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Konzert-Bericht

AC/DC

Olympiastadion, München 14.06.2001

An ihnen scheiden sich wahrlich die Geister. F√ľr die selbsternannten Intellektuellen unter uns sind sie die Prollrock-Combo Nr.1, ein verabscheuungsw√ľrdiger Haufen langhaariger Bombenleger, die f√ľr jeden ihrer Songs immer wieder lediglich drei Gitarrenakkorde in neuer Form aneinanderreihen, f√ľr die anderen sind die f√ľnf sympathischen Rock'n'Roll-Haudegen schlichtweg G√∂tter und werden weltweit demenprechend innig verehrt: Die Rede ist von ACDC, den inzwischen zwar leicht angegrauten (Alter: zwischen 45 und 54 Jahren...), aber nichtsdestoweniger quicklebendigen Underdogs aus Australien. Die Band ist wahrlich eine der letzten "wahren" Rock'n'Roll-Institutionen, ein wahrer Dinosaurier des Rocks, der mit seinem straighten, bluesorientierten Hardrock-Sound ohne jegliche stilistische Experimente seit mittlerweile 28 Jahren konsequent gute Laune verbreitet und gerade deshalb in der heutigen Zeit der musikalischen Wirren und halbgaren Trends immer noch absolut unverzichtbar ist.

Im Rahmen ihrer Stiff Upper Lip-World Tour beehrten die Herren am letzten Donnerstag auch wieder einmal die bayerische Landeshauptstadt wo sie bereits sehnlichst von ihren fanatischen Anh√§ngern im komplett ausverkauften Olympiastadion erwartet wurden. Als es um 20:50 Uhr (nach einem originellen Video-Intro, in dem die bekannte Angus-Statue vom Cover des letzten Albums s√§mtliche bekannten Denkm√§ler der Welt in King-Kong-Manier plattmacht!) mit dem Titelsong der letzten Scheibe "Stiff Upper Lip" endlich losging, verwandelte sich das Stadion v√∂llig in ein Tollhaus. Mit den ersten T√∂nen des darauffolgenden "You Shook Me All Night Long", einem der bekanntesten Hits der Band, fra√Ÿ das Publikum den f√ľnf Australiern dann komplett aus der Hand. Die vermeintliche Altherrenriege hatten aber auch wieder einmal einen √§u√Ÿerst guten Tag erwischt: S√§nger und Frontsympathikus Brian Johnson mimte gekonnt den agilen Rock-Malocher und heizte den vorderen Reihen mit einer schwei√Ÿtreibenden Show m√§chtig ein, w√§hrend ein gewohnt spielfreudiger, ekstatische Grimassen schneidender Angus Young neben ihm v√∂llig entfesselt im Duckwalk √ľber die B√ľhnenbretter fegte und dabei bisweilen Strecken zur√ľcklegte, als bek√§me er Kilometergeld daf√ľr!

Die tighte, perfekt eingespielte Rythmussektion Rudd/ Williams zementierte im Hintergrund jedes noch so kleine Soundloch zu, w√§hrend Riffmeister und Angus-Bruder Malcolm wie immer unauff√§llig, jedoch ultrapr√§zise seinen Job machte und jeden Song in ein kraftstrotzendes Rockjuwel verwandelte. Vor allem bei √§lteren Gassenhauern wie "Problem Child", "The Jack", oder "Dirty Deeds Done Dirt Cheap" (alle aus der Bon Scott-√„ra der 70er) stand das im Durchschnitt auch nicht mehr ganz sooo junge Publikum v√∂llig Kopf und tausende von Kehlen unterst√ľtzten die Band bei den Refrains.

H√∂hepunkte der Show waren wie immer ein sexy Angus-Strip (mit Deutschland-Fahne auf den Shorts), der diesmal w√§hrend des "Bad Boy Boogie" kam, das wahnwitzige, zehnmin√ľtige Solo des sch√§chtigen Gitarristen w√§hrend "Let There Be Rock" (inklusive Ausflug zum Soundmixerturm vor der B√ľhne), die zeitlose Hymne "Highway To Hell", w√§hrend der Pyroeffekte und flammende Videow√§nde die m√§chtige, mit zwei gigantischen Angus-Teufelsm√ľtzen bedeckte B√ľhne in ein feuriges Inferno verwandelten, das flott und r√§udig runtergezockte "Whole Lotta Rosie", mit gleichnamiger volumin√∂ser Gummilady im Hintergrund, das wie immer den Zugabeteil abschlie√Ÿende "For Those About To Rock (We Salute You)" mit seinen das Arenarund ersch√ľtternden Kanonensch√ľssen, und, und, und...

Auff√§llig war neben dem enthusiastischen Auftreten s√§mtlicher Bandmitglieder und des m√§chtigen, druckvollen Sounds, dass ganz klar alte Gassenhauer der ersten sechs Alben Songs neueren Datums vorgezogen wurden. Vom neuen Erfolgsalbum wurde gar nur der er√∂ffnende Titelsong gespielt; aktuelle Hits wie etwa "Safe In New York City" oder "Satellite Blues" blieben au√Ÿen vor, was bei einer Band, deren Repertoire fast ausschlie√Ÿlich Klassiker beeinhaltet, jedoch leicht zu verschmerzen ist. Somit rockten ACDC innerhalb von zwei Stunden s√§mtliche Zuschauer und schlie√Ÿlich auch sich selbst immer mehr in Trance.

Ein √ľberraschendes "Shot Down In Flames", das der verdutzten, schon im Aufbruch befindlichen Menge, ganz √ľberraschend noch knappe 15 Minuten nach dem offiziellen Zugabenteil vor den Latz geknallt wurde, gab der vielleicht schon etwas zu perfekt und professionell arrangierten Rockshow wenigstens noch einen Hauch von Spontanit√§t. Aber dies soll kein Kritikpunkt sein - kaum einer, der beim Anschalten der Stadionlichter nicht ausgepowert und mit entr√ľcktem L√§cheln gen Ausgang schlenderte... ACDC haben es schon immer gewu√Ÿt: "You Can't Stop Rock'n'Roll", so hei√Ÿt (mal wieder) einer ihrer neuen Songs. Und wenn sie auch weiterhin noch so gnadenlos gut live abr√§umen, wird der Rock'n'Roll auch definitiv so schnell nicht aufzuhalten sein. Von nichts und niemanden!!!

Christian Reichenspurner

Gast

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