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Konzert-Bericht

Morbid Angel, Kataklysm, Marduk, Belphegor, Keep Of Kalessin & Arsis

Metalfest 2008

Backstage, München 12.12.2008

(Fotogalerie)

Winterzeit ist Metalfest-Zeit. Nachdem das letztjährige Fest mit Six Feet Under & Co schon ein großer Erfolg war, stand einer Wiederholung desselben in diesem Jahr auch nichts im Wege, das Billing war keineswegs schwächer als 2007. So hat es mich dann doch etwas verwundert, dass Anfangs nur gut die Hälfte des Werkes gefüllt war, ich hatte einen stärkeren Andrang erwartet. Aber was nicht ist, kann ja noch werden...

So ergab es sich, dass Arsis als Opener noch nicht den Zuspruch seitens des Publikums hatten wie die nachfolgenden Bands. Dabei machte das Quintett aus Virginia seine Sache recht gut. Zwar war der relativ technisch angehauchte Melodeath der Amis nichts, was mich mit nach unten geklappter Kinnlade dastehen ließ, aber zum Aufwärmen taugte der Gig allemal. Der Sound war recht ordentlich, das Stageacting ganz unterhaltsam und das Liedgut recht solide. Zwar dauerte der Auftritt nur 30 Minuten, aber diese Zeit reichte, um den Anwesenden die Gedanken an das trübe Wetter zu verjagen und sie für die nächsten Combos vorzubereiten. Eine gelungene Eröffnung!
(Hannes)

Nun war es an der Zeit für die Mötley Crüe des Black Metals: Keep Of Kalessin! Zumindest optisch hätten die Norweger den Amis Konkurrenz machen können, musikalisch ging's dagegen etwas deftiger zur Sache. Hauptaugenmerk war Material des neuesten Outputs Kolossus und die Fans der Band gingen dementsprechend ab. Ich dagegen kenne weder die erste noch die zweite Platte und so klang für mich jeder Song recht ähnlich wie der vorherige. Der Sound war zudem auch nicht so besonders und ein ziemlicher Matsch kam da aus den Boxen. Gitarre war nur schlecht auszumachen und das einzige was man richtig gut gehört hat, waren die Drums. Doch das norwegische Quartett gab sich sichtbar Mühe und konnte so einige Headbanger für sich gewinnen!
(Basti)

Der Special Guest aus Österreich stand nun auf dem Programm und dementsprechend voll wurde es vor der Bühne. Dann betrat das Quartett die Bühne und losging es. Die Stimmung ist nun deutlich besser als bei Keep Of Kalessin, was wohl aber auch daran liegen kann, dass das Zeug von Belphegor eingängiger und ausgereifter ist. So ließ sich fast die halbe Halle zum Mitbangen animieren und Jubelrufe gab es auch reichlich. Es wurde hauptsächlich Material von Bondage Goat Zombie und Pestakopalypse IV gespielt, was mir sehr entgegen kam, da dies meine Lieblingsalben dieser Band sind. Zu dem Titeltrack der neuen Platte zog sich Sänger Helmuth eine Stachel-bestückte Ledermaske auf und absolvierte so den Rest des kurzen Gigs. Der Sound ist nun deutlich besser und die einzelnen Gitarren klar und deutlich zu hören. Nach viel zu knappen 40 Minuten ist dann aber schon Schicht im Schacht!
(Basti)

Schwarz ging es dann auch weiter, denn das Abrisskommando von Marduk stürmte nun die Bühne. Die Norweger gaben sich auch redlich Mühe, die Stimmung nicht absinken zu lassen, immerhin hatten Belphegor die Messlatte schon recht hoch gelegt. Allerdings traf der Gig der Schwarzheimer nicht den Nerv eines jeden Anwesenden, so dass dieser Auftritt nur von Teilen des Publikums richtig genossen wurde. Mir persönlich war er auch etwas zu brav, irgendwie hatte ich mir da einen etwas intensiveren Auftritt erhofft. Dafür gab es sogar einen Moshpit, beim Schwarzmetall doch eher ungewöhnlich. So hatten zumindest einige in der Menge ihren Spaß, während sich der Rest wenigstens für Kataklysm erholen konnte.
(Hannes)

Die Zeit für den heimlichen Headliner und Gewinner des Abends war reif: Kataklysm! Mit Prevail ist den Kanadiern ein superbes Album gelungen und dies wollte natürlich auch live präsentiert werden. So ging es mit dem Titelstück los und es wurde verdammt eng vor der Bühne. Der erste richtige Moshpit entstand und zauberte ein Grinsen auf Maurizios Gesicht. Dieser war in bester Laune und seine Kollegen standen ihm in nichts nach und so ließen sie einen Kracher nach dem anderen vom Stapel. "Like Angels (Weeping The Dark)", "As I Slither", "Blood In Heaven", "Crippled And Broken" und "In Shadows & Dust". Die Fans und die Band gaben alles; der Schweiß regierte das Geschehen. Der Sound war mit Abstand der beste des Abends und Kataklysm bewiesen, dass sie eine Live-Macht sind. "Blood In Heaven" beendete den Set dann, welcher vor allem Stücke der letzten drei Alben enthielt. Für meinen Teil war das mit das beste Konzert, dass ich je von dieser Band gesehen habe. In dieser Form und mit viel längerer Setlist, dürfen die vier Herren gerne wieder kommen!
Und um Kollegin Tarnele zu zitieren: "Kataklysm waren ja so geil, ich muss mir jetzt sofort ein T-Shirt kaufen!" Recht hatte sie und ich hab mir die 25 Euro für ein Longsleeve auch gegönnt.
(Basti)

Jetzt war es natürlich verdammt schwer für den Headliner, dieses Niveau zu halten oder gar zu toppen und um es kurz zu machen: Es gelang auch nicht ganz. Nicht, dass der Auftritt der morbiden Engel schlecht gewesen wäre, nein, ganz sicher nicht. Es war sogar ein recht guter Gig von einer guten Band mit einem gut aufgelegten David Vincent, natürlich auch mit guter Setlist (verdammt, was für eine Inflation an dem Ausdruck "gut"), aber nach diesem Monstergig von Kataklysm war gut halt nicht gut genug, um ein wirklicher Kracher zu werden. Aber das machte eigentlich gar nichts, denn so konnte man sich noch zu guter Musik und einem ordentlichen Auftritt von den vorangegangenen Strapazen erholen und das technische Geschick der Amis genauso bewundern wie das etwas gewöhnungsbedürftige Bühnenoutfit von David Vincent, dessen glänzendes Plastik/Gummi/Latex/wasweißich-Shirt mich immer noch in meinen Alpträumen verfolgt.
(Hannes)

So ging der Konzertabend langsam seinem Ende entgegen und das Publikum nach einem Besuch bei den Merch-Ständen zufrieden heimwärts. Lang war's und gut war's, ein Konzertabend, der seinen Eintrittspreis wert war. Metalfest 2009, ich komme!

Basti & Hannes

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