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Konzert-Bericht

Six Feet Under, Nile, Finntroll, Belphegor & Stigmatized

Metalfest

Backstage, München 01.12.2007

Hui, da hat sich jemand aber ne richtig schicke Packung zusammengestellt! Nile und Six Feet Under! Da muss der Papa natürlich auch hin, Pflichttermin wäre der passende Ausdruck. Leider hat's mit nem Gästelistenplatz nicht geklappt, dazu waren wohl zu wenige vorhanden. Dann halt bezahlen, wert isses mir das allemal. Karten bestellt (man weiß ja nicht, wie voll das werden wird) und ab ins Backstage. Pünktlich um 18:00 Uhr angekommen gab's auch schon die erste Überraschung: So lang war noch keine Schlange, die ich bisher vor dem Werk gesehen habe! Mächtig viel los hier, da bin ich aber so was von froh, meine Karten schon in der Hand zu haben. Und richtig gesittet ging es in der Schlange zu: Brave Zweierreihen, kein Gedrängel, fast wie auf dem Schulhof. Nur ging's nicht wirklich flott voran, die Warterei zog sich doch recht lang dahin. Als wir dann doch endlich den Eingang erreichten, wurde auch klar, warum sich die Sache so in die Länge zog: Nicht nur die üblichen Abtastspielchen wurden veranstaltet, nein, auch ein Konzertbändchen wurde den Einlass begehrenden Gästen aufgezwängt! Wieso das denn?? Welcher Geistesakrobat kam denn auf diese glorreiche Idee? Und dann auch noch in so einem Schwuchtelrosa und als Klebebändchen, das einem natürlich die Armhaare richtig fest verklebte. Das muss ich nicht verstehen, oder?
Naja, egal, wenigstens waren wir nun endlich drinnen, aufwärmen und Bier fassen war angesagt. Das Werk war schon beachtlich gefüllt und der Besucherstrom schien nicht abzureißen, das könnte ganz schön eng werden heute Abend. Trotzdem fanden wir einen schicken Platz , von dem aus man einen recht guten Blick auf die Bühne hatte (ich mag den Aufbau des Werks einfach) und so harrten wir also dem Auftritt des Openers.

Stigmatized hieß selbiger und war der Gewinner der Umfrage, die für diese Tour veranstaltet worden war. Warum die Pfälzer als "Local Support" geführt wurden, entzieht sich zwar meinem Begriffsvermögen, aber sei's drum. Old School Death/Thrash sollte das Motto der Stunde sein, könnte also recht unterhaltsam werden. War es aber leider nicht wirklich. Ich fand den Auftritt des Fünfers relativ nichtssagend, nicht wirklich schlecht, aber auch nicht erinnerungswürdig. Ok, als Opener hat man es eh immer schwer, aber da habe ich auch schon Mitreißenderes erlebt. Hier zeigte sich aber auch leider ein Problem, das sich durch große Teile des Abends zog: Der Sound war recht unausgewogen. Ich spiele damit nicht auf die anfänglichen Mikro-Probleme von Sänger Michael an, die wurden sehr schnell gelöst. Nein, das Problem war, dass die Gitarren zu leise waren. Die Drums und den Bass konnte man perfekt vernehmen, auch der Gesang hatte die richtige Lautstärke, nur vom Riffing konnte man nur mit viel Anstrengung genug mitbekommen. Nun, trotz aller Widrigkeiten waren auch beim Auftritt des Openers schon ein paar geschwungene Matten zu sehen, wenn auch nur vereinzelt. Zum Warmwerden hat's allemal gelangt.

Als nächstes waren die bösen Buben von Belphegor an der Reihe. Für mich der erste nähere Kontakt mit der Band, gespannt war ich also. Und sie machten ihre Sache durchaus ordentlich. Zwar hatten sie mit dem gleichen Soundproblemen zu kämpfen wie Stigmatized, aber das steckten sie souverän weg und zogen ihre Show durch. Frontmann Helmuth ist der eindeutige Beweis, dass man nicht nur durch Rumhampeln eine gute Show hinlegen kann: Bewegung war zwar fast keine zu verzeichnen, aber die Bühnenpräsenz dieses Mannes reichte locker aus, um die Zuhörer zu fesseln. Meine Musik ist das nicht unbedingt, aber ich kann problemlos anerkennen, dass hier eine gute, abgezockte Band am Werke war, die schon für wesentlich mehr Stimmung in der Menge sorgte als der Opener. Der allgemeine Tenor nach dem Konzert ging zwar in die Richtung "ganz nett, aber ich hatte mir ein bisschen mehr erwartet" (zumindest bei den meisten Leuten, mit denen ich Kontakt hatte), aber das lag meiner Meinung nach hauptsächlich am Sound.

Danach war es an der Zeit für gute alte Bekannte, Finntroll gaben sich die Ehre. Dieses Jahr war das für mich schon der dritte Gig der Finnen, den ich bewundern durfte (Earthshaker Roadshock Tour und Summer Breeze waren die anderen beiden), insofern wusste ich recht genau, was da auf mich zukommen würde. Und trotzdem war ich positiv überrascht, wie die sechs Finnen ihren Auftritt absolvierten. Vom ersten Ton an herrschte eine Wahnsinnsstimmung im Saal, Leiber zuckten und flogen umher, die Halle war sofort am Kochen. Das ging den kompletten Auftritt durch, mit dem absoluten Höhepunkt bei "Trollhammaren", bei dem es gar kein Halten mehr gab. Und das trotz der immer noch nicht überwundenen Soundmisere. Hier war's sogar noch schlimmer, weil man auch das Keyboard kaum hören konnte und trotzdem war die Hölle los. Ja, definitiv der bisherige Höhepunkt des Abends und der beste Auftritt, den ich von Finntroll bisher mitbekommen habe. Abzüge gibt's allerdings für das Fehlen von "Jaktens Tid", doch das ist nur meine persönliche Meinung...

Aber auch der schönste Auftritt geht einmal zu Ende, immerhin steht ja jetzt Nile in den Startlöchern. Aber der Start verzögerte sich dann doch um Einiges. Gefühlte 25 Minuten dauerte der Umbau, das war schon nah an der Schmerzgrenze. Zwar war die ganze Zeit was los auf der Bühne, Untätigkeit konnte man also nicht unterstellen. Aber trotzdem ist so eine lange Pause nicht gerade stimmungsfördernd. Irgendwann war der Umbau dann aber doch beendet und das um einen Tourbassisten verstärkte Trio gab der Meute, was sie wollte: Ithyphallic Metal! Nur, was war denn jetzt mit dem Sound los? Anscheinend hatte man sich nun doch endlich entschlossen, ein wenig an den Reglern zu drehen, doch was dabei herauskam, war immer noch nicht wirklich befriedigend. Statt die Gitarren einfach ein wenig aufzudrehen, wurde die Rhythmussektion leiser gemacht. Heraus kam dabei ein Sound, der zwar von der Abstimmung zwischen den einzelnen Instrumenten durchaus passend war, aber im Endeffekt ein ganzes Stück zu leise aus den Boxen schallte. Sehr schade, das nahm der Musik von Nile dann doch einiges an Durchschlagskraft. Was allerdings nicht wirklich zu einem Stimmungstief führte, denn die Mucke der Amis ist dafür einfach zu gut. Tolles Programm, das einem da geboten wurde, aktuelle sowie ältere Titel bunt gemischt, schnelle Stücke (z. B. "Cast Down The Heretic") wechselten sich mit getrageneren Stücken ("Eat Of The Dead") ab, ein Kracher nach dem anderen wurde ausgepackt (ok, ich hätte zwar noch gerne "Lashed To The Slave Stick" gehört, aber man kann ja nicht alles haben) und der Mob nahm's dankbar an. Ich war überrascht, wie viel Sangespassagen von Dallas Toler-Wade übernommen wurden, ich war der (wohl irrigen) Meinung, dass die Hauptarbeit im stimmlichen Bereich von Karl Sanders geleistet werden würde. Aber das soll keine Kritik sein, die Sangeskunst war echt hervorragend! Eine absolut runde Sache, dieser Auftritt, der auch durch den mangelnden Schalldruck nicht wirklich entwertet wurde.

Dass es auch mit flotteren Pausen geht, bewies danach Six Feet Under, nur wenige Minuten nach Nile ging's nämlich weiter mit dem Headliner. Und was soll ich sagen? Endlich hatte man den Sound wirklich in den Griff bekommen! Mächtig schallte es einem da entgegen, ohne übersteuert zu wirken. Laut, aber nicht zu laut, jedes Instrument hatte den ihm zustehenden Anteil an Ganzen. Na bitte, geht doch! Und das hat sich auf ganzer Linie gelohnt. Der Auftritt von Chris Barnes' Truppe war für mich die positive Überraschung des Abends, hauptsächlich war ich wegen Nile vor Ort (wie anscheinend sehr viele andere auch). Aber was mir da von Six Feet Under geboten wurde, war aller Ehren wert. Die Spielfreude, die die Band da an den Tag legte, war nicht zu übersehen und besonders Frontmann Barnes hatte seine offensichtliche Freude an dem Zuspruch, der ihm da vom Publikum entgegen gebracht wurde. Das hatte Groove, wie ihn sonst nur noch Bolt Thrower auf die Bühne zaubern kann. Ganz großes Tennis wurde geboten mit einem Zugabenpaket, das immerhin vier (!) Titel beinhaltete. Nur für "Caged And Disgraced" hat's leider nicht gereicht, aber sonst war an der Songauswahl überhaupt nichts auszusetzen, Klassiker ("Revenge Of The Zombie") fanden ihren Weg genauso ins Programm wie aktuelle Titel ("Edge Of The Hatchet"). Ja, ein würdiger Headliner!

Da hat mich dann auch der stattliche (aber im Endeffekt angemessene) Preis von 28 Euro nicht gereut, das war es mir wert. 20 Euronen für ein T-Shirt und 40 Tacken für einen Zipper allerdings sind für mich jenseits der Schmerzgrenze, da mache ich dann doch nicht mit. Aber zumindest habe ich ja noch die Eintrittskarten (und diesen Bericht), um mich an ein tolles Konzert zu erinnern...

Hannes

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