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Konzert-Bericht

Judas Priest & Iced Earth

Zenith, München 24.06.2008

Ein interessantes Package, das da nach München kam. Hier durfte man wahrlich gespannt sein, was beide Bands so bieten würden, denn bei Iced Earth ist der alte neue Sänger Matt Barlow wieder dabei, bei Priest stand vor Kurzem der Release des neuen Epos Nostradamus an. Und diverse Interviews der Priester weckten Hoffnungen.

Doch zunächst zu Iced Earth. Als ich in der Halle eintreffe, hatten die Jungs ihren Set schon mit "Vengeance Is Mine" begonnen. Grund meiner Verspätung ist der Stau zum Zenith-Parkplatz, der durch Geldverdienen ausgelöst wurde, denn 3,50 Euro für einen Parkplatz lassen sich einigen hundert Autos nicht so schnell abknöpfen. Was Iced Earth aber bieten, ist unter'm Strich aller Ehren Wert. Man merkt dem Publikum deutlich an, wie froh es ist, den einzig wahren Iced Earth-Sänger wieder auf der Bühne begrüßen zu dürfen. Das Publikum frisst Matt "Ohne Matte" Barlow fast aus der Hand, manchmal muss er nur eine Bewegung machen oder die Bühne nach einem Solopart wieder betreten, um lauten Jubel und Applaus hervorzurufen. Der zweite Fixpunkt heißt natürlich Jon "Ich red mal dies, mal das" Schaffer, der neben Matt deutlich öfter im Mittelpunkt steht, als der Rest der Manschaft, was man ganz deutlich bei "Melancholy (Holy Martyr)" sehen kann, als Jon beim ruhigen Mittelteil durch eine Art "göttlichen" Lichtstrahl von oben beleuchtet wird, während die anderen im Dunkeln stehen. Fehlen nur noch die ohohoh-Engelschöre!
Ich muss ehrlich gestehen, so gern ich den Ripper mag, zu Iced Earth gehört Matt, denn nur mit seiner Stimme funktionieren ein Großteil der Songs. "Dracula" ist so ein Beispiel oder auch "The Coming Curse", während man bei "Ten Thousand Strong" unweigerlich den Ripper im Ohr hat. Egal, denn Iced Earth bieten eine tighte Show, das Zusammenspiel aller Beteiligten ist hervorragend, die Lichtshow den Songs angemessen und der Sound für's Zenith ok. Deshalb Daumen hoch für Iced Earth und herzlich willkommen zurück Matt Barlow.

"Rob kann alles, sowohl die düsteren Sachen, als auch die richtig hohen Screams!" So oder so ähnlich tönen Glenn Tipton und K.K. Downing in einem Interview eines großen deutschen Rock- und Metal-Printmagazins. Auf Nostradamus ist davon aber nichts zu hören, keine hohen Screams auf über 100 Minuten Spielzeit. Wie kommt's fragt sich der geneigte Fan? Nun, die Antwort liegt wie immer auf dem Platz, genauer auf der Bühne. Und um jetzt nicht alles zu verderben, die negative Kritik gleich zu Anfang. Rob Halford (liebevoll Bob getauft, von einem Jüngling, der mich gegen Ende des Auftritts fragte, wer denn der Sänger ist und wie der heißt) hat die hohen Screams nicht mehr drauf, egal, wie sehr sich die Herren die Taschen volllügen. Der Auftritt beweist das phänomenal. Alle hohen Passagen werden nach unten korrigiert, selbst bei den zwischenzeitlichen Singspielchen vermeidet es Rob, auch nur annähernd hoch zu singen. Soviel dazu und mit irgendwelchen falschen Hoffnungen aufgeräumt.

Zur Show:
Die bietet vielerlei Elemente. Die Bühne wird durch einen riesigen Aufbau im Hintergrund opulent in Szene gesetzt. Mittig in über zwei Metern Höhe thront das Schlagzeug, links und rechs am Rand sind zwei Türme positioniert, die über Treppen erreicht werden können und zudem mit dem Mittelteil verbunden sind, so dass man problemlos von einem Turm zum anderen gelangen kann. Die Türme selbst sind auf der Vorderseite mit großen Priest-Pommesgabelsymbolen verziert. Dahinter hängt in monumentaler Größe ein Backdrop, das den Seher Nostradamus mit leuchtenden Augen zeigt, die sich sogar bewegen. Das Backdrop wird später gegen den Priest-Schriftzug ausgetauscht.
Um 21:30 Uhr ist es schließlich soweit, die Priester betreten die Bühne und beginnen ihr Set mit "Prophecy" vom aktuellen Werk. Als der Gesang einsetzt, steht Halford auf dem linken Podest, eingehüllt in einen silbernen Mantel samt Kapuze, in der Hand hält er einen Stab. Gegen Ende des Songs steigt Rob bedächtig vom Podest und platziert sich in der Mitte der Bühne, hält sich aber im hinteren Bereich auf. Gesungen wird ausschließlich in inzwischen gewohnter Teleprompterhaltung, nach vorne gebeugt mit sturem Blick auf den Boden. Nur zwischen den Songs oder während längerer Sangespausen wendet sich Rob direkt ans Publikum oder steht vorne am Bühnenrand. "Metal Gods" und "Eat Me Alive" werden souverän über die Runden gebracht, aber hier sind die fehlenden hohen Passagen schon deutlich auszumachen. Bei "Between The Hammer And The Anvil" schwenkt Rob eine Fahne, die er auf dem linken Podest aufbaut, wechselt dann nach rechts und baut dort ebenfalls eine Fahne auf. Die nächsten Songs "Breaking The Law" und "Hell Patrol" erfolgen recht showarm, vor "Messenger Of Death" bedankt sich Rob beim Publikum für die Charterfolge, bevor er auf einer Art Thronsessel vor dem Drumpodest Platz nimmt und von dort aus wie ein greiser alter König (remember Herr der Ringe) nach vorn gebeugt das Lied schmettert. Sogar ein Zepter bzw. einen Gehstock hat er zur Hand, mit dem er einige gebrechliche Schritte auf der Bühne unternimmt, bevor er zum Ende hin wieder Platz nimmt und schließlich durch eine Schiebetür im Drumpodest in selbigem samt Stuhl verschwindet nur um kurz darauf wieder auf dem linken Podest zu stehen und zu singen. Einige weiters Songs folgen, "Rock Hard, Ride Free" wird laut mitgesungen, schließlich steht "Painkiller" an, die hohen Screams werden völlig weggesungen, wodurch der Song viel von seinem Flair verliert. Den Leuten ist das aber egal, am Endes des Liedes stehen die Priester alle auf den Podesten, werden gefeiert und schließlich mit viel Jubel und Applaus für eine Zugabe auf die Bühne zurückgeklatscht.

Die wird durch ein bisher noch fehlendes Markenzeichen eingeläutet. Das typische Röhren der Harley erklingt und Rob rollt unter stürmischem Jubel mit seinem Zweirad auf die Bühne. "Hell Bent For Leather" und "The Green Manalishi" heißen die ersten Zugaben, bevor die Band wieder verschwindet. Die zweite Zugabe wird zunächst wieder durch Rob dominiert, der erst mit einer Deutschlandfahne die Bühne betritt, und schließlich ein paar Singspielchen mit dem Publikum veranstaltet. "You've Got Another Thing Coming" endet dann mit weiteren Singspielchen, die Rob von einem der Podeste aus managed. Dort bleibt er zunächst sitzen und genießt den lauten Jubel, bevor er sich nochmals ans Publikum wendet und dann endgültig hinter der Bühne verschwindet.
Zu diesem Zeitpunkt sind gut 105 Minuten vorbei, die Massen jubeln, müssen aber erkennen, dass der Gig vorbei ist und machen sich schließlich auf den Nachhause-Weg.

Fazit: Rob ist weit von seiner einstigen Hochform entfernt, als Entertainer aber immer noch gut genug um einige tausend Leute anzuheizen. Die Instrumentalfraktion ist tight wie immer, lässt aber lieber Rob im Mittelpunkt agieren und konzentriert sich mehr auf die Musik denn auf die Show. Wäre der Metalgod noch top bei Stimme, wäre dieser Gig sicherlich ein Triumphzug geworden, so aber konnte man in meinen Augen eher von einer musikalischen Demontage sprechen. Schade auch, denn die Priester gehörten einst wahrlich zu den Besten ihrer Zunft. Mal sehen, was die Zukunft für sie bereithält...

Setlist Iced Earth:
Vengeance Is Mine
Declaration Day
Violate
Pure Evil
Ten Thousand Strong
Dracula
The Coming Curse
Melancholy (Holy Martyr)
My Own Saviour
Iced Earth

Setlist Judas Priest:
Intro
Prophecy
Metal Gods
Eat Me Alive
Between The Hammer And The Anvil
Devil's Child
Breaking The Law
Hell Patrol
Messenger Of Death
Dissident Aggressor
Angel
Electric Eye
Rock Hard, Ride Free
The Sinner
Painkiller
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Hell Bent For Leather
The Green Manalishi
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You've Got Another Thing Coming

Lord Obirah

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