ansagen von Fronter Benj wie nervös die Band wirklich ist. Dafür bietet Drummer Dino einiges fürs Auge, denn der gebärdet sich während des Gigs hinter seinem Kit teilweise wie das Tier aus der Muppet Show! Abgesehen davon präsentieren sich Slate Grey als kompetente Musiker, die wissen, wie sie mit ihren Instrumenten umzugehen haben. Schade, dass am Ende dann doch kein allzu überschwänglicher Applaus aufkommt.

Insomnium durfte ich im Vorprogramm von Swallow The Sun und Amorphis anno 2007 schon einmal erleben. Damals gab es im Metropolis kein Halten mehr, als die sympathischen Finnen auf die Bühne kamen. Ähnlich verhält es sich hier, kaum betreten Frontmann Niilo Sevänen und seine Sidekicks die Bühne, brandet lauter Jubel und Applaus auf. Ab sofort ist Feiern angesagt, Faust und Pommesgabel werden in die Höhe gereckt, die Nackenmuskulatur läuft richtig warm und mit ihrer unglaublichen Bühnenpräsenz überzeugen Insomnium auch den letzten von ihren Live-Qualitäten. Den Jungs auf der Bühne gefällt, was im Publikum abgeht, was die Band nur weiter anspornt. Mit seinen Ansagen in gebrochenem Deutsch sammelt Niilo im Laufe des Konzertes weitere Sympathiepunkte, schon nach kurzer Zeit hat sich ein beständiges Geben und Nehmen zwischen Band und Anwesenden entwickelt. Beide Parteien freuen sich über die Anwesenheit des jeweils anderen und sorgen dafür, dass man sich an diesen Auftritt immer wieder gern erinnern wird.

Eine deutliche Schippe drauf setzen im Anschluss aber Dark Tranquillity. Was die ungekrönten Altmeister des melodischen Death Metals hier abziehen ist eigentlich nur mit Superlativen zu umschreiben. Frontmann Mikael Stanne schäkert anfangs noch etwas mit dem weiblichen Teil des Publikums, konzentriert sich dann aber voll auf diesen Auftritt. Die Pioniere des Göteborg Death Metals sind immer unterwegs, permanent werden die Positionen gewechselt, während man feinstes Melo Death-Futter ins Publikum feuert. Die Stimmung steigert sich immer mehr, was durch die mitreißenden Videosequenzen im Hintergrund nur noch verstärkt wird. Nicht nur die Band, sondern auch das Publikum gibt alles, auch wenn Crowd Surfer nur sporadisch auftauchen. Dafür fliegen die Haare im Takt und Songankündigungsspielchen seitens Mikael werden von den Anwesenden lautstark mitgespielt. Gegen Mitte bis Ende des Gigs ist Sänger Mikael schließlich so euphorisch, dass er selber einen Crowdsurfing-Versuch unternimmt und von der nicht minder begeisterten Masse hin und her getragen wird. Bei so viel Spaß, Energie und purer Spielfreude wundert es dann nicht, dass der Gig schneller vorbei ist, als manchem lieb sein kann, auch wenn Dark Tranquillty unterm Strich knapp 90 Minuten auf der Bühne standen. Am Ende verabschieden sich die Jungs unter tosendem Applaus, Mikael bleibt noch etwas länger als der Rest der Truppe und schüttelt entlang des Bühnenrands fleißig Hände. Eins hat dieser Gig ganz deutlich gezeigt: Dark Tranquillity sind die führende Melodic Death Metal-Band des Planeten und auch nach all der Zeit immer noch nicht satt. Großes Kino!

Lord Obirah

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