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Konzert-Bericht

Axel Rudi Pell, Rob Rock & Powergod

Metropolis, München 15.03.2001

Endlich war er wieder auf Tour, der "alte" Axel. Haben auch lange gewartet, da letztes Jahr die Tournee leider abgesagt werden mußte. Aber besser spät als nie! Versammelt hatte sich, zu meinem Erstaunen, eine sehr gemischte Hörerschar, von den "älteren" Herren mit Lederjacke, der Mutter mit ihrer jungen Brut bis hin zum Jungmetaller im Hamsterfell T-Shirt ! Ein Tipp am Rande: Wer noch eine scharfe Freundin sucht, sollte aufs nächste ARP Konzert gehen, denn der Balladenkönig scheint die Frauen nur so anzuziehen !

Um 20.30 Uhr ging es dann auch endlich los, Powergod, eine Band aus dem Pott, kamen auf die Bühne, um uns ihre Kost zu präsentieren. Angefangen wurde mit einem Into von Oskar aus der Mülltonne (für Unwissende: aus der Sesamstraße) und dann flogen endlich die Fetzen. Powergod fegten uns mit z.B "Children of lost Horizons", "Gods of War" , "Back to attack" Stücke ihren beiden Scheiben Evilution Part I & II um die Ohren, welche auch sehr druckvoll aus den Boxen kamen. Den Powermetal den sie anboten konnte man sich eigentlich gut anhören, was mich nur ein bisserl störte, war die hohe Stimme des Sängers (der auch nicht immer jeden Ton traff) und das viele Rumgepose. Was dazu kam, war daß das Publikum mehr rock- als metallastig eingestellt, so daß nur vereinzelt ein paar Banger ihre Häupter im Takt schwangen. Taktisch klug eingestreut, war deswegen, in der Mitte des Sets, das Warlockcover "Burning the Witches", woraufhin es dann doch etwas mehr abging (auch wenn es nicht jeder kannte!!!). Nach einer halben Stunde gingen die Jungs mit einem Anstandsapplaus auch schon wieder von der Bühne, weil wohl "Axel's Tourmanager mit der Uhr hinter der Bühne stand" (Zitat des Gitarristen). Abschließend kann man sagen, daß es ein ordentlicher Auftritt war und die Band sich noch steigern kann! Schaun 'mer mal!

Dann wurde es rockiger. Die Band von Rob Rock betrat die Bühne und der erste Blick wurde nicht ihm, sondern seinem Gitarristen gewürdigt. Denn das Besonderes war, daß er trotz einer schwerwiegenden Behinderung seine Axt wie einen Flitzebogen bediente, was ihm am Schluss auch einen Sonderapplaus einbrachte.
Wie gesagt, es wurde rockiger. Rob Rock präsentierte uns hauptsächlich Stücke seiner neuen CD "Rage of Creation" und verstand es besser als Powergod, daß Publikum anzuheizen und wirbelte wir ein Schwertkämpfer mit seinem Mikroständer durch die Gegend. Ein Wunder das ein bei der engen Bühne keinen erschlagen hat. Auf jeden Fall konnte man ihm seine Spiel-/Singfreude ansehen und anhören, denn Stücken wie "In the night", "Streets of Madness" und "Judgement Day" vom oben genannten Album waren live fast besser als zu Hause vor der Anlage. Und natürlich hatte Rob auch ein bisserl in seiner Wunderkiste gekramt, und so brachte er dann noch mit "Warrior" und "Nation of Fire" (von der M.A.R.S Scheibe "Project Driver") zwei ältere Juwelen seiner Sangeskunst zu Besten. Nach ca. 50 Minuten macht Rob Rock dann Platz für seinen alten "Chef", den Axel, bei dem er auf seiner zweiten Scheibe (Nasty Reputation) gesungen hatte. Auf jeden Fall ein sehenswerter Auftritt !

Dann wurde es halb elf und Axel Rudi Pell & Band kamen zu einem Mike Oldfield Intro auf die Bühne und legen mit "Tear down the Walls" und "Fool Fool" gleich richtig los. Die Bands sprühte nur so vor Spielfreude, was sich daran zeigte, daß der Sänger Johnny Gioeli wie ein Flummi über die Bühne hüpfte, Axel gefühlvoll seine Axt schwang (also entweder war der blau oder hat sich in einen Rausch gespielt), Mike Terrana hinter den Kesseln etliche Sticks verholzte und der Keyborder ab und zu mit seinem Keyboard über die Bühne latsche, um sich mit Axel Duelle zu liefern.

Meine Angst, daß sich die langen Stücke von ARP auf die Stimmung auswirken könnten, wurden bald beseitigt, denn ARP spielten die langen Stücke meistens in Medleys gemixt, wie z.B. "Come back to me" mit "Oceans of Time" und "Masquerade Ball" mit "Casbah", was sehr geil war, da dadurch viele Stücke gespielt werden konnten. Der Mob war dann sowieso nicht mehr zu bremsen und der Sänger brauchte fast nix mehr zu tun, da fast jeder mitsang, was sich bei ARP Lieder einfach anbietet.

Ein kleine Verschnaufpause gab es dann bei "Carousel", denn das Lied wurde für ein Keyboardsolo und ein 10 minütiges (!!!!) Schlagzeugsolo von Mike Terrana unterbrochen. Normalerweise brauch man ja zu Schlagzeugsoli nichts sagen, aber was der Herr Terrana da ablieferte, war nicht von dieser Welt. Immer wenn man dachte, jetzt wird er gleich rausgetragen, legte er noch einen drauf und feuerte das Publikum noch an , ihn zu unterstützen (denn das Publikum bekam von Stauen keinen Ton mehr raus). Der reine Wahnsinn !!
Was mich sehr erfreute, war, daß sich ARP nicht nur auf die neuen Alben beschränkte, sondern Herr Gioeli Klassiker wie "Warrior", "The Clown..." und das live immer gespielte Medley mit "Purple Haze/ Call Her princess", mit vielen Spielereien versehen, perfekt wiedergab und mich umhaute.
Nicht nur der Gesang war perfekt, sondern auch die schauspielerischen Einlagen waren kaum zu toppen: Herr Terrana versuchte sich an einem deutschen Volkslied, Herr Gioeli ließ sich sehr detailiert über seinen deutschen Wortschatz ("Ficken, Schwanz, etc.") aus und Her Pell sang wie ein kastrierter Hamster, um danach eine Monitorbox zu vergewohltätigen.
So waren dann auch das Publikum um kurz nach 24 Uhr überzeugt, daß man davon noch mehr gebrauchen könnte und brüllte ARP nochmal auf die Bühne, die sich dann mit "Snake Eyes" (Gänsehautfaktor) und Tush (ZZ Top) verabschiedeten, so daß um halb eins jeder mit einem zufriedenen Grinsen nach Hause ging. Ich kann nur sagen: Und das ganz auf dem Bang your Head noch einmal und ich richte jeden morgen meinen Teppich gen Oberhausen! Ich glaube, daß es nur wenige gibt, die ihre Gitarre so bedienen können. Herr Pell, das war "Magic" !!!

Thorsten

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