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Konzert-Bericht

Queensryche, Fatal Smile & Ivanhoe

Metropolis, München 15.06.2009

(Fotogalerie)

1988 erschien das Werk, mit dem Queensryche in die Geschichte eingegangen sind: Operation Mindcrime. 21 Jahre später haben es Queensryche noch einmal geschafft, mich über die Maßen zu begeistern.

Zu Beginn ihrer "American Soldier Europa Tour" besuchten sie gleich einmal München und machten das Metropolis zu einer Pilgerstätte treuer Fans. Vielleicht auch diesem Umstand zuzurechnen, dass sich die ganze Organisation erst noch finden muss, begann das Konzert mal eine gepflegte Stunde zu spät. Einlass war erst gegen 20:30 Uhr, obwohl bereits 30 Minuten zuvor das Konzert hätte beginnen sollen. Doch selbst da war der Soundcheck der Start-Band Ivanhoe noch nicht rum. Mussten sie halt so und ohne zweites Mikro beginnen, denn dieses war einfach nicht zum Laufen zu bringen.

Dementsprechend war auch dann der Sound, als Ivanhoe anfingen. Breiig, total totgemischt, völliger Mist. Ivanhoe spielen Progressive Metal im Stile von Dream Theater. Was passiert, wenn bei einer solchen Band der Sound nicht stimmt? Sie hören sich mal richtig schlecht an. Und dabei versuchten sie eigentlich alles, um ein wenig Stimmung aufkommen zu lassen. Die Songs sind nicht schlecht, die Alben-Kritiken versprechen einiges, aber sie hätten auch auf Wasserrohren und alten Blechdosen spielen können. Hätte das Ganze nicht mehr schlimmer gemacht. Sänger Mischa versuchte mit einer sehr persönlichen und direkten Art das Publikum zu erreichen, aber das war nicht sonderlich in der Stimmung dafür. Höflicher Applaus und damit war dann auch Schluss. Nach rund 40 Minuten ging es von der Bühne und es wurde groß aufgefahren für Fatal Smile.

Die zweite Band des Abends ist mir in diesem Jahr bereits einmal als Vorband von Lordi begegnet (Sänger Blade wies auch gleich darauf hin, dass sie bereits das zweite Mal in diesem Jahr in München waren). Damals gefielen sie mir überhaupt nicht. Sie sind besser geworden, das muss man ihnen lassen. Aber die affektierte Art des Sängers und die doch recht simple Art ihrer Musik haben den Eindruck nur bedingt verbessert. Der Sound war deutlich besser, wenn auch nicht perfekt. Aber viel Einsatz zeigten sie, da kann man ihnen wirklich nichts vorwerfen. Dennoch war ich nicht unglücklich, als dieser Teil des Konzerts zu Ende war. Nächste Umbaupause gegen 23:00 Uhr.

Und schon gegen 23:30 Uhr begann das Highlight des Abends. Queensryche betraten die Bühne und alles konzentrierte sich gleich auf die charismatische Erscheinung des Herrn Tate. Er ist seit Anno '88 etwas kräftiger geworden, seine Haarpracht weicht dem Denken, aber das ändert nichts an seiner unglaublichen Bühnenpräsenz. Was hinzukommt ist ein sehr ruhiger, sympathischer und humorvoller Umgang mit dem Publikum. Geoff Tate erwies sich als Geschichtenerzähler über die guten alten Zeiten, warum er Vinyl lieber als CDs mag (sind größer beschriftet), aber er gab auch viele Informationen zur Entstehung und zum Hintergrund des neuen Albums American Soldier preis. Immer passend zu den Songs wurden die entsprechenden Anekdoten eingebunden. Diese trug er in sehr ruhiger Form vor und hatte dabei an passender Stelle immer ein Grinsen in dne Augen.

Das Konzert wurde von Queensryche in drei Teile eingeteilt. Zunächst gab es eine ordentliche Portion Rage For Order, der einige Tracks aus dem aktuellen Album folgten. Abgerundet wurde es dann anschließend von einer Auswahl an Empire-Songs. Das Publikum war begeistert. Besondere Leckerbissen waren das unsterbliche "I Will Remember", vom neuen Album die Nummern "If I Were King" und "A Dead Man's Words" und mit den Empire-Songs kam dann erst noch richtig Fahrt auf.

Ein besonderes Schmankerl wurde Schlagzeuger Scott Rockenfield geboten, der an diesem Tag Geburtstag feierte. Vor der letzten Zugabe wurde ihm von allen Anwesenden ein kräftiges Ständchen geboten. Er war sichtlich angetan. Mit "Empire" verabschiedeten sich dann Queensryche von der Bühne und ließen einen zufriedenen Fan vor der Bühne zurück.

Es ist einfach ein Erlebnis, Queensryche live zu sehen und zu hören. Es war ein wundervoller Abend, der etwas schmerzvoll begann, aber dafür umso grandioser endete. Wer nicht da war, hat etwas verpasst.

Setlist Queensryche:
-
The Whisper
Screaming In Digital
I Dream In Infrared
Walk In The Shadows
I Will Remember
Sliver
The Killer
If I Were King
Man Down!
A Dead Man's Words
Best I Can
The Thin Line
Silent Lucidity
Jet City Woman
Anybody Listening?
Empire

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