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Konzert-Bericht

Eisbrecher & A Life Divided

Alabamahalle, München 18.10.2008

Eisbrecher treffen ja mit ihrem Sound auf geteilte Meinungen. Die einen lieben den elektronischen Sound, von so manchem "großen" Printmedium werden sie schlicht als eine Rammstein-Kopie geschasst. Fakt ist jedoch, dass die Münchner um Fronthüne Alexx ein wahrer Publikumsmagnet sind. Und so verwunderte es auch nicht wirklich, dass sich vor der Alabamahalle im Münchner Osten eine gar beachtliche Schlange gebildet hatte, die Einlass begehrte. Nach einer kurzen Irrfahrt zur alten Adresse der Alabamahalle (die auch so noch im Internet steht, grummel) hieß es dann erst mal anstellen. Zumindest kurzzeitig, denn wozu hat man denn einen Platz auf der Gästeliste? Eben. (Angeber! - Kara) Nachdem der Einlass dann auch mit etwas Verspätung angefangen hatte, füllte sich das Areal zusehends. Noch kurz den Merch-Stand inspiziert und dann über den Umweg an der Bar zur Bühne vor getigert. Gleichzeitig war das auch mein letzter Besuch an der Bar (wenn man mal die Pfandrückgabe nicht mit rechnet), denn 3,50 für 0,3 Becks ist dann doch etwas zuviel des Guten. Etwas seitlich vor der Bühne postiert harrten wir der Dinge, die da kommen mochten.

Als Support waren die Geretsrieder A Life Divided engagiert, die einen guten Job machten und den Fans sehr gut einheizten. Mit "Isolation" vom 2006er Far-Album wurde der Set eröffnet, gefolgt von "Anyone" vom gleichen Album. Den Sound der Jungs kann man als Mischung zwischen Dark/Gothic Metal, verziert mit elektronischen Spielereien vom Band, bezeichnen und dies passte gut zum Hauptact. Die Fans vor der Bühne ließen sich von Jürgen Plangger (Vocals) zu diversen Mitklatschspielchen animieren, etwas weiter hinten jedoch war pures Zusehen angesagt. Die Jungs kamen sehr natürlich rüber und konnten sicher an diesem Abend den ein oder anderen zusätzlichen Fan für sich gewinnen. Ob es jedoch ratsam ist, als Opener gleich zwei Balladen in das Set aufzunehmen, wage ich zu bezweifeln. Jedenfalls sorgten bei der ersten Fans dafür, dass die Band von allen Richtungen mit Rosen beworfen wurde. Nette Einlage, auf mich wirkte das Ganze jedoch etwas zu einstudiert und wenig spontan. Sei's drum, ein Geburtstagsständchen gab es auch noch zu singen, Sänger Jürgen feierte an diesem Abend seinen 30sten Geburtstag. Die Setlist setzte sich hauptsächlich aus Songs des Albums Far zusammen, lediglich mit dem finalen "No Word Order", das stilistisch nicht ganz so zum Rest des Sets passte, war das 2003er Werk Virtualized vertreten. Mit viel Beifall wurde die Band in den Feierabend verabschiedet. Die geforderte Zugabe wurde jedoch nicht mehr gewährt.

Als die Lichte ausgingen konnte es nur heißen: Eisbrecher kamen, spielten und siegten. Von der ersten Note an war die Alabamahalle (die mit 1.000 Fans befüllt war) aus dem Häuschen. Nach einem kurzen Intro, bei dem nach und nach die Bandmitglieder unter sehr viel Beifall die Bühne betraten, legten Eisbrecher mit dem Titelstück der aktuellen Scheibe Kann Denn Liebe Sünde Sein mächtig los. Als Alexx mit seinen Eispickeln ins Licht trat, steigerte sich der Beifall nochmals um einige Dezibel. Nach dem ersten Song war dann nochmals das Geburtstagskind Jürgen an der Reihe, der neben dem Gesang bei A Life Divided die Gitarre bei Eisbrecher bediente. Mit den Worten "Jetzt gehört dir endlich auch die Gitarre, die du auf Tour schon die ganze Zeit gespielt hast" überreichte Alexx Jürgen eine schwarze Gitarre mit Geschenkband. Mit dem passenden "Angst" machte man dann auch gleich den Sprung zurück zum ersten Album. "Antikörper" und "Phosphor" folgten bevor es "Willkommen Im Nichts" hieß. Dann war es an der Zeit, ruhigere Töne anzuschlagen, "Herdieb" wurde angestimmt. Hierzu bat Alexx alle Feuerzeuge im Nichtraucherstaat anzuzünden. Überhaupt hielt sich der charismatische Fronter mit spitzen Bemerkungen und Seitenhieben nicht zurück, jeder bekam sein Fett weg, sogar Popstar-Choreograph Detlef D. Soost, der mit einer eigenen Eisbrecher-Choreographie aufs Korn genommen wurde. Mit der ihm eigenen Ironie kündigte Alexx "Alkohol" an: "Alkohol kann euch töten, Zigaretten können euch töten, doch das Leben tötet euch 100%ig. Also sauft!" Mit einem kleinen Abstecher in Rammsteinsche Gefilde wurde der Song zum Besten gegeben, bevor es weiter im Set ging. Langsam aber sicher entledigte sich Alexx während des Gigs auch seiner schwarzen Kleidung, angefangen mit der Krawatte, die eine dankbare Abnehmerin in den ersten Reihen fand, über den Preis "...muss man sich noch unterhalten.", so der Fronter mit einem Augenzwinkern. Die Single-Auskopplung "Vergissmeinnicht" durfte in der Setlist ebenso wenig fehlen wie der Club-Hit "Schwarze Witwe". "Zeichen Der Venus" setzte dann den vorläufigen Schlusspunkt unter den regulären Set, der mit lautem Beifall und nicht verstummenden Zugabe-Rufen quittiert wurde. Allzu lange ließen es sich Eisbrecher nicht nehmen, wieder auf die Bühne zurück zu kommen. Gerade genug Zeit zum Umziehen hatte Alexx, der nun in Tracht auf der Bühne stand. Da war klar, mit welchem Song der Zugabenblock eröffnet werden sollte. Mit der Hommage an die deutschen Tugenden hieß es dann auch "This Is Deutsch", das vom weitaus tanzbareren "Ohne Dich" abgelöst wurde. Als Dankeschön für den Zuschauerrekord auf dieser Tour, die die Band u.a. auch nach Russland führte, gab es noch "Eisbrecher", bevor dann das allseits bekannte "Miststück" das Finale bedeutete. Doch der Song wurde mit einem Gesangswettstreit zwischen Männlein und Weiblein in der Halle entsprechend verlängert, bevor Alexx mit seiner Clawfinger-Einlage zum Endspurt ansetzte. Eisbrecher wurden danach noch gehörig gefeiert und wer noch nicht genug hatte, konnte in der angrenzenden Garage auf der Aftershowparty noch weiter feiern. Ein geiler Abend!

Setlist Eisbrecher:
Kann Denn Liebe Sünde Sein
Angst
Antikörper
Phosphor
Willkommen Im Nichts
Herzdieb
Leider
Alkohol
Mein Blut
Vergissmeinnicht
Schwarze Witwe
Zu Sterben
Heilig
Zeichen Der Venus
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This Is Deutsch
Ohne Dich
Eisbrecher
Miststück

Ray

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