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Interview

Interview mit The Sorrow (15.10.2010)

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Längst scheint sie viel zu eng geworden zu sein, die Metalcore-Schublade, für die Voralberger Senkrechtstarter von The Sorrow. Nach zwei von Presse und Fans gleichermaßen gefeierten Alben schlägt für die Band nun die Stunde der Wahrheit, denn ihr drittes Werk steht kurz vor der Veröffentlichung. Wie schon im letzten Jahr war es wieder Bassist Tobi, der sich ein wenig Zeit für unser Magazin genommen und einige Fragen zum neuen Album beantwortet hat.

HH: Ein fröhliches Hallo und beste Grüße aus dem Freistaat! Es ist ja nun etwa eineinhalb Jahre her, dass ich das letzte Interview für Heavyhardes mit euch machen durfte. Wie ist es euch in der Zwischenzeit ergangen? Ich hoffe, ihr erfreut euch alle bester Gesundheit.

Tobi: Hallo aus der benachbarten Alpenrepublik. Sind wirklich schon wieder eineinhalb Jahre rum? Nun ja, die Zeit zwischen unserem letzten Album und der neuen Platte war sehr aufregend, nicht immer im positiven Sinne, aber wir durften einiges lernen, nicht nur als Musiker, sondern vor allem auch auf privater Ebene. Auf die Frage nach der Gesundheit antworte ich gerne mit einem "Ja". Zu den Rückschlägen gehörte nämlich auch die Krebserkrankung unseres Drummers Dominik, der sich aber bestens erholt hat...

HH: Sowas hört man natürlich gerne! Ihr habt mit euren ersten beiden Alben Blessings From A Blackened Sky und Origin Of A Strom ja einen Bilderbuchstart in eure Musikerkarriere hingelegt und durftet auch schon mit vielen tollen Bands auf Tour gehen bzw. auf zahlreichen Festivals auftreten, so auch auf dem Sonisphere. Wie war's denn dort? Das Billing war ja schon sehr gewaltig...

Tobi: Naja, das Sonisphere hätte wirklich eines der Highlights unserer Bandgeschichte werden können. Leider hat der Wettergott an jenem Wochenende den Heavy-Metal-Gott um Längen geschlagen. Es hat nicht geregnet, sondern nur noch gekübelt. Über die Zustände am Gelände wurde ja in vielen Magazinen berichtet. Wir haben gerne darauf verzichtet, am nächsten Tag noch Metallica anzusehen. Einen ganzen Tag im halb Meter tiefen Matsch rumzustiefeln, da hatten wir einfach keine Lust drauf. Trotzdem sind wir stolz darauf, Teil dieses großen Ganzen gewesen zu sein, die Show war auch cool, nur die Umstände dieses Events einfach nicht würdig.

HH: Seid ihr nach all den Erfolgen denn immer noch so hungrig, wie der einsame Wolf auf eurem neuen Platten-Cover?

Tobi: Natürlich, man definiert seine Ziele ja ständig neu, sonst könnten wir ja zufrieden in Musiker-Rente gehen. Es gibt noch so viele Orte auf der Welt zu erschließen, so viele Songs zu schreiben und noch so viel zu sagen, dass es unangemessen wäre, sich auf den bescheidenen Lorbeeren auszuruhen.

HH: Euer Drittwerk steht nun kurz vor der Veröffentlichung. Wie ist da die Stimmung in der Band - angespannt oder zuversichtlich?

Tobi: Wir waren von Beginn des Songwritingprozesses sehr zuversichtlich, Anspannung kam erst zum Schluss dazu, als kleinere Probleme aufgetaucht sind, die sich aber letzten Endes in Wohlgefallen aufgelöst haben. Nun werden wir aber von Tag zu Tag nervöser, da Tag X immer näher rückt.

HH: Hat es euch bei der Arbeit an den neuen Songs ein wenig unter Druck gesetzt, dass eure ersten beiden Alben so gut abgeschnitten haben?

Tobi: Eigentlich nicht, retrospektiv sind wir mit unserem Zweitling nicht ganz zufrieden, deshalb wollten wir dieses Mal wirklich wieder zeigen, wo unsere Stärken liegen, und das hat uns sehr beflügelt. Natürlich hoffen wir wieder an alte Erfolge anschließen zu können. Wir können aber so oder so behaupten, unser Bestes gegeben zu haben. Dieses Album ist definitiv unser bisher stärkstes, so abgedroschen das auch klingen mag!

HH: Gibt es einen Grund, warum das Album keinen Titel bekommen hat?

Tobi: Wir hatten massenhaft potentielle Titel parat, die auch gut gepasst hätten. Als wir aber vor dem gesammelten Songmaterial standen, dachten wir uns, dass unser Bandname die Essenz der Songs und Lyrics am besten zusammenfasst. Eigentlich sehr simpel!
HH: In der Presse-Information konnte man lesen, dass ihr euch mit dem neuen Album neu definiert habt. Was macht deiner Meinung nach die neuen Stücke aus und was unterscheidet sie von ihren Vorgängern.

Tobi: Sie sind vielschichtiger, größer und erwachsener als alles, was wir bisher geschrieben haben. Die Songs brauchen manchmal länger um zu wachsen, werden von Mal zu Mal besser. Ich denke, gewisse Prädikate, die für uns benutzt wurden, treffen einfach nicht mehr zu. Ich empfehle jedem, der sich die Platte anhört, ihr ein wenig Zeit zu widmen, um festzustellen, dass mehr dahinter steckt als die nächste Metalcore-Platte, die dann wieder im Plattenregal verstaubt.

HH: Einige Adjektive, die mir im Bezug auf das neue Album spontan in den Sinn kommen, wären episch, aber auch düster und melancholisch. Würdest du dem zustimmen?

Tobi: Definitiv. Das waren auch die Kriterien, die wir erfüllen wollten. Nur brutalo war uns immer zu langweilig, die neuen Songs sind eine Symbiose aus Härte und Melancholie, die zumindest für uns sehr gut funktioniert.

HH: Auch thematisch scheinen die Songtexte nicht gerade vor Lebensfreude zu strotzen, zumindest erwecken einige der Titel diesen Eindruck: "Facing The End", "Farewells", "Grief Machine". Da könnte man glatt den Eindruck bekommen, ihr müsstet tatsächlich die Last der Welt, der ja nebenbei auch ein Song gewidmet wurde, auf euren Schultern tragen. Woher kommt all die finstere Atmosphäre?

Tobi: In den letzten eineinhalb Jahren ist viel passiert, das uns geprägt hat. Wie schon erwähnt, die Krebserkrankung von unserem Drummer. Anfang 2009 ist mein Vater nach langjähriger Krankheit verstorben, ihm ist zum Beispiel "Crossing Jordan" gewidmet. Diese Umstände lassen einen nicht immer die Sonnenseite des Lebens erkennen, darum oft diese depressive Schlagseite in unseren Texten. In "Weight Of The World" geht es darum, dass man sich oft alleine fühlt mit all dem Elend um sich herum. Aber auch darum, dass man seines eigenen Glückes Schmied ist und sich wieder aufraffen muss, um auf eigenen Füßen zu stehen und weiterzukämpfen.

HH: Verarbeitet ihr in euren Texten also ausschließlich eigene Emotionen und Eindrücke oder gibt es auch fiktive Geschichten, die erzählt werden?

Tobi: Auf der neuen Platte sind nur persönliche Geschichten verarbeitet worden, fiktive Geschichten, wie sie auf Origin Of The Storm erzählt worden sind, fanden auf dem neuen Album keinen Platz. Es hätte einfach nicht gepasst. Der einzige Song, der etwas aus der Reihe fällt, ist "Paragon In Charity", der sich kritisch mit den aktuellen Vorkommnissen in der katholischen Kirche auseinandersetzt.

HH: Auf welche der neuen Stücke seid ihr selbst besonders stolz? Wie lauten deine Anspieltipps?

Tobi: Mein persönlicher Favorit im Moment ist "Draped In Misery", aber auch "Farewells" ist ein ganz besonderer Song. Ich habe noch nie so oft und intensiv in eines unserer Werke reingehört und muss sagen, dass ich noch keinen schwächeren Song ausmachen konnte, im Gegensatz zu unseren vorherigen Veröffentlichungen.

HH: Gegen Ende möchte ich natürlich wie immer gerne wissen, wo und wann man die neuen Songs auch live zu hören bekommt.

Tobi: Vergangenes Wochenende haben wir uns im Proberaum verschanzt und endlich damit angefangen, die neuen Stücke in ihr Live-Gewand zu wickeln. Es hat unglaublich Spaß gemacht und wir können es kaum erwarten, endlich damit auf die Bühne zu gehen. Vom 28.10. bis 7.11. sind wir erstmal bei euch in ganz Deutschland unterwegs, im Dezember kommen noch ein paar Shows im süddeutschen Raum dazu, bevor wir im Jänner unsere Heimat betouren. Der Rest von Europa muss hoffentlich im Frühjahr 2011 dran glauben.

HH: Worauf blickt ihr lieber - auf Headbanger oder auf die akrobatischen Tanzeinlagen der Mützen-Fraktion.

Tobi: Generell wünschen wir uns, dass möglichst viele Leute sich auf unseren Shows tummeln. Ob Headbanger oder das core-affine jüngere Publikum ist uns egal, die Liebe zur Musik der härteren Gangart soll vereinen. Grundsätzlich ist uns aber was Pit-Action angeht, das Headbangen lieber. Wir können Roundhouse-Kicks und Karateeinlagen im Pit nicht leiden, zu oft geht jemand zu Boden und die Leute haben Angst zu partizipieren. Darunter leidet dann auch oft das Image der Band, sollte sie so etwas gutheißen, deshalb probieren wir so etwas lieber gleich zu unterbinden. Jeder soll Spaß haben, aber auch jedem Besucher Respekt entgegenbringen.

HH: So eine Interaktion von euch habe ich zuletzt im Salzburger Rockhouse gesehen, wo ihr einigen besonders hartnäckigen Karate-Kids und Quermützenträgern verklickert habt, dass ihr keinen Bock auf die Wall Of Death habt. Stattdessen habt ihr zum Walz Of Death aufgefordert... was waren das für geile Szenen! Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ihr mit der ganzen Metalcore-Kiste, in die ihr ja gern gesteckt werdet, nicht wirklich viel anfangen könnt. Oder täusche ich mich?

Tobi: Wir haben uns nie mit der Hardcore-Szene identifiziert. Wir hören uns allerdings sehr gerne Metalcore an, aber auch viel Old-School-Sachen, Glam und Anderes. Mittlerweile ruft jede Band zu einer Wall Of Death auf. Nicht dass wir prinzipiell keine mehr machen, aber das Ganze verkommt so ja zur totalen Routine, das wollen wir nicht. Die Walz-Of-Death-Sache fanden wir eigentlich ganz lustig, speziell in Österreich, der Geburtsstätte des Walzers.

HH: Wie sieht deiner Meinung nach der perfekte Gig aus?

Tobi: Ein proppevoller Club mit gut durchgemischtem Publikum, Crowdaction von Stagedivern, Crowdsurfern, so dass die Temperaturen richtig ansteigen. Danach eine tolle Party mit netten Leuten und dann irgendwann nicht einschlafen können, weil man immer noch so gepusht ist!

HH: Von derartigen Auftritten wünsche ich euch eine ganze Menge und bedanke mich zugleich für das Interview. Die letzten Worte gehören wie immer dir.

Tobi: Vielen dank für das Interview. Besorgt euch The Sorrow, ihr werdet nicht enttäuscht sein! Wir sehen uns bei euch im Club um die Ecke! Horns up!

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