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Konzert-Bericht

Gamma Ray, Nocturnal Rites & Powerwolf

All-Kart-Halle, Kaufbeuren 22.10.2005

(Fotogalerie)

Die Zeppelinhalle in Kaufbeuren, die mit der geschwungenen Holzdecke, ist wieder eine Lagerhalle. An dieser Stelle bitte ich um eine Schweigesekunde für eine gemütliche Location mit sehr guten Soundeigenschaften - Danke. Ein Ersatz wurde in der All-Kart-Halle gefunden, ein sehr geräumiger Ort, der von außen so gar nicht wie ein idealer Saal für Konzerte wirkt. Der Innenraum überrascht denn auch mit ziemlicher Größe. Die Bühne für das zu erwartende Happy-Metal-Feuerwerk war so aufgestellt, dass die Hälfte der Halle dahinter im Dunkeln blieb, aber auch so war genug Platz für mindestens fünfzehnhundert Leute. So viele wurden es zwar nicht, aber durch die querliegende Ausrichtung der Halle war gewährleistet, dass die Menge nicht allzu verloren aussah. Der Rest erweckte nicht viel Vertrauen: Wohin man sah, Beton (bis auf das Cafe natürlich); dies ließ nichts Gutes für den Sound hoffen. Aber die Halle hat auch augenfällige Vorteile: So ist sie um einiges leichter zu finden als die Zeppelinhalle. Außerdem gibt's jede Menge Parkplätze. Und wer sich langweilt, kann in den daneben liegenden Cinemakomplex mit zwölf Kinos ausweichen. Man sieht also, dass nicht alles Neue schlecht sein muss.

Was auch für die Metal-Zirkus-Neueinsteiger Powerwolf gilt. Hatte das im April erschienene Debüt Return In Bloodred schon unserem Ray gut gefallen, so führte sich die gemischtnationale Truppe sehr gut auf den Bühnen dieses Kontinents ein. Soweit ich weiß, sind Powerwolf die einzige Heavy Metal Kapelle, die sich des Vampirklischees bedient und sie machen dies mit einem Augenzwinkern, das richtig Spaß bereitet. Die Optik konnte auf jeden Fall überzeugen: Zwei eigene Bühnenwände mit Engelsgemälden drauf, jeder Gitarrist mit weiß geschminktem Gesicht und seinem eigenen Ventilator, der die Haare wild fliegen ließ und natürlich Frontmann Attila, der stilecht mit weißem Gesicht, schwarz umrandeten Augen und einem blutroten Umhang den Obervampir gab. Nebenbei beeindruckte vor allem die Stimmkraft des klassisch ausgebildeten Sängers. Die Songs des Debüts passten gut in die Laune des Publikums und so konnten Powerwolf bereits mit einer recht respektablen Portion der Leute arbeiten. Bestimmt 200 Begeisterte klatschten und bangten aktiv mit. Die riesige Bühne stand den Vorbands zwar nur zur Hälfte zur Verfügung, aber das hielt Attila nicht davon ab, ständig hin- und her zu fetzen und seine Lieder regelrecht zu zelebrieren. Die Saitenhexer waren zwar nicht ganz so agil, was aber wurscht war. Insgesamt eine sehr gute Vorstellung, die Lust auf mehr macht.

Nocturnal Rites waren mir noch von ihrem Gig mit Edguy in eher langweiliger Erinnerung und dieser Eindruck sollte sich heute wieder bestätigen. Die Jungs waren wie schon letztes Mal sehr gut aufgelegt - dass es der letzte Gig der Tour war, bewirkte sowas wie Euphorie bei ihnen - aber ihr stereotypes Songmaterial verhunzt ihnen das alles wieder. Sänger Jonny Lindqvist bot eine engagierte Vorstellung, die Gitarristen Nils Norberg und Fredrick Mannberg wirkten souverän und Bassman Nils Eriksson gab wieder mal den Kasper; er fetzte auf der Bühne herum und grinste fast immer breit. Jedoch hilft auch die engagierteste Vorstellung nicht, wenn sich die Songauswahl fast immer auf Midtempo beschränkt. Der eine oder andere Stampfer zum Verschnaufen ist ja ganz recht, aber immer Verschnaufen ist auch nix. Bis auf ein paar Zwischenteile und den Schlusssong hielt sich der Fuß vom Gaspedal fern und auch wenn Nocturnal Rites einen Haufen Leute begeistern konnte, blieb bei mir ein sehr zwiespältiger Eindruck zurück. Was übrigens nicht geholfen hat, war die Halbnudisteneinlage von Jonny. Bursche, du hast einfach nicht den Oberkörper, den Frauen nackt sehen wollen. Ein paar Crunches mehr und ein paar Bier weniger bis zur nächsten Tour, dann können wir da drüber reden. Eventuell. Und packt ein bisschen mehr Power in eure Lieder!

Gamma Ray kamen ziemlich pünktlich kurz nach zehn auf die Bühne und legten engagiert los - überhaupt ist die Pünktlichkeit zu loben; die Roadies leisteten mit den Umbauten ganze und schnelle Arbeit. Auch die Hamburger hatten eine tolle Kulisse: Vor einem riesigen Backdrop stand mittig erhöht das Schlagzeug, von dem Stufen zum Sängermikro hinunterführten. Das Schlagzeug rahmten zwei Wände mit schicken Fratzen. Die Jungs schienen nach ihrem eher mauen Auftritt vom BYH!!! wie verwandelt und schlugen in kürzester Zeit alles kurz und klein.
Kai Hansen und seine gesamte Truppe boten zum Schluss der Tour nochmal alles auf; auch wenn Kais Gesicht in der Nähe betrachtet schon ziemlich erschöpft wirkte (verdammt, wo ist die Zeit hin, der Mann ist jetzt auch schon 42!), ließ er sich nichts anmerken und sprühte geradezu vor Energie. Bassist Dirk Schlächter, na das ist schon eher ein Mann der sich einen nackten Oberkörper leisten kann und er verkörperte geradezu den Begriff Souveränität. Henjo Richter hampelte nicht ganz so viel auf der Bühne herum wie die anderen beiden, spielte dafür sehr genau und hatte immer wieder ein ganz feines Lächeln auf dem Gesicht. Was nicht heißen soll dass die anderen geschlampt hätten, ganz im Gegenteil. Gamma Ray sind eine Band, die die Liveumsetzung ihrer Power Metal Granaten sehr gut drauf hat. Die ganz hohen Schreie von Kai waren dieses Mal zwar abwesend, aber abgesehen davon boten die vier Jungs und der diesmal nicht unsichtbare Keyboarder eine astreine Leistung. Das fand auch das Publikum, das jeden Song abfeierte und lauthals mitsang.

Bei "Blood Religion" vom aktuellen Album Majesty kam Attila auf die Bühne und poste rum, was das Zeug hielt. Dies erhöhte den Spaßfaktor nochmal zusätzlich, auch wenn das kaum noch möglich schien. Die Songauswahl war allgemein sehr fein; von "Heaven Can Wait" (Waiting For Tomorrow) bis zum Titeltrack des aktuellsten Albums Majesty war alles dabei. Dabei war "Majesty" eine Überraschung; dieser Song war laut Kai die ganze Tour über nicht gespielt worden. Auch wenn es nicht der übliche Gute-Laune-Kracher ist, so kommt dieses Lied live sehr cool rüber und sorgt für Abwechslung. Könnte man öfter auf die Setlist setzen. Bei "Heavy Metal Universe" gab es die üblichen Mitsingspielchen, wobei man sehr genau sah, welche Erfahrung Kai mit Publikum hat. Es war genau so präsentiert und zeitlich angemessen, dass es extrem Spaß machte und nicht auf die Nerven ging. Genauso wie das Drumsolo. Es dauerte nur vier Minuten, war aber so toll gemacht, dass das Publikum Daniel Zimmermann lauthals zujubelte, anstatt an Schwung zu verlieren.

Übrigens bestätigte sich das Vorurteil "Betonhalle = Schlechter Sound" nicht; bei allen Bands waren die einzelnen Instrumente klar und deutlich zu hören, nur die Backgroundsänger waren stellenweise zu leise. Um halb zwölf, also nach ziemlich genau eineinhalb Stunden, gab es eine kleine Pause, als Gamma Ray zum ersten Mal von der Bühne gingen. Die Fans mussten jedoch nicht lange bitten, bis die Jungs wieder kamen und noch einmal zwei Songs in die Menge feuerten.
Danach gab's nochmal eine kurze Pause, bevor sie mit "Send Me A Sign" einen fulminanten Schlusspunkt setzen wollten. Alle hatten jedoch so viel Spaß an der ganzen Geschichte, dass die offizielle Setlist noch um den Helloween-Klassiker "I Want Out" ergänzt wurde. Spätestens hier gab es für das Publikum kein Halten mehr. Überall wurde gebangt, Luftgitarre gespielt und mitgesungen. Toller Abschluss für ein tolles Konzert!

Setlist Powerwolf:
Mr. Sinister
We Came To Take Your Souls
Demons & Diamonds
Montecore
Kiss Of The Cobra King
Lucifer In Starlight

Setlist Nocturnal Rites:
Fools Never Die
Never Trust
Against The World
Shadowland
Deliverance
Awakening
The Iron Force
Avalon

Setlist Gamma Ray:
Intro
Gardens Of The Sinner
New World Order
Heaven Can Wait
Fight
Blood Religion
Strangers In The Night
One With The World
Drum Solo
Majesty
Heavy Metal Universe
The Silence
Rebellion In Dreamland
Land Of The Free
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Valley Of The Kings
Somewhere Out In Space
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Send Me A Sign
I Want Out

Lord Obirah & Kara

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