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Festival-Bericht

With Full Force

mit Slayer, Motörhead, Agnostic Front, The Exploited, Dew-Scented, Arch Enemy, D.R.I., Dead Kennedys, Raging Speedhorn, Biohazard, Bazzooka, Cataract, Heaven Shall Burn, Haemorrhage, Skarhead, Rumble Militia, Kreator, Discipline, Pro-Pain, Right Direction, In Extremo, Such A Surge, Dropkick Murphys & Slapshot

Festivalgelände Roitzschjora, Löbnitz 05. - 07.07.2002

Zum vierten mal ging's dieses Jahr nach Leipzig in den wilden Osten! Das Full Force rief und wir Jünger folgten, lockten doch dieses Jahr neben einem Mörderbilling unter anderem die unbegrenzte Mitnahme von Getränken und zelten direkt am Auto.

Wie auch letztes Jahr reisten wir bereits Donnerstag an. Bereits um 10.30 Uhr hatte sich vor den Toren eine längere Schlange gebildet. Von der super Organisation des letzten Jahres bestärkt, hofften wir auf einen schnellen Einlass und warteten... und warteten... und warteten... Ok, klar, zwölf Uhr war regulärer Einlass, doch der gestaltete sich dermassen lahmarschig... Aber egal, wir hatten ja Zeit und Bier. Am Einlass selbst wurden wir richtig schön gefilzt - Motorhaube auf (!), Zelt auf, Kühltaschen vorzeigen...

Um ca. 14.00 Uhr enterten wir dann anschliessend endlich das Festivalgelände und machten uns gleich an den Zeltaufbau, was sich aber aufgrund von Windgeschwindigkeiten zwischen 80 und 100 km/h gar nicht so einfach gestaltete. Vor allem mein neu gekauftes (!) Zelt erwies sich als nicht besonders windresistent (Kleine Empfehlung am Rande: das Dreimannzelt vom Real für ca. 69 Euro ist NICHT empfehlenswert!), so dass wir gleich mal bei einem Kumpel miteingezogen sind. Scheiss drauf, ist eh bloss zum pennen.

Die Lage war eigentlich ganz ok, nicht weit zur Bühne und hinter uns eine Bar, ein Bierstand und ein Frühstücksstanderl, den wir aber aufgrund massiver Selbstversorgung nicht in Anspruch nehmen mussten.

Beim ersten Erkundungsgang stellten wir fest, dass die Schlange zum Einlass immer länger wurde, erste Schätzungen beliefen sich zwischenzeitlich auf über drei Stunden, was auch bis Freitag nicht besser wurde.

Am Abend sind dann noch ein paar Kumpel von uns eingetroffen, die gleich mal mit der Schlange am Einlass konfrontiert wurden und davon nicht sonderlich begeistert waren.

Nicht zuletzt deshalb möchte ich dieses WFF unter ein ganz spezielles Motto stellen: Das WFF der Schlangen - der Warteschlangen. Denn bereits am Freitag war abzusehen, dass die Organisation dieses Jahr gehörig nachgelassen hat. Schon früh bildeten sich an den Bändchenausgaben riesige Schlangen mit Wartezeiten von bis zu zwei Stunden. Am Samstag und Sonntag bildeten sich beim Frühstückswagen riesige Warteschlangen und bei den Bierständen musste man ohnehin immer anstehen. So hab ich vor, bzw. während Slayer 30 Minuten auf ein schwules Ossibier warten müssen. Aber Ossis sind das Anstehen ja auch gewöhnt. Trotzdem fanden sie unsere Bemerkung, dass die Bananen aus seien nicht gerade lustig - humorloses Pack... ;-) (hey Andi, du solltest wegen Vorbildfunktion ein wenig beherrschen, Anm. Red.)

Unsere bisher glückliche Zeltlage stellte sich alsdann als nicht mehr sooo glücklich heraus, weil die blöde, oben erwähnte Bar scheinbar von einem Reggea-Fan betrieben wurde. ARGH! Von dem Bierstand dagegen dröhnte uns hartmetallischer Sound entgegen. Leider hatte der gute Jung scheinbar bloss 10 - 20 CDs dabei, so dass uns unter anderem die erste Clawfinger ein paar mal beschallte und auch die Dimple Minds waren auf Dauerrotation. Vor allem irgendwann morgens, als man den Rausch auszuschlafen versucht war, entpuppte sich in erster Linie die Reggae-Scheisse als sehr nachteilig.

Ach ja, bevor ich's vergess: ein paar Bands haben auch noch gespielt. Ausfälle gab's wenig zu beklagen, lt. WFF-Homepage waren das:

"Bis auf BETHLEHEM (Herzinfarkt eines Bandmitgliedes) und DISHARMONIC ORCHESTRA (Unfall) haben alle angekündigten Bands gespielt und wir haben sogar noch OBSENITY als Ersatz für Disharmonic Orchestra bekommen können, was Ihr dankend angenommen habt!"

Seltsam: lt. RH-Aushang und einer Durchsage sollen Raging Speedhorn auch nicht gespielt haben, welche aber laut Bekannten gespielt haben sollen. Schöne Verarsche!
Zu den Bands im einzelnen (die, die ich gesehen hab)(Ok, Grave Digger sind net dabei ;-), Anm Red.):

DEW-SCENTED
Ganz netter Thrash-/Death-Metal, der mich nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hingerissen hat. Naja...

ARCH ENEMY
Death Metal mit Frau am Mikro, die auch ganz stolz verkündete, wie froh sie doch sei, Ansagen in Deutsch machen zu dürfen - oder so ähnlich. Teufel Alkohol...! Auf jeden Fall nicht so der Bringer, wenn man die Songs nicht kennt.

D.R.I.
Der erste Lichtblick für mich und doch gleich eine Enttäuschung. Aufgrund einem Fehler in der Anlage musste der Gig für einige Minuten unterbrochen werden. Trotzdem scheint man den kompletten Gig runtergerissen zu haben, welcher durch Five Year Plan beendet wurde. Zwischendurch gab's Material von den ersten Alben und auch vom thrashig angehauchten Full Speed Ahead. Klasse Gig, trotz Unterbrechung und für ihr Alter sind die alten Herren noch erstaunlich gut in Form!

DEAD KENNEDYS
DK ohne JB? Funktioniert das? Ja, und das fast zu gut! Soll heissen: Der neue Sänger könnte als glatte Jello-Kopie durchgehen (gesanglich). Songmässig bediente man sich aus dem reichhaltigen Best of-Fundus der Punk-Urgesteine. Trotzdem blieb zumindest bei mir ein flaues Gefühl im Magen...

RAGING SPEEDHORN
Haben sie nun gespielt, oder nicht? Für sachdienliche Hinweise wäre ich ausserordentlich dankbar!

BIOHAZARD
Fuck! FUCK! F U C K ! ! ! Fuckin' HC out of fuckin' Brooklyn from fuckin' NYC! Fuck all and fuck you and fuck the industry and fuck everything! Fuck, fuck, fuck... Irgendwann bin ich gegangen. Die haben mir früher echt mal gut gefallen...

SLAYER
Ich zitier jetzt einfach mal ein anderes Review, in dem stand, dass Slayer trotz einem minimalen Bewegungsaufwand eine Bühne zu füllen wissen. Das unterschreib ich. Songmässig gab's für mich keine Überraschungen, was soviel heisst, wie dass das übliche Best of-Programm runtergespult wurde. Klingt nicht so begeistert? Naja, war ich auch irgendwie nicht. Was vielleicht auch daran lag, dass ich die ersten zwanzig Minuten des Gigs am Bierstand verbrachte (Schlangen)... Für Fans mit Sicherheit wieder ein Erlebnis, für aussenstehende, die bisher nichts mit Slayer anfangen konnten (doch die gibt's!), kein Grund, die Band plötzlich zu lieben!

BAZZOOKA
SCHRECKLICH! Wer diese Band auf die Hauptbühne gebucht hat, gehört auf der Stelle gekreuzigt(Nana, Anm. Red.). Waren "Ausnahmebands" wie A.O.K. zu früher Stunde wenigstens unterhaltsam, weil lustig, waren Bazzooka einfach nur scheisse! Bekanntlich konnte mich diese Band schon als Vorband von Thumb nicht sonderlich begeistern, aber irgendwie wollte ich mir die Wartezeit bis zur nächsten Band halt einfach vertreiben... Wieder machte sich ein Nachteil unseres Zeltlagers bemerkbar: wir hörten nicht nur gute Bands, sondern eben auch den Crap...

CATARACT
Cataract stellte den eigentlichen Einstand in den Samstag dar. Wahnsinnig intensiv bolzten sie Song um Song in das Publikum. Allerdings klang der Sound für mich furchtbar matschig... Trotzdem gelungen.

HEAVEN SHALL BURN

Geil, wahnsinn, super... Mehr fällt mir dazu grade nicht ein. Die lokale Band, die aber bereits überregional Akzente setzen konnte, wusste mit einem Wahnsinnssound aufzufahren. Eigentlich im (Straight Edge-) Hardcore verwurzelt, bolzte die Band eine Mischung aus Thrash-, Black- und Deathmetal, die nicht nur der versammelten HC-Crowd ein Kopfnicken abringen konnte.

HAEMORRHAGE
Verrückte Spanier... Mehr fällt mir dazu nicht ein! Ich war leider nicht dabei, so dass ich mich hier auf die Beschreibung eines Kumpels verlassen muss: Der Sänger (eher Asthmageplagter Grunzer) betrat Darmschwingend die Bühne, um dieses auch sobald in die Zuschauermenge zu feuern. Die Menge bedankte sich mit Grasbüscheln... Die Gitarristin entledigte sich irgendwann ihrer pathologischen Schürze... Strange!

SKARHEAD
Schade, da war ich zu langsam, so dass ich bloss noch zwei Songs mitbekommen hab, die aber nicht mal übel klangen. Würd mal sagen, Madball triff Biohazard... Schade, schade, schade...

RUMBLE MILITIA
Boys in Blue - FUCK YOU! Yeah, die deutsche Metal-/Punk-Institution wusste sich beeindruckend zurückzumelden. War man nach dem 94er oder 95er "Abschiedsalbum" gar nicht mal so traurig wegen des Splits, wusste man mit diesem Gig diesen Eindruck zu widerlegen!

KREATOR
Kreator waren geil! Endsgeil! Trotzdem weiss ich bis heute nicht, warum ich sie mir nicht ganz angeschaut hab. Ich glaub, weil ich Discipline nicht verpassen wollte und...

DISCIPLINE
...waren die verlorenen Minuten vielleicht sogar wert. Arschgeiler Street-Oi-Rock vom feinsten, dargeboten von einer Schar Musiker, die jedem Hool-Klischee entsprechen. So wurden sowohl bandeigene Hymnen wie "Hooligans Heaven" begeistert vom Publikum aufgenommen, als auch straightere Songs von den frühen Alben. Drink, fight, dance!

AGNOSTIC FRONT
Drink, fight, dance - ein Motto, dass man theoretisch auch auf die AF-Show übertragen hätte können, wenn... ja, wenn der Sound nicht der beschissenste des ganzen Festivals gewesen wär. Zumindest vorne links war der Sound so grottig wie selten zuvor. Beim ersten Song war es zwar lustig, die komplette Band wie von Hummeln gestochen rumposen zu sehen, dazu aber nur Bass und Schlagzeug zu hören, war nicht der Bringer vor dem Herrn. In der Mitte des zweiten Songs schien dann doch endlich jemand aufzuwachen, so dass man wenigstens die Gitarre hören konnte, den Gesang aber nur sporadisch. Ausserdem war der Bass den ganzen Gig zu laut und alles wirkte übersteuert und der Gesang viieel zu leise und überhaupt und sowieso. Zeitweise hatte ich Probleme, einzelne Songs zu erkennen und so wurde mir die Freude an AF vom Sound fast vollständig genommen! Ein grosses "FUCK YOU" an den verantwortlichen Mixer!

MOTÖRHEAD
Motörhead waren dagegen soundmässig aus einem anderen Holz geschnitzt. Mit "We Are Motörhead" wurde ein furioser Gig eröffnet, der schliesslich mit "Ace Of Spades" beendet wurde. Sound, Songauswahl und Lautstärke (Ohrensausen bis Dienstag) waren ok, wussten mich aber nicht wirklich zu Begeisterungsstürmen hinzureissen.

STRIFE
Strife wussten einen eindrucksvollen Gig hinzulegen. Gute Songauswahl, ausreichendes Stageacting und gute Stimmung summierten sich zu einem Auftritt, der den meisten Leuten im Gedächtnis bleiben sollte. Mehr davon!
ALEC EMPIRE
Aber DAVON nun wirklich nicht! Wegen den blöden Reggae-Wichsern und dieser Lärmmaschine wurde mir von Samstag auf Sonntag nicht viel Schlaf gegönnt. Ein zugekiffter Kumpel spielte dabei auch noch eine, wenn auch untergeordnete, Rolle, aber das nur am Rande...

PRO-PAIN
Hurra, Pro Pain! Endlich mal wieder was für's Gemüt und für die Seele! Naja, nicht wirklich! *g* Statt dessen derber Metalcore mit überraschend viel Bewegungsdrang auf der Bühne. Ob das an dem den Jungs von "Right Direction" gewidmetem Song lag?

RIGHT DIRECTION
Diese bedankten sich artig bei ihrem Set und widmeten Pro Pain ihrerseits einen Song. Die Songauswahl war quasi mit der in München im Slapshot-Vorprogramm identisch und wusste zu gefallen. Bloss das dämliche "Ohne Holland..." liess man glücklicherweise weg!

THE EXPLOITED
Das neue Album lässt ja zwischenzeitlich schon zwei, drei Jahre auf sich warten. Dieses Jahr soll's aber so weit sein und so beehrt man mal eben wieder die Konzertbühnen der Republik. Im Gegensatz zum letztjährigen Auftritt war der diesjährige Gig um einiges Punklastiger. Ausserdem schien die Band nicht besonders gut aufeinander eingespielt. Meinem Kumpel (Schlagzeuger) gingen die Timingprobleme dermassen auf den Sack, dass er irgendwann genervt verschwand. Als dann zum Schluss die Klassiker vom Schlage eines "Fuck The USA" gespielt wurden, war die Welt für mich aber wieder im Lot!

IN EXTREMO
Die letzten fünf Minuten gesehen und zum Glück die ersten dreissig verpasst. Will ich nicht, brauch ich nicht!

SUCH A SURGE
Ich hatte wirklich Zweifel! Zweifel, ob es die richtige Wahl war, die Oi-Legende "The Business" für SAS links liegen zu lassen. Zweifel, die zum Glück nicht lange anhielten! GEIL! Ich hätte ehrlich nicht gedacht, dass es SAS gelingen würde, das anwesende Publikum zu begeistern. Dieses zeigte sich jedoch aufgeschlossener als gedacht, so dass man zu älteren Hits wie "Gegen den Strom", als auch zu PITA-Knallern wie "Daredevil Song" Metaller und HC-Kids gemeinsam rumspringen und Kopf nicken sah. Die Songauswahl war hervorragend und die Stimmung konnte sich mit zunehmender Spieldauer noch steigern. Einzig die "Full Force let's go"-Anheizrufe von Sänger Olli nervten nach einiger Zeit, aber naja...

DROPKICK MURPHYS
Let's go Murphys, let's go Murphys... Yeah, die DM endlich da, wo sie hingehören: auf der Hauptbühne! Punkrock mit Oi- und Irishfolk-Einflüssen, dargeboten von einer bis an die Haarspitzen motivierten Band und erstmals Stephanie Werauchimmer beim vorletzten Song "Darcy's Revenge" (lt. HP der Band) am Mikro. Hab ich bei den letzten Auftritten noch kritisiert, dass Al's Stimme nicht zu dem alten Material passt, konnte man dies zwischenzeitlich dadurch kompensieren, dass ein Großteil der alten Songs überwiegend vom Gitarristen der Band eingesungen wird. Mitunter wirkte Al dadurch zwar fast schon arbeitslos, aber den Songs kam das durchaus zugute. Die Stimmung war hervorragend - Metaller, Punks und Glatzen lagen sich (symbolisch gesehen) in den Armen, feierten die Songs ab und sorgten für eine ausgelassene Partystimmung.

SLAPSHOT
Slapshot waren so zuvorkommend, mit ihrem Auftritt bis zum Ende der DM-Show zu warten. So konnten die meisten Besucher von der einen Boston-Band zur nächsten wechseln. Statt Punk gab's jetzt allerdings Hardcore, Old time Hardcore, um genau zu sein. Choke und Begleitband heizten den anwesenden Besuchern gleich mit den ersten drei Songs mit überirdischem Tempo ein. Die Songs waren gut doppelt so schnell rausgerotzt, wie noch kurz zuvor in München, aber ab dem vierten Song wurde das Tempo etwas reduziert. Die Setlist entsprach weitesgehend der Münchner Setlist und alle Hits wurden natürlich berücksichtigt. Bloss die Laberei kam zugunsten der Musik etwas zu kurz. Schade eigentlich... ;-)

Nach Slapshot war für uns dann auch schon "Feierabend". Um grösserem Rückreiseverkehr zu entgehen, verlegten wir unsere Abfahrt auf das Ende der Slapshot-Show und versäumten so noch Machine Head, die uns den Ten Ton Hammer hinterherschleuderten. Eine Nacht neben der Reggaebar hätt' aber auch keiner mehr ausgehalten...

Andreas

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