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Interview

Interview mit Wolfen (31.10.2014)

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Logo Wolfen

Mit ihrem fünften Album Evilution haben die Kölner Metalheads von Wolfen einmal mehr bewiesen, dass sie tolle Songs schreiben können ohne dabei Rücksicht zu nehmen auf irgendwelche aktuellen Trends. Gitarrist Frank J. Noras erzählt uns ein wenig über die Band, ihre Einstellung und warum das Album auch Bruce Willis heißen könnte.

HH: Ein fröhliches Hallo und gleich mal meinen Glückwunsch zu eurem neuen Album Evilution! Ich denke, die Scheibe ist in unserem Magazin ganz gut weg gekommen. Wie sind denn die Kritiken im Allgemeinen ausgefallen? Seid ihr mit dem Feedback zufrieden oder gab's auch richtig harte Schelte?

Frank: Hallo, vielen Dank. Ja, das Album wird momentan sehr positiv aufgenommen, was uns ungemein freut. Im Großen und Ganzen können wir mehr als zufrieden sein und teilweise übertreffen die Reviews unsere Erwartungen. Es steckt immer sehr viel Arbeit in so einer Produktion und wenn anschließend die Resonanz so gut ausfällt, ist das einfach geil.

HH: Evilution ist nun euer fünftes Studioalbum und obwohl ihr auch in der Vergangenheit eine ganz gute Presse bekommen habt, hat die Band doch noch einen gewissen Status als Underdog. Was meinst du, woran das liegt?

Frank: In einer Plattenkritik schrieb einer so treffend, Wolfen ziehen seit jeher ihren Stiefel durch und verfallen nicht irgendwelchen Trends. Da wir auch uns nicht eindeutig einem Metal-Stil zuordnen lassen, fällt es wohl dem einen oder anderen schwer sich für uns zu entscheiden. Viele Leute brauchen Schubladen und die gibt es bei uns nicht oder nicht so eindeutig. Wir spielen unseren Stil aus Thrash-Metal oder Power-Metal mit Melodien und meist klaren und oft auch mehrstimmigen Gesängen. Es wurde schon zu unserer ersten CD gesagt, dass wir uns zwischen die Stühle setzen. Aber vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen, dass die Fans uns auf diesem Weg folgen und sich nicht durch Schubladen einschränken lassen wollen.

HH: Womit verdienen denn Musiker von Wolfen ihre Brötchen?

Frank: Also, Holger hat eine Merchandise-Firma, Buckaneer Merch, Andreas verkauft Fenster, Türen und so in seiner Firma, Björn arbeitet beim WDR, Nico befindet sich in der Ausbildung und ich bin Krankenpfleger in der Dialyse. Du siehst, wir können alle noch nicht von unserer Musik leben.

HH: Bist du oder ist einer deiner vier Mitstreiter noch in einem anderen Musikprojekt involviert oder ist Wolfen eure einzige Baustelle?

Frank: Holger zockt noch in einer anderen Kapelle und Andreas mischt noch in einer Coverband mit, aber für alle gilt, oberste Priorität besitzt Wolfen. Da wir alle berufstätig sind und/oder Familie haben, ist die Zeit knapp bemessen, sodass Nebenbaustellen eher die Ausnahme sind.

HH: Zum aktuellen Album! Wenn du das gute Stück als einen Menschen beschreiben müsstest, was wäre das dann für ein Typ?

Frank: Am ehesten würde ich die neue Platte als menschlichen Typ a la Bruce Willis in Stirb langsam beschreiben. Hart, zäh, kein aufgepumpter Muskelprotz, sondern eine ehrliche Haut, die sich durchsetzt und nicht unterkriegen lässt, mehr Tiefgang als so mancher im ersten Moment erwarten würde.

HH: Also ich würde dem Album schon durchaus ein paar Muckis zugestehen! Hast du selbst einen Favoriten darauf?

Frank: Sicher, aber das kommt auch immer auf die Stimmung an. Mal brauch ich mehr Melodie, "The Flood", dann mehr Härte, "Sea Of Sorrows", oder eine Mischung von beidem, "Pure-Culture", oder düstere Macht, "All That Remains Is Nothing". Ich mag alle Stücke auf der neuen CD, wobei auch der Bonustrack für die LP keine Ausschussware ist, sondern ein weiterer geiler Song. Also, ich kann mir momentan die ganze Scheibe reinziehen und genießen.

HH: Die Songtitel lassen schon erahnen, dass auch die Lyrics eine wichtige Rolle bei Wolfen spielen. Welche Themen reizen euch denn, am Ende ein Lied darüber zu schreiben?

Frank: Alle Themen, die einen selbst in irgendeiner Weise beschäftigen oder berühren. Das kann ein Buch sein oder etwas aus den Nachrichten, aus dem persönlichen Umfeld. Da Andreas die meisten Texte verfasst, sind sie oftmals auch auf ihn bezogen, bzw. können auch mal persönlicher Natur sein. Aber, wir schreiben über alles außer Regenbögen, Drachen oder Schlössern im Himmel *grinst*

HH: Worum geht's z.B. in "Digital Messiah"?

Frank: In diesem Text geht es um die Abhängigkeit in unserer multimedialen Welt. Viele leben nur noch mit Smartphone vor der Nase, selbstständiges Denken und Handeln verkümmert immer mehr und die Abhängigkeit von Sozialen Netzwerken und ähnlichem wird immer stärker. Wir nutzen auch gerne diese Medien, aber einfach abschalten und zwar im eigentlichen Sinn, das können nur noch wenige. Darauf soll der Text hinweisen.

HH: Wie stehst du zur Digitalisierung der Musikbranche?

Frank: Die Digitalisierung ist eine feine Sache. Du hast deine komplette CD-Sammlung auf deinem iPod und ein Billyregal weniger im Zimmer stehen *lacht* Das Unschöne ist, dass du als Künstler es dadurch nur in Ausnahmefällen leichter hast, die Kosten für deine Arbeit wieder einzuspielen. Du hast natürlich die Möglichkeit, schnell deine Musik weltweit anzubieten. Aber Qualität hat nach wie vor seinen Preis und den zahlt erst mal der Künstler.

HH: Vermisst ihr die gute alte analoge Zeit? Platten, Musikkassetten und vielleicht auch die etwas größere Wertschätzung?

Frank: Wie gesagt, es hat alles seine Vor- und Nachteile, aber die allgegenwärtigen Möglichkeit auf alle Titel der Welt zuzugreifen lässt manche auch das Sammeln vergessen und die Vorfreude eine neue LP/CD endlich in den Händen zu halten hat auch was mit Lebensqualität zu tun. Denn, wer keine Träume mehr hat, der lebt auch nicht mehr.

Foto von Wolfen

HH: Das Schöne an Rock und Metal ist ja, dass es trotz aller Digitalisierung am Ende doch Musik zum Anfassen bleibt, da man seine Lieblingsbands live erleben und zusammen mit anderen Fans vor der Bühne die Sau rauslassen kann. In einem Monat geht ihr auf Tour mit Grave Digger. Worauf dürfen sich eure Fans freuen?

Frank: Da wir die erste Band am Abend sein werden, haben wir nicht so viel Spielzeit, als dass wir einen Querschnitt durch alle CDs machen könnten. Wir werden drei, vier neue Songs und zwei von den vorherigen Platten spielen und dann mal sehen, wie die Meute darauf reagiert.

HH: Hast du das aktuelle Album Return Of The Reaper schon gehört?

Frank: Da muss ich leider passen. Ich kenne Grave Digger zwar schon lange, war aber nie so der Fan von ihnen. Also, ich höre gerne mal Songs von Chris und seinen Mannen, aber ich könnte dir jetzt keine Faves aufzählen. Ich werde mir vor der Tour aber die Scheibe auf jeden Fall noch reinziehen.

HH: Was war in Sachen Liveauftritte denn das bisherige Highlight eurer Karriere?

Frank: Oh, da gab es schon so einige Highlights. Z. B. der Auftritt 1995 im Londoner Marquee Club, oder dieses Jahr als Opener von Van Canto in der ausverkauften Live Music Hall, Co-Headliner von Kreator beim Fun and Crust Festival.

HH: Und was würde für dich einem absoluten Ritterschlag als Musiker gleichkommen?

Frank: Ein Ritterschlag wäre wohl für jeden zum Beispiel als Special Guest von Iron Maiden einen umjubelten Auftritt hinzulegen oder auch von Metallica. Auch wenn sie früher die Hammeralben raus gebracht haben, sind sie aktuell die größte Metalband.

HH: Wir kommen zu Ende. Der Rolf von Gun Barrel hat mir in einem Interview mal das Cave und das Valhalla empfohlen, wenn man in Köln bei guter Musik mal einen draufmachen möchte. Würdest du da zustimmen oder hast du noch einen anderen Tipp auf Lager?

Frank: Da kann ich Rolf nur beipflichten. Die Zahl der Metalschuppen ist ziemlich überschaubar in Köln.

HH: Ich sage herzlichen Dank für das Interview und viel Spaß auf der Tour!

Frank: Ja, ich danke auch vielmals und vielleicht sehen wir uns ja auf der Tour. Würde mich sehr freuen. STAY METAL!

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