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Festival-Bericht

Summer Nights Open Air

mit Mayhem, Die Apokalyptischen Reiter, Moonsorrow, Obituary, Sepsis, Kratos, Dark Fortress, Maroon, Outrage, Necrophagist, Lost Dreams, Varg, Thirdmoon, Belphegor, Stabbed To Death, Sabaium, Ars Irae, Lovekraft, Goddamned X, Gods Of Emptiness, Fall Of Serenity, In Slumber, Equilibrium, Inzest & Volbeat

Burg Frauenstein, Mining am Inn 20. - 21.06.2008

(Fotogalerien: Summernightsopenair2008 Freitag, Summernightsopenair2008 Samstag)

Freitag, 24.06.2008

Die Österreicher Sepsis waren die erste Band, die ich auf dem Summer Nights zu Gesicht bekommen hatte. Der melodische Metal der Jungs, der ein ums andere Mal Maiden-Riffs durchblitzen ließ, lief um diese Uhrzeit gut rein. Vor der Bühne hatten sich bisher gerade mal ca. 30 Nasen versammelt, doch die Band hatte auch so ihren Spaß. Die Band machte einen engagierten Eindruck und erhielt dafür auch den verdienten Applaus.

Schlappe 1.500 km Anfahrtsweg hatten die Rumänen Kratos auf sich genommen, um auf diesem Festival spielen zu können. Dieser Auftritt war für die Band etwas Besonderes, war er doch der erste Gig der Bandgeschichte in West-Europa. Leider war er dies nicht für die Anwesenden, gerade mal zwei Handvoll Leutchen fanden sich vor der Bühne ein und ließen sich den Gothic Metal der Band in die Ohren jagen. Vielleicht lag es am Schlagzeug aus der Konserve, denn das Drumkit war verwaist? Der Sound jedenfalls hatte das, was man von Gothic Metal erwartete: viel Keyboard und die typischen Gut-gegen-Böse-Vocals. Wobei speziell der Gesang von Monica Barta etwas zu hoch angesiedelt war. Mehr als Höflichkeitsapplaus war hier nicht drin.

Dark FortressAuf den Auftritt der Landshuter Dark Fortress war ich mehr als gespannt, sah ich sie doch das erste Mal ohne den charismatischen Frontmann Azathoth. Schon beim Soundcheck versammelten sich zahlreiche Fans der Band und feierten die ersten Töne von "Catawomb" im Soundcheck ab. Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann los. Sofort war viel los vor der Bühne, zahlreiche Banger verrichteten ihr Tageswerk und Pommelsgabeln wurden in den Himmel gereckt. Dark Fortress präsentierten sich als Einheit und lieferten eine gute Show ab, auch wenn Black Metal bei Sonnenschein etwas an Wirkung verliert. "Self Mutilation", "The Unflesh" und das unausweichliche "Catawomb" wurden durch die PA geblasen und von den Fans dankbar aufgenommen. "Baphomet" beschloss den regulären Teil des Sets, doch die Fans verlangten nach mehr. Als Zugabe wurde vom aktuellen Album noch "Edge Of Night" zum Besten gegeben, bevor dann leider endgültig Schluss war. Der neue Mann am Mikro Morean hat seine Sache sehr gut gemacht, auch wenn die charismatische Lücke, die Azathoth hinterlassen hat, noch nicht ganz gefüllt worden ist.

Danach war erst mal Nahrungsaufnahme am Zeltplatz angesagt, bevor die heißen Temperaturen alle Vorräte ungenießbar machen sollten. Also erst mal wieder einen strammen Fußmarsch hingelegt.

Maroon mussten ihren Auftritt mehr als kurzfristig absagen, so dass für einen Ersatzbeschaffung keinerlei Chancen gegeben hat.

Weiter ging es dann zur Second Stage, wo Outrage aus der Steiermark quasi eine Art Heimspiel hatten, denn vor der kleinen Bühne war beachtlich was los. Das Intro der Jungs erinnerte klar an den britischen Panzer Bolt Thrower und stimmte für den nachfolgenden Gig gut ein. Groovender, im Midtempo gehaltener Death Metal war hier angesagt, der viele Banger auf den Plan rief. Soundtechnisch hatten die Jungs leider aufgrund der vielen Rückkopplungen etwas Pech, aber dadurch ließen sie sich nicht aus dem Takt bringen. Songs wie "Between Life And Death", "Switch Off The Pain" oder das neue "Exterminated" (hoffe, den Titel richtig verstanden zu haben) bollerten ansonsten recht amtlich durch die Boxen und ernteten den verdienten Beifall. Für meinen Geschmack war etwas zu viel Hall auf die Vocals gelegt, aber das mal nur am Rande bemerkt. Ansonsten ein absolut gelungener Gig, der mit vielen Zugaberufen belohnt wurde. Nach einem weiteren Song war dann aber leider doch Schluss mit der deathmetallischen Sause.

Zwischenzeitlich wurde bekannt gegeben, dass Moonsorrow ihren Gig nach hinten verlegen mussten und somit den Platz mit Varg tauschten. Für Varg war es ein Gewinn, weil sie dadurch ihren Set auf der Hauptbühne spielen konnten, Moonsorrow dagegen mussten auf die wesentlich kleinere Second Stage ausweichen. Schade.

NecrophagistNun war es an der Zeit für technisch höchst anspruchsvollen Death Metal, und Necrophagist zeigten allen, wie man diesen zelebriert. "Ignominious & Pale" oder "Foul Body Autopsy" ließen einem kaum Zeit zu relaxen und gingen einfach nur Vollgas mitten auf die Zwölf. Unterstrichen wurden die Songs noch durch einen schönen, fetten Sound, der die Griffbrettakrobatik der Jungs gut zur Geltung kommen ließ. Ein Mosh-Pit ließ bei diesem Sound auch nicht lange auf sich warten. Gitarrist und Sänger Muhammed Suiçmez bedankte sich artig nach jedem Song und wurde von den Fans gefeiert. Und da steht man so sorglos vor der Bühne und lässt sich die Lauscher frei pusten und blickt mal eben nach links und steht plötzlich neben Martin Schirenc (Ex-Pungent Stench, Hollenthon), der ebenfalls gebannt auf die Bühne blickt. Mit viel Beifall wurden Necrophagist nach 45 Minuten verabschiedet.

Mich würde mal interessieren, wie viele Höhenmeter ich an diesem Wochenende zusammen gezählt zurück gelegt habe beim ständigen Wechseln zwischen Haupt- und Nebenbühne. Oben vor der Second Stage wieder angekommen zockten gerade die aus Tirol stammenden Lost Dreams ihren melodischen Death Metal vor zahlreich versammelter Mannschaft. Der mit ordentlich Groove versehene Death Metal sorgte für gute Stimmung und ordentlichen Beifall. Zwischen den Songs waren zahlreiche Hey-Hey-Rufe zu vernehmen, die die Jungs dankbar aufnahmen. Doch schon kurz vor dem Ende des Gigs hieß es wieder bergab gehen, da sich der Platz vor der Hauptbühne, wo Varg gleich auftreten sollten, stetig füllte.

VargVarg waren in jüngster Vergangenheit nicht gerade vom Glück verfolgt, haben doch im letzten Jahr 50% der Mitglieder die Band verlassen. Nun also, mit drei neuen Mitgliedern versehen (Draugr am Mikro, Hati an der Gitarre und Managarm am Bass) galt es, sich wieder als Einheit zu präsentieren. Und die Jungs wurden gebühren empfangen. Vor der Bühne war viel los und die Stimmung war super, man merkte eben, dass Pagan/Viking-Metal die Metalrichtung der Stunde ist. Mit "Kriegsbemalung" und Fackeln am vorderen Bühnenrand wurde auch etwas für die optische Untermalung getan. Jeder Song wurde von den Fans gefeiert, was Fronter Draugr zur Feststellung brachte "Ihr seid noch zu nüchtern!". Selbstredend, dass auf diese Ansage "Skal" folgen musste. Die neuen Bandmitglieder machten eine gute Show, auch wenn Draugr zwischen den Songs einen stellenweise verlegenen Eindruck machte. "Das Alte Feuer" beschloss den Gig und mit viel Beifall und Hey-Rufen wurden die Bajuwaren von der Bühne geleitet.

Bei den Linzern Thirdmoon kam die Lightshow auf der kleinen Bühne das erste Mal zum Einsatz. Die Stimmung war sehr gut vor der Second Stage und die Jungs bekamen für ihre Mischung aus Black und Death Metal, angereichert mit ordentlichen Melodien, verdientermaßen sehr viel Beifall. Leider hatten die Jungs eine etwas unglückliche Spielzeit erwischt, denn zum gleichen Zeitpunkt war für nicht wenige Leute Fußball angesagt, die sich vor dem Fernseher drängten. Die ebenfalls vor Ort stationierte Bar erschwerte es zudem, sich von diesem Platz los zu sagen.

BelphegorWieder an der frischen Luft, sicherte man sich gleich ein Plätzchen am Hang um den Gig von Belphegor von oben genießen zu können. Vor der Bühne war eh kaum mehr Platz, dicht an dicht standen die Fans, als das Inferno begann. Und die Fans feierten jeden blasphemischen Song ab. Während des Sets wurde immer wieder ein schön anzusehender Mosh-Pit ins Leben gerufen, der in Jubel nach jedem Song umschwang. Es ist schon beachtlich, was für eine Präsenz Helmuth (Guitar, Vocals) auf die Bühne legte, de Rest der Band wurde hier unweigerlich zu Statisten "degradiert". Die Lightshow war hauptsächlich in Rot und Blau gehalten und unterstrich damit die Songs "Seyn Tod In Schwartz" oder "Bondage Goat Zombie" eindrucksvoll. Nach einer knappen Stunde Blasphemie-Unterricht war der Gig leider viel zu früh vorbei und die Meute machte sich auf den Weg zur kleinen Bühne, wo gleich die Finnen Moonsorrow beginnen sollten.

MoonsorrowStatt auf der großen Hauptbühne mussten die Finnen Moonsorrow nun also auf der kleinen Nebenbühne ihren Set spielen. Und gleich zu Beginn lieferten sie auch den Grund hierzu "Finaly our instruments arrived in Austria" teilte Sänger und Bassist Ville den Anwesenden mit. Ganz nach dem Motto "Jetzt erst recht" legten sich die Jungs mächtig ins Zeug. Die Bühne war zwar etwas beengend ausgefüllt, doch Moonsorrow bezogen einfach den Platz vor der Bühne in ihre Performance mit ein. Das Areal vor der Second Stage war ordentlich befüllt mit bangwütigen Fans, die die Finnen mächtig anspornten. Lag es am verschobenen Gig, dass sich die Band mächtig ins Zeug legte? Von Müdigkeit war ob der späten Spielzeit weder bei der Band noch bei den Fans etwas zu spüren, ganz im Gegenteil. Fast schien es als ob sie sich deswegen noch mehr ins Zeug legten, selten einen so engagierten Gig der Finnen gesehen. Die Spielfreude übertrug sich auf die Fans, die jeden Song bejubelten. Beide Daumen hoch dafür!

Bei Obituary kann man eigentlich sagen: kennt man einen Gig, kennt man den Rest auch. Die Amis gingen sehr routiniert durch ihren Set, in meinen Augen etwas zu routiniert. Mir fehlte beim eigentlichen Headliner irgendwie die Spielfreude, die Motivation, alles schien einfach nur so abgespult zu werden. Die Setlist bot genauso wie der Zugabenteil keine großartigen Überraschungen. Nach dem regulären Set begann der Zugabenteil mit dem Drumsolo, welches in ein Gitarrensolo überging, das man schon von der letzten Tour her kannte und der Set endete mit dem vielfach verlangten "Slowly We Rot", das wohl der unsterbliche Klassiker der Amis ist. Ansonsten ein solider Gig, der von den Fans mit einem Moshpit honoriert wurde, aber keine Überraschungen bot. Auch unverständlich war, dass der reguläre Teil bereits zehn Minuten vor der eigentlichen Zeit beendet wurde. Schade, da wäre mehr drin gewesen.

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