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Interview

Interview mit Neaera (27.10.2010)

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Es ist noch gar nicht allzu lange her, da sprach ich mit Neaeras Sänger Benny über das letzte Album Omnicide. Etwa ein Jahr später steht auch schon der Nachfolger Forging The Eclipse in den Regalen und dieses Mal ist es Drummer Sebastian Heldt, der meine Fragen zum Stand der Dinge beantwortet.

Neaera

HH: Ein fröhliches "Griaß Eich!" aus dem Freistaat. Das letzte Interview ist ziemlich genau ein Jahr her und seitdem seid ihr doch alle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit begeisterte Heavyhardes-Leser, stimmts?

Sebastian: Na freilich!

HH: Aber Spaß beiseite, natürlich gibt es wieder einen frohen Anlass für diesen Chat, und zwar ein neues Album. Aber dazu gleich. Zunächst geb ich dir mal ein Stichwort und du sagst mir, was dir da spontan zu einfällt, ok?

Sebastian: Alles klar.

HH: Gut. Also: Trimmelkam

Sebastian: Das ist mir in Erinnerung. Ist ja auch gar nicht lange her. War eine coole Show mit lauter netten Leuten.

HH: Wie kam es denn überhaupt zu diesem Gig irgendwo im Nirgendwo an der deutsch-österreichischen Grenze?

Sebastian: Wir haben die Chance ergriffen, weil wir am Folgetag auf einem Open Air Festival in Österreich gebucht waren. Da ist es immer gut, dass man bei einer solchen Distanz zur Heimat noch eine Show mehr spielt. Ganz einfach damit sich der Aufwand und die Reise bezahlt machen.

HH: Ich hoffe doch, ihr hattet ein Navi mit an Bord. Wir hatten keines und haben uns auch sauber verfahren.

Sebastian: Wir sind im Übrigen auf dem Weg dorthin an dem beschaulichen Ort "Fucking" vorbeigefahren. Ohne Navi geht sowieso nichts. Ganz zu Beginn unserer "Karriere" hatten wir noch keins. Ich kann dir sagen, das hat Nerven gekostet.

HH: Mich hat es ja wirklich gewundert, euch in dieser Set-List zu sehen. Ich meine, ihr habt schon auf Mega-Festivals wie dem Wacken Open Air gespielt, sagt aber auch zu Kleinstkonzerten, wie eben dem in Trimmelkam, mit ausschließlich regionalen Acts nicht nein. Gehört das zur Band-Philosophie?

Sebastian: Nun ich denke nicht, dass sich das gegenseitig ausschließt. Im Gegenteil. Der Wacken-Gig war für uns ein echtes Highlight. Aber die Show-Realität ist eben immer etwas privater. Und diese Clubshows sind es schließlich, die den Motor am Laufen halten. Man kann sich auch die Zeit nehmen und mit den Konzertgängern plaudern. Und dass es in ganz Deutschland viele gute Bands gibt, freut uns ebenso, weil es uns auch ein Ansporn ist immer hundert Prozent zu geben.

HH: Mir hat der Gig jedenfalls tierisch Spaß gemacht, hab vom ersten bis zum letzten Song brav die Matte geschwungen und hatte den Eindruck, dass euch die ganze Sache auch so richtig getaugt hat...

Sebastian: Da kannste aber von ausgehen!

HH: Doch nun zum neuen Album. Auf Omnicide, dem Vorgänger, drehte sich ja alles um die Zerstörungswut des Menschen. Hat Forging The Eclipse auch wieder so eine Art zentrales Thema, auf das sich die einzelnen Songs beziehen?

Sebastian: Das Titelthema ist kurz gesagt eine Metapher für die negative Einflussnahme durch Politik und Medien auf unseren Umgang mit Bewusstsein und Wahrheit. Es gibt viele Beispiele für fehlleitende Information oder Verschleierung. So handeln unsere Texte diesmal von der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko oder etwa den Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche. Ein Konzeptalbum ist Forging The Eclipse jedoch nicht. Eher ein kritischer Rundumschlag.

HH: Die beiden Alben Omnicide und Forging The Eclipse klingen für mich wie aus einem Guss. Nun könnte natürlich manch Nörgler hergehen und sagen, er vermisst eine musikalische Weiterentwicklung. Wie sähe euer Statement zu dieser Kritik aus?

Sebastian: Ich habe bis jetzt als Reaktion schon beides gehört. Es ist auch schwer dies als Musiker objektiv zu beantworten, zumal zwischen beiden Alben gerade mal ein paar Monate Unterbrechung im Songwriting liegen. Ich glaube aber schon, dass wir mit Forging The Eclipse ein eigenständiges Neaera-Album mit den typischen Stilelementen und einem nötigen Maß an Innovation geschaffen haben. Der Unterschied zum Vorgänger ist wie ich finde positiv und deutlich.

HH: An dem Album mitgewirkt haben auch Andy Classen und Tue Madsen, weswegen man ja gewiss sein kann, dass in Sachen Klang absolute Superlative geboten wird. Wie verlief die Zusammenarbeit mit den beiden Herren und was nimmt man als Musiker für die Zukunft aus so einer Kooperation mit?

Sebastian: Die Zusammenarbeit mit Andy hat sich einfach aus praktischen Gründen angeboten. Er hatte seine Professionalität beim Recording schon bei The Rising Tide Of Oblivion unter Beweis gestellt. Und der Weg von Münster nach Bühne (Stage one Studio) ist nicht der Rede wert. Tue Madsen gehört zu den besten Metalproduzenten Europas. Wir haben ihm von Anfang an vertraut, so dass wir beim Mixen nicht einmal persönlich dabei sein brauchten. Man hört der Platte einfach an, dass Fachmänner am Werk waren - Band natürlich ausgeschlossen, hehe. Es ist allerdings wichtig, gut vorbereitet zu sein. Wir haben die Songs vorher bis zum Umfallen geübt und konnten so ohne große Pausen aufnehmen. Auch Ali Dietz muss hier erwähnt werden. Er hat sich um Gitarre, Bass und Gesang gekümmert. Ich denke schon, dass diese Kombination für die Zukunft eine echte Option darstellt.

HH: Forging The Eclipse ist das nunmehr fünfte Album in den sechs Jahren euerer Karriere als Neaera. Eine stolze Bilanz! Dazu noch eine nahezu ununterbrochene Live-Präsenz - stellen sich da nicht irgendwann auch Abnutzungserscheinungen und Ermüdung ein? Falls ihr Zugang zu irgendeiner ultimativen Aktivitäts-Droge habt, wäre ich dankbar, wenn ihr mir davon verratet.

Sebastian: Das sieht nur auf dem Papier immer so aus. Klar spielen wir viele Shows. Das ist aber nichts im Vergleich zu so mancher Ami-Band. Die sind ja teilweise das ganze Jahr über unterwegs. Aber auch wir nutzen die Freizeit zum Erholen zwischendurch, viel TV, Fußball, Studium, Fitbude, Computerspiele...

HH: Wir kommen zum Ende. Das Jahr 2010 neigt sich schon wieder seinem Ende und ich möchte wissen, ob ihr schon Pläne für das nächste Jahr habt und wann eure Fans die Gelegenheit bekommen werden, zu den neuen Songs vor irgendeiner Bühne so richtig die Sau raus zu lassen.

Sebastian: Wir planen momentan noch das nächste Jahr. Gut möglich, dass wir im Frühjahr noch eine kleine Headliner-Tour fahren, um das Album zu supporten. Der Rest dieses Jahres ist jedoch schon für die Tour mit Caliban und All That Remains im November und Darkness Over Xmas über die Feiertage verplant.

HH: Vielen Dank dafür, dass du dir ein wenig Zeit für unser Magazin genommen hast! Und an unsere Leser: die Tour mit Caliban macht natürlich auch in München Halt und zwar am 16. Dezember im Backstage.

Sebastian: Danke Dir fürs Interview. Und DIR fürs Lesen!

Dagger

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