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Festival-Bericht

Wacken Open Air

mit Bruce Dickinson, Children Of Bodom, Blind Guardian, Kreator, Messiah's Kiss, Kotipelto, Blaze Bayley, Doro, Rose Tattoo, Rebellion, Withering Surface, Dimple Minds, Pretty Maids, Megaherz, Savatage, Alabama Thunderpussy, Children Of Bodom, J.B.O., In Extremo, Shakra, Nuclear Assault, Falconer, Dream Evil, Suidakra & Edguy

Festivalgelände Wacken, Wacken 01. - 03.08.2002

Samstag, 03.08.2002

Der Samstag begann für unsereins musikalisch relativ spät und zwar gegen 14.30 Uhr. Aber anstatt auszuschlafen, hatte ich vorher versucht, im Dorf Wacken an einen Geldautomaten Bares abzuheben. Da die Schlangen an allen 2 Automaten aber länger waren als bei einer Eisbude in Moskau (1992), überlegte ich es mir noch mal anders und verlebte den restlichen Samstag relativ spartanisch, so daß mir doch wirklich fast das Bier ausgegangen wäre. Damit ich das nächste Mal nicht verdursten muß, wären 2-3 Geldautomaten auf dem Festivalgelände nicht schlecht. 1998 auf dem Dynamo gab es das ja auch.
Aufgrund dessen betraten wir das Gelände erst, als sich die Schweizer Shakra auf der Partystage bei brutaler Hitze den Allerwertesten abrockten. Mit dem Material der Jungs bin ich zwar nicht gut vertraut, aber das machte auch nichts, denn jeder Songs versprühte Spaß und Energie ohne Ende. Die Musik war einfach geeignet für diesen sonnigen Samstag Nachmittag, so daß man ziemlich viele Leute, die nicht unbedingt bewußt zuschauten, beim Mitwippen erwischte. (tho)

Man konnte gespannt sein, was die Jungs (so jung sind sie eigentlich gar nicht mehr) um Danny Lilker nach ihrer langen Pause noch zusammenbringen würden, aber sie konnten auf ganzer Linie überzeugen. Spielfreudig und engagiert spielten sich Nuclear Assault durch ihren Set und sogar Danny Lilker wirkte auf heute gar nicht so bekifft wie sonst. (Harry)

Der erst zweite deutsche Auftritt von Falconer (Bild links) lief dann ein wenig zwiespältig ab. Ich hatte mich zwar sehr auf die Band gefreut und gröhlte eigentlich auch sämtliches Songmaterial (von "Mintraveller" über "We Sold our Homesteads" (im schwedischen Original) zu "The Clarion Call") mit. Aber die großartige Stimmung, die ich mir erwartet hatte, kam irgendwie nicht richtig auf. Zum einen war bei den ersten 4 Stücken die Axt von Mastermind Stefan überhaut nicht zu hören, so daß seine Mimik und seine Spielfreude natürlich nicht optimal waren. Außerdem kam Sänger Matthias wirklich etwas unbeholfen über die Bühne gestapft. Man sah, daß er nicht wirklich wußte, was er auf einer großen Bühne vor einen großen Metalmob anstellen sollte. Stimmlich wußte er zwar überzeugen, aber das Stageacting war langweilig. Es fehlte einfach ein bisserl Pep.
So hätten sie den Liveauftritt lieber gelassen, denn sie wollten ja eigentlich eh nie live auftreten. Hat man gesehen.

Also nächstes stiefelte ich kurz zur Wetstage, um Dream Evil zu begutachten. Aber für mich war es mal wieder nur ein weiterer True Metal Klon, den man sich auch getrost hätte sparen können. Herr Nordström sollte sich lieber aufs Produzieren konzentrieren.

Nach einer weiteren Bierholpause, standen für mich dann Suidakra auf dem Programm. Nach dem genialen "Emprise to Avalon" Album hatte ich mich sehr auf diesen Auftritt gefreut, aber mal wieder blieb ein fader Beigeschmack. Nicht das mich Kracher wie "Darkane Times" oder "Dragonbreed" nicht zum Bangen gebracht hätten. Aber das Hickhack um das aktuelle Line-Up der Band führte dazu, dass Co-Sänger Marcel erst einen Tag zuvor erfahren hatte, dass er überhaupt bei dem Auftritt dabei ist. Dementsprechend bescheiden war seine Darbietung, was größten Teils daran lag, daß seine Gitarre und Gesang kaum bis gar nicht zu hören waren. Aber genau dieses Hin und Her zwischem cleanen Gesang und Growls macht Suidakra so vielseitig. Tja, heute halt nicht. Vielleicht werden sich die Jungs um "Diktator" Arkadius ja mal einig, denn eingespielt gibt die Truppe garantiert (noch) mehr her.
Sehr interessant war noch, daß ich am Tag zuvor den Ex-Bassisten von Suidakra, F.T., traf, der mich genauerer über das Line-Up Chaos bei den Jungs aufklärte. Sehr spannend ;-)

Auf der Hauptbühne gabe es zur selben Zeit Melodicmetal von Edguy. Hätte ich mir mal lieber die Hessen angeschaut, denn was ich zum Schluß noch mitbekam war die reine Vollbedienung. Die Bühne stand gerammelt voll mit Dekozeugs (siehe Bild rechts), und dazu bot man einen Querschnitt durch alle 5 Longplayer. "The Pharaoh" war eins der Highlights des neuen Albums. Der tobenden (großen) Menge nach zu urteilen, sind Edguy zur Zeit eine der angesagtesten Bands Deutschlands. Da können sich die Herren ja mit knapp 30 dann zur Ruhe setzen ;-)

Danach plagte mich dann erstmal wieder mein Schlafmangel, so daß ich nochmal zum Zelt tigerte, um mich vor Blind Guardian noch mal kurz auszuruhen und zu stärken.
So kam ich dann gegen 21.15Uhr wieder aufs Festivalgelände und durfte noch die letzten Minuten von Cannibal Corpse genießen. Ich kann mit dem Deathmetal der Jungs ja eher weniger anfangen, aber die Massen vor der Blackstage zeigten, daß ich damit gerade in der Minderheit war. Die Jungs wurden abgefeiert und lieferten dazu ohne große Sperenzchen einen heftigen Gig ab, wobei garantiert viele Nackenwirbel um Gnade baten. Tödlich!

Und jetzt war es soweit, Blind Guardian (Bilder rechts und links) eroberten Wacken! Anders kann man diesen Gig nicht beschreiben. Denn die Krefelder boten eine sowohl musikalische als auch visuelle Meisterleistung, dass es die wahre Schau war. Hatte mich auf der Hallentour im Frühling doch ein bisserl die Abgeklärtheit (und damit aufkommende Routine/Berechenbarkeit) der Jungs gestört, wurde ich heute eines besseren gelehrt. Das zweistündige Set war gespickt mit Überraschungen ("Majesty" & "Lord of the Rings"), was für mich im sagenhaften "And then there was Silence" gipfelte. Wahnsinn! Denn mit diesem Stück hatten wahrscheinlich nur wenige gerechnet. Aber es funktionierte auch live großartig. Ansonsten wich das Set nicht all zu viel von der Hallentour ab. Das bedeutete, "The Bard Song" beanspruchte mal wieder die Stimmkehlen jedes BG-Fans und bei "Imaginations..", "Journey through the Dark", etc. pp. bangte das Volk ohne Gnade ab.
Wie gesagt, visuell gab es auch viele Leckereien zu bestaunen, wie Pyro ohne Ende, zwei riesige Backdrops an den Seiten und ne Lightshow vom Feinsten. Damit wäre man auf jeden Fall ideal auf das BG-Open Air 2003 vorbereitet. Schauen wir mal, was es dann für Specials gibt.
Ich verließ auf jeden Fall nach diesem Höhepunkt des Festivals langsam das Gelände Richtung Zelt. Kreator, U.D.O. und Konsorten gab's für mich nur noch aus der Ferne.
(tho)

Zusatz vom Harry:
Blind Guardian und ihr Bombast-Metal sind sicherlich Geschmackssache, mir persönlich hat der Gig ganz gut gefallen. Ein Kritikpunkt jedoch: Nichts dagegen wenn eine Band ihr Publikum lobt, wenn gute Stimmung ist (und die gab's hier reichlich), aber wenn der Sänger nicht nach jedem Lied mit irgendwelchem Enthusiasmusgelaber dahergekommen wäre, hätten BG gut und gerne 2-3 Lieder mehr spielen können, und darauf kommt's mir bei einem Gig schließlich an.

Einen absolut geilen Gig boten schließlich Kreator, die gleich nach den Gardinen spielten. Zwar war nicht mehr ganz so viel los wie bei denen (klar auch, weil die ganzen Weiber halt nimmer da waren) aber egal: Kreator traten Ärsche! " Extreme Aggressions", "Flag of Hate"(jaaaa!!!), "Reconquering the throne" (haben sie mit dem neuen Album eh), "Pleasure to kill", "People of the lie" und und und. Aus fast jeder Phase ihrer Karriere spielten sie die Knaller und das Publikum, das bis jetzt ausgeharrt hatte wurde mit einer geilen Show belohnt. Who the fuck is Slayer?

Für mich war das die letzte Band, die ich mir angeschaut habe, ich war fertig und wollte nur noch pennen.(Wow, doch nicht mehr Saufen ? ;-), Anm.Thorsten) Das Problem war nur, das man da, wo wir zelteten, den Sound von der Bühne meist bestens hören konnte. Und da als letztes Onkel Tom und Haggard parallel spielten, hatte man nun auf dem Camping-Platz das Onkel Tomsche Saugeprolle (die Dimpel Minds haben ja wenigstens noch Stil) garniert mit dem Haggard Sound. Einen strangeren Mix hat auf dieser Welt wohl noch niemand zusammenbekommen.
(Harry)

Bleibt mir nur abschließend zu sagen, daß das Wacken 2002 ein voller Erfolg war. Die paar Kritikpunkte, die im Bericht noch angeklungen sind, sollten mal überdacht werden.
Ein paar weniger Leute würde auf jeden Fall mehrere Probleme auf einmal lösen. Aber wurscht, es war laut, laut und laut, und das ist die Hauptsache!!! Schauen wir mit Spannung auf das nächste Mal!

Harry & Thorsten

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