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Konzert-Bericht

Tiamat, Theatre Of Tragedy, Pain & Sirenia

Ohrakel, Ingolstadt 30.12.2004

Im Laufe der letzten Jahre hat sich das Ingolstädter Ohrakel zu einem kleinem und feinem Club gemausert, der - wohl auch begünstigt durch die zentrale Lage Ingolstadts innerhalb Bayerns - eine Reihe hochkarätiger Acts dazu bewegen konnte, ihre Zelte in der Donaustadt aufzuschlagen. So auch an diesem Abend, als sich Tiamat, Pain, Theatre Of Tragedy und Sirenia aufmachten, um ihr einziges Konzert innerhalb Bayerns in eben jenem Ohrakel zu spielen.

Nachdem ich mich durch die Schlange am Eingang gekämpft, mich den Altpapierattacken eines werten Kollegen (erfolglos) widersetzt und einen Platz in der gut gefüllten Halle gefunden hatte, betraten Sirenia die Bühne und begannen mit ihrem Set. Eigentlich hatte ich mich schon auf die Norweger gefreut, haben sie doch eine Reihe guter Kritiken eingefahren. Deshalb war das, was nun folgen sollte umso enttäuschender. Der Großteil der Musik, zu der sich die vier Protagonisten auf der Bühne bewegten, kam vom Band und ließ den Auftritt zu einer über weite Strecken ideenlosen, unspontanen und einstudierten Show verkommen. Wäre nicht durch Sängerin Henriette etwas fürs Auge geboten gewesen, wäre die ganze Geschichte wohl noch langweiliger geworden. Hinzu kam, dass bereits nach den ersten Takten Mortens Mikro über den Jordan gegangen ist, für dessen Reperatur/Austausch geschlagene 20 Minuten benötigt wurden. So hatten wir das Vergnügen mehr als die Hälfte des Gigs als fast reines Akustikset zu erleben, was bei dieser Art von Musik nicht zwangsläufig stimmungsfördernd ist. Nach dem überfälligen Mikrotausch funktionierte zumindest das Zusammenspiel zwischen Mortens Growls und Henriettes cleanen Gesang wieder und die Musik nahm etwas an Fahrt auf. Überzeugend wirkte es leider immer noch nicht. Enttäuschende, um nicht zu sagen langweilige 30 Minuten später verließen Sirenia die Bühne. Schade eigentlich, denn ich hätte mir hier wirklich mehr erwartet.
(JR)

Wo Sirenia sozusagen noch die Ruhe waren, zog mit Pain der erste Sturm im Ohrakel auf. Frontmann Peter Tägtgren (mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte) hatte sich für diese Tour offensichtlich eine komplett neue Mannschaft organisiert, so dass Pain zu 50% aus Frauen bestanden, die die zweite Gitarre neben Peter und den Bass bedienten. Auch der Schlagzeuger war nicht der altbekannte, auch Horg musste einer Neubesetzung weichen. Das alles änderte aber überhaupt nichts daran, dass die Halle sofort am Kochen war als Pain die ersten Noten ins Publikum feuerten. "Supersonic Bitch", "End Of The Line", "Greed" (vom ersten Album Pain) und "Breathing In, Breathing Out" vom Rebirth-Album bildeten den furiosen Auftakt mit altbewährtem Material, bevor es mit "Nothing" ein völlig neues Lied gab, das erst auf dem kommenden Album im Februar/März stehen wird. Aber auch dieses kam live hervorragend und macht den eh schon wässrigen Mund auf neues Material noch feuchter. "Eleanor Rigby" ließ die Menge vor der Bühne gut abgehen, ebenso wie die folgenden "Same Old Song" und "On And On", bevor "Shut Your Mouth" den fulminanten Schlusspunkt unter 40 viel zu kurze Minuten setzte. Zugabe gab es leider keine.
(Lord Obirah)

Auf Theater Of Tragedy war ich ja schon ziemlich gespannt, hatte ich die Band ja bei ihrer letzten Tour bereits gesehen (was schon ein paar Jährchen her ist), damals noch mit Liv hinter dem Mikro. Nell, die neue Dame am Mikro, hatte mir vor dem Gig backstage schon ihre Nervosität verraten, aber auf der Bühne spürte man davon nix mehr. Liv hat ja bei uns in Deutschland schon einen gewissen Status, aber Nell hat bei diesem Gig bewiesen, dass keiner unersetzbar ist, so souverän kam ihre Darbietung. Los ging es mit der recht flotten Nummer "Machine" vom 2000er Album [Â’mju:zik]. Anfangs reagierte das Publikum noch etwas verhalten, aber gegen Ende des Songs war durchaus das Eis gebrochen und Theater Of Tragedy ernteten den wohlverdienten Beifall. Weiter ging es ebenfalls mit einem Stück aus der Vergangenheit, "Lorelei" war angesagt. Nell und Raymond (Vocals) waren währenddessen agil auf der Bühne unterwegs, während der Rest der Bands sich aufs Spielen konzentrierte und die Positionen nicht verließ. Leider war die Auswahl der Songs in meinen Augen nicht ganz optimal, da für meinen Geschmack etwas zu viele langsame Stücke gespielt wurden. Diese wurden zwar einwandfrei vorgetragen, jeder auf der Bühne gab sein Bestes, Nell überzeugte auf ganzer Linie, aber die ein oder andere flotte Nummer hätte der Stimmung vor der Bühne durchaus gut getan. Theater Of Tragedy wurden zwar nach jedem Song bejubelt und beklatscht, aber einige Fans hätten sich durchaus Songs im Tempo des Openers gewünscht, die ja im Repertoire der Band vorhanden sind (z.B. "Der Tanz Der Schatten"). Aber trotzdem war es ein gelungener Gig, der einem die Klasse der Band wieder eindrucksvoll vor Augen geführt hat.
(Ray)

Nachdem man sich also bei Theatre Of Tragedy ein wenig ausruhen und einen kleinen Schönheitsschlaf gönnen konnte, ging bei Tiamat überraschender Weise die Post wieder mächtig flott ab. Das lag vor allem daran, dass Tiamat ihr Set sehr ausgewogen gestalteten. Hier gab es nämlich neben den ruhigeren neuen Songs auch heftige alte Kracher aus Zeiten, wo Johan Edlund und Co. noch nicht ganz so experimentierfreudig waren. Apropos Edlund... wow, der Typ hat verdammt viel Charisma und weiß, wie er sein Publikum zu führen hat, damit ihm jeder aus der Hand frisst. Dazu trug natürlich auch bei, dass der sympathische Schwede von unten her mit Licht angestrahlt wurde, das seine Präsenz zusätzlich unterstrich. Auch die Songauswahl überraschte ein paar Mal, da ich mir einen insgesamt ruhigeren Gig erwartet hatte. Aber mit "In A Dream" und "The Sleeping Beauty" vom Clouds-Album gab es auch unerwartet hartes Material, das von vielen dankbar aufgenommen wurde. Letzteres war aber schon Bestandteil des Zugaben-Blocks bei dem sich unerwarteterweise Peter Tägtgren nochmals auf der Bühne blicken ließ und den Refrain mit seinem kraftvollen Organ veredelte. Dafür gab's natürlich zusätzlich ordentlich Beifall bevor sich Tiamat viele Hände schüttelnd mit "Gaia" von der Bühne trollten.
(Lord Obirah)

Insgesamt war der Abend ein wenig durchwachsen, wobei vor allem Sirenia enttäuschten, was nicht daran lag, dass ihnen für gut 20 Minuten ein Mikro fehlte. Theatre Of Tragedy hinterließen ebenfalls einen durchwachsenen Eindruck, da die Setlist arg soft ausgefallen war. Pain und Tiamat überzeugten dagegen auf ganzer Linie und man darf jetzt schon auf weitere Konzerte gespannt sein!

Weiterer mitwirkender Redakteur:
Ray

JR & Lord Obirah

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