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Konzert-Bericht

Irony, Xenesthis, Palace, Scavanger, Mosaik & Malicious Curse

Heavy Metal's Calling V

Hammerhalle, Rosenheim 05.07.2008

Das Heavy Metal's Calling ging dieses Jahr in die fünfte Runde. Letztes Jahr war den Jungs von Scavanger, die das Power-Metal-Festival veranstalten, ein überwältigender Erfolg beschieden - kein Wunder bei so hochkarätigen Bands wie Crystallion. Aber auch dieses Jahr las sich das Line-Up sehr erfreulich: Malicous Curse, Mosaik, Scavanger selbst, die Veteranen Palace, mit Xenesthis ein Vertreter der Metalcore-Fraktion sowie als krönender Abschluss die Power-Metaller Irony aus Heidelberg sollten den Fans richtig einheizen.

Eingeheizt hatte vor allem Petrus, die Sonne knallte an diesem Samstag unbarmherzig auf Rosenheim und Umgebung nieder. Aber auch beim schönsten Wetter gilt: es gibt Wichtigeres. Die Hammerhalle als Bestandteil des City Domes ist zum Glück leicht zu finden. Der Eingang zur Halle liegt gleich neben dem zu den Toiletten des Gastro-Bereiches... wenn das mal kein Vorzeichen war! (Um das gleich vorwegzunehmen: War's nicht.)
Ich war eine halbe Stunde zu spät losgefahren und verpasste somit erwartungsgemäß den Auftritt von Malicious Curse. Die vier Groove-Death-Speed-Trash-er konnten jedoch nicht allzuviel Eindruck hinterlassen haben - es war nämlich keine Sau da und auch die freundlichen Damen am Eingang waren sich uneins, ob schon gespielt worden war. Bestenfalls fünf bis zehn Leute hielten sich zu Beginn in der Hammerhalle auf, was ich sehr befremdlich fand. Gibt es denn in Rosenheim, München und Umgebung keine Power-Metaller mehr? Niemanden, der sich nicht nur an fiesem Gegrunze und Blast-Beats erfreut, sondern eine schöne Melodie zu schätzen weiß? Offensichtlich nicht...
Die Halle selbst ist zwar groß genug für mindestens 200-300 Leute, aber auch schmal genug, dass sich weniger Menschen nicht völlig verloren fühlen müssen. Sehr gemütlich. Stehtische bis in die Mitte der Halle boten willkommene Anhaltspunkte und mit der Bar am hinteren Ende und den bereits erwähnten Toiletten war alles Nötige in unmittelbarer Reichweite.

Aufgrund von soundtechnischen Problemen mit den Monitorboxen (erst aus, dann zu laut) konnten Mosaik erst um 19:25 Uhr, also zehn Minuten später als geplant, beginnen. Mosaik sind vier sehr sympathische junge Männer aus Übersee am Chiemsee, die eine meist deutschsprachige Mischung vom Hard Rock bis zum Progressive Metal boten. Die Musik besteht dabei aus sehr langen, variablen Songs, die den Zuhöreren einiges an Konzentration abverlangen. Es war aufgrund der mitreißenden Melodien einfach, gut mitzugehen, aber die langen Instrumentalpassagen waren nicht jedermanns Sache. Sehr gut gefallen haben mir die zweistimmigen Gesangslinien, die großartig von Gitarrist/Sänger Christian Brach und dem massiven Schlagzeuger Florian Huber vorgetragen wurden. Nach dem ersten Lied "Nur Einmal Richtig Böse Sein" und auch zwischendrin gab es immer wieder kleine Pausen wegen leichter Probleme mit der Ausrüstung, die aber von gut gelaunter Pausenmusik des ersten Gitarristen Martin Lukas gekonnt überspielt wurden. Mit einem langgezogenen Manowar-Schluss nach "Black And Silver" beschlossen Mosaik ihren feinen Auftritt vor mittlerweile bestimmt schon 30 Leuten um Punkt 20:00 Uhr. Nicht verpassen: Die CD-Release-Party am 1. August in Peterskirchen!

Eine Viertelstunde später gaben sich die Veranstalter Scavanger die Ehre. Und was für ein Unterschied zu ihrem Auftritt vor Nazareth! Frei von der Leber weg, spiel- und bewegungsfreudig präsentierten sich die fünf Burschen um einiges besser als damals. Von Schüchternheit keine Spur mehr. Mit "Chopping Change" wurde auch ein neuer Song auf die Leute losgelassen und mit gleich zwei Gitarrensoli veredelt. Bester Song von Scavanger ist und bleibt jedoch das zwar schon alte, aber immer noch unglaublich mitreißende "Heavy Metal's Calling". Scavanger konnten auch einen völlig begeisterten Fan aufbieten: ein junger Mann im Hühnerkostüm, der es sich nicht nehmen ließ, vor und auf der Bühne begeistert mit der Band und deren Songs mitzugehen. So macht das Spaß!

Danach, es war ungefähr 21:20 Uhr, enterten Palace die Bühne. Diese Jungs sind definitiv irgendwann Anfang der Achtziger eingeschlafen und erst vorgestern wieder aufgewacht - will man nach ihrer Optik gehen. Beispielsweise wirkt Sänger HP Piller wie eine Mischung aus Jens Lehmann und Kai Hansen: hautenge Lederhose, Lockenvokuhila... absolut old school. Nachdem am Merchandising-Stand bereits fünf CDs plus eine Live-CD auslagen, erwartete ich mir viel. Und wurde nicht enttäuscht: Palace vermitteln einem wirklich das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist. Heavy Metal der klassischsten Sorte, ohne einen Funken Anbiederung an Trends und Ideen der letzten 20 Jahre. Routiniert und erfahren zocken die vier ihren Set runter. Bestes Lied dabei: Das epische "The Healer". Auf mich wirkte das Posing der Band teilweise etwas zu einstudiert, aber das sollte nicht stören. Beim Publikum (das übrigens mittlerweile auf seine unglaubliche Endgröße von ganzen 50 Nasen angewachsen war) kamen Palace sehr gut an und wurden allgemein als "beste Band bisher" bezeichnet.
Ungefähr um zehn nach zehn war der Gig von Palace eigentlich beendet. Zur allgemeinen Überraschung kamen sie jedoch nochmal auf die Bühne und zeigten damit wahre Größe: Die Metalcoreler Xenesthis aus Österreich, die jetzt nämlich hätten spielen sollen, hatten aufgrund der wenigen Anwesenden die Nase gerümpft und anstatt der vereinbarten Erfolgsbeteiligung samt Spritgeld eine Festgage von den Veranstaltern verlangt - was diese natürlich ablehnten. Da man zu keiner Einigung kam, fiel der Gig von Xenesthis aus. Eine feine Bande, kann man da nur sagen.
Palace jedoch ließen sich nicht lumpen und rockten die Meute noch zusätzlich mit sehr gut gespielten Coverversionen von "You've Got Another Thing Coming", "Thunderstruck" und "Highway To Hell". Respekt!

Jetzt konnte man die Zeitverschiebungen, die sich wegen der störrischen Monitorboxen eingeschlichen hatten, wenigstens in Ruhe wieder aufholen und so enterten die Heidelberger/Mühlhausener Irony die Bühne in aller Gemütlichkeit um kurz vor viertel zwölf. Da kam nochmal ein Brett auf die Anwesenden zu: Heavy Power Metal, aber nicht mehr traditionell, sondern frisch und modern. Vorgetragen voller Energie und Spielfreude. Seht ihr, Xenesthis, so geht das! Auch Irony blieben von den Soundproblemen nicht völlig verschont, nahmen es aber mit Humor. Besonders Sänger Nicolaj Ruhnow und Gitarrist Manuel Förderer taten sich mit locker-flockigen Sprüchen hervor. Nicolaj ist seit einiger Zeit auch bei Domain angestellt und man sah an diesem Abend auch, warum: Er hat eine sehr intensive Bühnenpräsenz, ohne jede Verlegenheit oder Steifheit beherrscht er die Kommunikation mit seinen Bandkollegen und dem Publikum, die Bühne ist einfach seine Welt. Ganz nebenbei ist er auch noch ein fantastischer Sänger, der mittlere und tiefere Tonlagen genauso drauf hat wie hohe Schreie. Auch sehr beeindruckend fand ich das präzise, variantenreiche und gleichzeitig druckvolle Schlagzeugspiel von Jörg Billeb. Da fand ich sogar das Schlagzeugsolo bei "Trail Of Fear" toll. Was nicht heißen soll, dass die Gitarristen und der Bassist schlecht wären, im Gegenteil. Hübsche Soli bei "Fight" bewiesen das Gegenteil. Auch die Bewegung auf der Bühne war klasse. Manuel legte sich besonders ins Zeug und bangte was die langen blonden Haare hergaben. Aber auch Nicolaj gab sich nicht mit einfachem Rumstehen zufrieden, sondern führte auch mal die ein oder andere Exkursion in den Zuschauerraum aus. Ein toller Gig!

Insgesamt muss das fünfte Heavy Metal's Calling als musikalisch gelungen, aber wirtschaftlich durchgefallen gelten. Nur 50 Leute, wo im Vorjahr noch Hunderte Metaller rockten? Für mich völlig unverständlich. Eine feine Veranstaltung, die definitiv mehr Besucher verdient gehabt hätte. Scavanger wollen jedoch nicht aufgeben und so wird es höchstwahrscheinlich auch ein sechstes Heavy Metal's Calling geben. Ich freue mich schon darauf!

Setlist Mosaik:
Nur Einmal Richtig Böse Sein
Der König
Stille Nacht
Nummer Zwei
Black And Silver

Setlist Scavanger:
Boss Hoss
Chop & Change
The Last Judgement
Heavy Metal's Calling
Together We Stand Together We Die

Setlist Palace:
Generation PSI Forces
High Speed World
Injection Of Affection
Divine Intervention
The Healer
Rock Soldiers
Rock The Nation
Metal Angels
Women In Leather
Machine Evolution
---
You've Got Another Thing Coming
Thunderstruck
Highway To Hell

Setlist Irony:
Satanic
Puppets At The Window
Living in Darkness
Fire
A Bitter Shade
In The Depths
Tower Of The Enthroned
Trail Of Fears
Fight
Heaven & Hell
---
No One To Blame

Kara

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