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Konzert-Bericht

Canned Heat

On The Road Again

Deutsches Theater, München 03.07.2009

Heute wagen wir mal einen Blick über den Tellerrand und begeben uns in die Geschichte der Rock-Musik und ihrem legendären Festival Woodstock. Viele Bands erlangten durch ihren Auftritt bei dem Mega-Event Berühmtheit und die Amis Canned Heat steuerten mit "Goin' Up The Country" sogar die Hymne dazu bei. Genau jene stehen 40 Jahre später wieder auf deutschen Bühnen und wollen das Publikum auf eine Zeitreise in die Vergangenheit mitnehmen.

Als Location hat man sich das Deutsche Theater ausgesucht, welches zur Zeit ersatzweise in Fröttmaning stationiert ist und direkt neben der Allianz-Arena (der Salatschüssel) liegt. Als meine Begleitperson und ich vor der Venue antreffen, herrscht auf schon reges Treiben und wir senken den Alterdurchschnitt auf Anhieb um geschätzte 30 Jahre. Hier trifft man alles an, den Alt-Rocker, der schon bei Woodstock alt gewesen sein musste, den Yuppie und sogar jüngere Semester mit diversen Band-Shirts. Drinnen wird dann erstmal etwas zu trinken gesucht und der Bierpreis von 3,50 Euro für ein kleines Pils haut uns voll aus den Latschen, so dass wir die Show wohl trocken anschauen müssen.

Um 19:45 Uhr ertönt dann ein Gong im Vorzelt und die Anwesenden werden gebeten ihre Sitzplätze einzunehmen, damit man um 20:00 Uhr pünktlich starten kann. Tatsächlich betreten die Herren Canned Heat die Bühne erst um Viertel nach Acht und ein Blick in die Menge zeigt, dass etliche Sitzplätze heute unbesetzt bleiben werden. Dennoch ist die Stimmung erstaunlich gut, als der Sechserpack um die Original-Mitglieder Adolfo De La Parra (Schlagzeug), Larry Taylor (Bass) und Harvey Mandel (Gitarre) sowie drei Tour-Musiker die ersten Töne anspielen. Lead-Gitarrist Harvy ist aufgrund eines Knieleidens dazu gezwungen fast den kompletten Gig im Sitzen zu absolvieren, was ihn aber nicht an abgefahrenen Solo-Einlagen und wilden Jams hindert. An zweiter Stelle bekommt das Publikum gleich DEN Band-Hit und Tour-Motto "On The Road Again" geboten und nahezu jeder im Theater singt mit. Leider ist die Akustik zu Beginn etwas dünn und vor allem beim Bass kracht die Box schnell, aber der Mischer löst das Problem recht fix. Canned Heat wären nicht Canned Heat, wenn sie nicht für die Audienz ein paar Überraschungen parat hätten, so setzt sich der Tour-Basser nach dem Überhit für den restlichen Gig an ein zweites Schlagzeug und kommt nur noch bei der Woodstock-Hymne "Goin' Up The Country" wieder nach vorne, um Flöte zu spielen. Auch wenn alle Musiker im fortgeschrittenem Lebensalter sind und man ihnen es auch ansieht, legen sie eine energiegeladene und begeisternde Show hin. Zudem sieht man ihnen einfach den Spaß an, wenn sie ihre alten Gassenhauer mal wieder über den Äther jagen.
Nach 70 Minuten ist dann erstmal Schluss und die Band verlässt die Bühne, doch kehrt nach lauten Zugabe-Forderungen für "Let's Boogie" noch mal auf die Bühne zurück. Mit diesem Song wird jedem Musiker noch mal die Gelegenheit für ein ausgiebiges Solo geboten und so streckt sich der Song auf knapp 20 Minuten, doch den Leuten gefällt es.

Nach 90 Minuten ist dann aber endgültig Schluss und Canned Heat ziehen sich recht schnell in ihren Backstage-Raum zurück. Sofort herrscht muntere Aufbruchs-Stimmung und die Halle leert sich im Minuten-Takt.
So bleibt nur zu sagen, dass es zwar ein kurzer Abend war, aber man immerhin eine Legende noch mal live sehen konnte. War definitiv eine Erfahrung wert und jedem Retro-Rocker seien mal die Platten der Herren empfohlen.

Basti

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