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Interview

Interview mit Watch Me Bleed (06.11.2009)

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Watch Me Bleed zählt zu jener Riege neuer Bands, die kaum noch in eine vorgefertigte Schublade zu pressen sind und auf gelungene Weise unterschiedliche Einflüsse zu einem durchdachten und harmonischen Ganzen verarbeiten. Das Debüt-Album Souldrinker konnte mich voll und ganz überzeugen und weckte zudem die Gier nach mehr Information über diese neue Truppe auf dem Markt. Die bekam ich schließlich von Gitarrist und Haupt-Songwriter Markus Pohl, der sich im Interview als sehr redseliger Partner erwies.

HH: Hallo Markus! Und zuerst ein dickes Komplement für eueren Einstand Souldrinker. Das Teil hat mich richtig an die Wand gedrückt! Erzähl uns doch mal, wie es zur Gründung von Watch Me Bleed kam und welche Musiker bei dieser Band am Start sind.

Markus: Vielen Dank für das Kompliment. Watch Me Bleed ist nichts anderes als die Realisierung eines Traumes, den ich schon immer hatte. Ich bin schon ewig mit Steffen befreundet und wir arbeiten schon sehr lange an dieser Band. Allerdings gab es nie die Zeit, das ernsthaft anzugehen. Vor zwei Jahren haben wir dann die ersten Songs so gehabt, wie wir uns das vorstellten und nach einem Sänger gesucht. Ein Festival samt zugehörigem Zustand später hatten wir mit Chris den Mann für die Vocals gefunden und waren fast soweit. Ein Demo wurde aufgenommen. Allerdings fehlte uns das Besondere, was wir dann mit Maggo gefunden hatten. Was erst ein Versuch war, erwies sich nach ca. 15 Minuten als genau das, was wir machen wollten: zwei Vokalisten, die total unterschiedlich klingen. Maggo brutal und Chris krank. Das passte, das Ergebnis ist auf der Platte zu hören.

HH: Du bist ja nebenbei auch noch Gitarrist bei Symphorce und Mystic Prophecy. Zwischen der Musik dieser beiden Bands und eben Watch Me Bleed besteht ja ein himmelweiter Unterschied. Kann es sein, dass da einige von euch einfach mal was anderes ausprobieren wollten?

Markus: Probieren? Wir hatten solch einen Drang, dass wir fast geplatzt sind. Bei so mancher Symphorce-Probe haben Steffen und ich erstmal Blastbeats gezimmert, weil wir Bock drauf hatten. Wir lieben alle die Arbeit mit unseren Bands, aber ich trage so einen Hass in mir, der sich manchmal gegen die ganze Welt richtet und der einfach raus will. Das lässt sich mit Watch Me Bleed verarbeiten, weil ich hier musikalisch absolut gar keine Beschränkungen hab. Die beiden Vokalisten geben mir hierbei ungeahnte Freiheiten. Ich kann bei so manchen Parts wechseln zwischen brutal und total abgefahren. So spielt das Leben.

HH: Ist Watch Me Bleed als eigenständige Band oder eher als so eine Art Side-Project zu verstehen?

Markus: Von einem Projekt in Verbindung mit Watch Me Bleed will ich nichts wissen. Viele erfolgreiche Musiker machen nebenher ein Projekt, das genau so klingt wie die Band, in der sie vorher schon gespielt haben. Das dient alles nur dem Zweck, Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen und da stehe ich gar nicht drauf. Eine Ausnahme bilden hier Projekte, die verschiedenste Musiker zusammenbringen und eher so eine Art Metal-Big-Band bilden. Das finde ich musikalisch extrem spannend.
Watch Me Bleed war allerdings schon immer als Band geplant. Das ist auch der Grund, warum die Instrumentalfraktion so aussieht, wie sie ist. Wir wohnen alle drei in der Nähe, sodass regelmäßige Proben und Arbeiten problemlos möglich sind. Auch unsere zwei Österreicher sind oft bei uns und umgekehrt. Nicht selten hängen wir auch nur gemeinsam ab oder treffen uns auf Konzerten.

HH: Wenn ich raten müsste, dann würde ich wohl sagen, dass Bands wie Disbelief, Arch Enemy, Sick Of It All und auch Slayer die eine oder andere Inspiration für euere Lieder geliefert haben. Sind da ein paar Treffer dabei oder liege ich völlig daneben?

Markus: Ich habe die Songs zum Großteil geschrieben, bevor sie an die Band gereicht und anschließend neu überarbeitet wurden. Bands wie Disbelief und Arch Enemy mögen wir alle und können durchaus ein Einfluss gewesen sein. Slayer haben dem Metal so viel gegeben, dass wohl jede Band von ihr beeinflusst wurde.
Sick Of It All kenn ich eher vom Namen her, da werde ich mich wohl mal umsehen müssen. Grundsätzlich ist zu sagen: Die Songs entstehen fast immer, wenn ich angepisst bin und mein Hass mich fast auffrisst. Ich lege mir die Gitarre um und lege einfach los. Sobald ich dann merke, dass etwas gut klingt, nehme ich es auf. Ein paar Tage später hör ich's mir an und entscheide, ob es den gewünschten Standard halten kann.

HH: Du darfst nun mal in die Rolle eines Schreiberlings schlüpfen und die Platte in eine Schublade stecken. Ich muss nämlich zugeben, mir wollte keine einfallen, als ich das Review geschrieben hab.

Markus: Wir nennen unsere Musik Blood Metal. Einfach, weil wir uns die Frage gar nicht stellen wollen, wie man unsere Musik bezeichnet. Es passt zur Musik und der Band. Ob man das hinterher Heavy Metal, Black-, Death- oder Thrash Metal nennt, ist mir letztendlich total egal. Wichtig ist doch nur, ob die Musik gefällt oder nicht.

HH: Und das tut sie. Das Resultat klingt jedenfalls richtig fett, brutal und hat zwei mächtig dicke Eier. Worum drehen sich denn die elf Abrissbirnen?

Markus: Die Texte spiegeln ziemlich genau wieder, was die Band ausmacht. Es gibt Texte, die sind eher mit Humor zu sehen. "667" z.B. beschreibt die Situation, neben der Hölle zu wohnen und dass genau das einem voll auf den Sack gehen kann. Egal, was man macht, die Situation wird einfach nicht besser. Andere Songs handeln dann eher von Themen, die unsere Erfahrungen widerspiegeln. "Rise" z.B. handelt davon, dass man sein Ding selber durchziehen muss, wenn man sich selber verwirklichen will.
In "Bloodred Rain" geht es um die Gefahr der Religionen. Keine Religion ist es wert, sein Leben oder das anderer zu opfern. Es dreht sich aber auch um die Tatsache, dass viele Menschen sich und ihr Leben durch Priester oder ähnliches verändern lassen, ihr Leben komplett aufgeben bis hin zum Selbstmord. Organisierter Glaube ist etwas sehr Gefährliches, erlaubt aber dem "Regierenden", das Volk klein zu halten. So etwas sollte man nie vergessen.
Wir lassen uns wie in der Musik auch bei den Texten nicht einschränken. Das Leben bietet die verschiedensten Seiten, und die werden textlich verarbeitet.
HH: Erzähl uns doch bitte noch was zu dem Entstehungsprozess des Album-Covers. Das ist ja ein echter Eye-Catcher geworden. War die Band dabei beteiligt?

Markus: Ja und das nicht zu knapp. Letztendlich wurde die Umsetzung von Matthias Bräuche von Season Zero (www.seasonzero.de) gemacht, denn für uns war es nicht möglich, alle Dinge so gut und auch druckfertig zu bekommen.
Angefangen hat alles mit dem Bandnamen und dem Konzept, das die Band mit der Zeit entwickelt hat. Es sollte zur Musik passen. Wir haben dann grob unsere eigenen Ideen zusammengestellt. Wir wussten von Anfang an, dass wir mit einem Model zusammenarbeiten wollen, welches eine Mischung aus Verführung und Bösartigkeit darstellt. Zudem sollte die dargestellte Situation in die Realität reichen, weshalb sich so mancher Blutspritzer und Fingerabdruck auf dem Artwork findet. Die Musik ist ja auch auf CD gepresst, spiegelt aber unseren Hass auf unser reelles Umfeld wieder. Ich weiß nicht mehr, wie viele Motive wir selbst zusammengezimmert haben, bis wir auf Matze gestoßen sind. Er verstand sofort, was wir wollten und schickte drei Entwürfe. Natürlich gab es noch Nacharbeit, aber der jetzige stach uns sofort ins Auge.
Zusammen entwickelten wir die Idee, das Booklet wie eine Art Tagebuch zu gestalten. Die übrige Geschichte kann man sehen, wenn man das Album in der Hand hält.

HH: Habt ihr die Songs auch schon mal live zum Besten gegeben?

Markus: Viele Shows können wir noch nicht verzeichnen. Leider hat die Platte so viel Zeit eingenommen, dass wir Konzerte vernachlässigen mussten. Auch kann man sich als unbekannte Band nicht zurücklehnen und alles den anderen überlassen, sondern muss sich um jede Kleinigkeit selber kümmern. Es muss ALLES kontrolliert und immer wieder auf Verbesserung gepocht werden. Wir sind trotzdem dabei, Shows zu buchen. Die gespielten Shows liefen erstaunlich gut und lässt das Potential der Band im Live-Sektor immer mehr erkennen. Wir haben letzte Woche mit Sacred Steel zusammengespielt und konnten uns nicht beschweren, obwohl wir musikalisch gar nicht in das Package passten. Letztendlich machen wir das Ganze nur, um auf die Bühne zu kommen. Wir sind selber ja auch Fans und finden es total geil, eine große Metalparty zu feiern.

HH: Wie waren die Reaktionen im Publikum? Da das Album jetzt erst raus gekommen ist, dürfte das Material ja weitestgehend Neuland für die Anwesenden gewesen sein ...

Markus: Da können wir uns gar nicht beklagen. Wir haben noch nie mit Bands zusammengespielt, die musikalisch zu uns passten. Trotzdem konnten wir gute Partys feiern.

HH: Wisst ihr schon, ob oder wann ihr mal in die Münchener Gegend kommt, damit wir nach der Platten-Kritik und diesem Interview auch gleich noch einen Live-Bericht draufpacken können?

Markus: Bisher ist nichts Genaues geplant. Wir sind dabei, unser Einzugsgebiet immer weiter auszubreiten. Genaue Termine stehen noch nicht. Aber ich verspreche: Sollten wir dort auftauchen, dann werden wir alles geben, den Laden leerzutrinken und dann niederzubrennen.

HH: Ausgezeichnet! So, wir kommen auch schon zur letzten Frage. Was ist als nächstes geplant im Hause Watch Me Bleed? Gibt's schon Ideen für neues Song-Material?

Markus: Die Platte muss erstmal auf die Bühne gebracht werden. Wir haben Monate verbracht, um alles so hinzubekommen, wie wir uns das vorstellen. Die Konzerte sind der Lohn für die Arbeit, und den wollen wir uns definitiv abholen, denn wir haben ihn verdient. Deswegen sind wir gerade dabei, Festivals für den Sommer zu buchen, Warm up Shows für die nächste Zeit und dann natürlich auf eine Tour zu kommen, die uns das Material vor einem größeren Publikum vorstellen lässt. Wenn wir ehrlich sind: Wir wollen nur die Zeit der Shows genießen, uns Bier reinschütten und dicke Partys feiern. Abfahrt...

HH: Ich sage Danke für das interview und überlasse dir die letzten Worte an unsere Leser.

Markus: Da bleibt mir nur zu sagen: Bleibt euch selber treu, lasst euch nicht verbiegen und schaut mal bei einem Konzert vorbei. Blood Fuck Metal!

Dagger

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