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Interview

Interview mit Eternal Tears Of Sorrow (03.09.2009)

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Drei Jahre nach dem letzten Streich Before The Bleeding Sun schieben die finnischen Düstermetaller von Eternal Tears Of Sorrow das Hammeralbum Children Of Dark Waters nach und zeigen damit, dass sie noch immer eine feste Größe in der Szene sind. Passend zu diesem Anlass fasse ich die Gelegenheit beim Schopfe, mich mal mit dem extrem redefreudigen Gitarristen Jarmo Puolakanaho über das aktuelle Meisterwerk zu unterhalten.

HH: Hi, wie geht's?

Jarmo: Uns geht's recht gut, danke der Nachfrage! Wir proben gerade sehr hart für die Live-Shows, mit denen wir diesen Herbst beginnen werden.

HH: Erstmal Glückwunsch zu eurem faszinierenden neuen Album Children Of Dark Waters! Wie kam die Scheibe bei Fans und Presse an?

Jarmo: Danke, danke! Wir sind sehr zufrieden mit den Kritiken und Reaktionen, die wir bis jetzt bekommen haben. Das Feedback ist sogar noch weitaus positiver, als wir es je erwartet hätten. Wir wussten zwar, dass wir ein starkes Album abgeliefert haben, aber das konnten wir nicht vorhersehen. Man versucht ja auch selbst immer, alles zu geben, aber dass auch andere die Songs mögen werden, das kann man nur hoffen. Glücklicherweise war wirklich fast jeder, der das Album gehört hat, davon angetan. Also um es nochmal zusammenzufassen: Wir könnten nicht glücklicher sein mit den Reaktionen!

HH: Ich habe mitbekommen, dass ihr mit "Tears Of Autumn Rain" in die finnischen Charts eingestiegen seid.

Jarmo: Naja, eigentlich war es nicht die Single, die in die Charts eingestiegen ist. Es war das Album! Wir sind sogar bis auf Platz neunzehn vorgedrungen. Das war absolut unglaublich! Und das, obwohl unsere Musik nicht unbedingt das ist, was man als radiotauglich bezeichnen kann, wir keine Videos oder sowas gemacht haben und es live von uns in den letzten Jahren auch nicht so viel zu sehen gab. Erfolg ist zwar nicht unser primäres Ziel, aber es ist gut zu wissen, dass wir nicht in Vergessenheit geraten sind. Wenn damals keiner unsere Alben gekauft hätte, dann hätte es auch nie ein neues gegeben.

HH: Mir gefällt der Abwechslungsreichtum und die Kombination aus Keyboards, Chören, männlichen und weiblichen Stimmen, Grunts und Blastbeats auf der Scheibe recht gut. War das von Anfang an so geplant?

Jarmo: Wenn wir anfangen, neue Songs zu schreiben, dann denken wir meist nicht darüber nach, wie die Songs am Ende klingen werden. Speziell bei diesem Album war alles, was wir planten, dass das Album dunkler und heavyer werden sollte als der Vorgänger. Alles andere kam dann ganz natürlich, ohne dass man da bewusst weitere Entscheidungen treffen musste. Wir arrangieren die Songs einfach so, wie sie uns gefallen, und ich glaube, auf diese Art und Weise können wir auch am besten arbeiten. Wir sind zu sechst und jeder von uns bringt andere Einflüsse in die Lieder mit ein. Daher ist es immer aufregend, mit allen zusammen Songs zu schreiben, da man vorher nie so recht weiß, was dabei herauskommen wird. Und die Scheibe ist dann auch das Ergebnis von sechs Musikern und auch vielen anderen Mitwirkenden. Ich glaube, das ist auch der Grund für den von dir genannten Abwechslungsreichtum auf der Scheibe.

HH: Da gab es ja unter anderem auch eine Liaison mit Heidi Parviainen von Amberian Dawn und Miriam Renvåg von Ram-Zet.

Jarmo: Ja, mit den beiden zu arbeiten, war wirklich toll. Beide sind sehr professionell. Miriam hat vor ein paar Jahren schon mal ein paar Sachen für unser letztes Album eingesungen. Die Zusammenarbeit mit Heidi dagegen war eine Premiere für uns, glücklicherweise hat aber auch mit ihr alles sehr gut geklappt.

HH: Einer meiner Lieblingssongs auf eurer aktuellen Scheibe ist "Diary Of Demonic Dreams". Um was geht es genau in diesem Song?

Jarmo: Dies ist einer der letzten Songs, die wir für das Album geschrieben haben, und eigentlich ging das Komponieren recht flott. Wenn ich mich recht erinnere, war der Song in gerade mal drei Wochen fertig. Dennoch hat er uns dann bei den Aufnahmen noch viel Arbeit bereitet. Besonders, da wir die Gitarren mehrmals neu arrangieren mussten. Die Geschichte zu dem Song kommt von Jarmo Kylmänen, unserem Clean-Sänger, der die Ideen dann mit Altti ausgearbeitet hat. Im Grunde ist es eine Horror-Geschichte über einen Mann, der einen Geist in seinem Spiegel entdeckt. Dieser Geist schreibt dann ein Tagebuch über das, was dem Mann so alles passieren wird.

HH: Ist Children Of Dark Waters denn ein Konzept-Album?

Jarmo: Nein, das nicht wirklich. Auch wenn einige Songs auf dem Album einen thematischen Bezug zu anderen Songs auf diesem und anderen Eternal Tears Of Sorrow-Alben haben. Beispielsweise ist der erste Song des Albums der zweite Akt des letzten Songs von Before The Bleeding Sun und die beiden letzten Lieder des Albums besitzen ebenfalls Querbeziehungen zu "Sakura No Rei" und "Sinister Rain" vom letzten Album.

HH: Mit "Sea Of Whispers" ist auch ein waschechter Gothic-Song auf dem Album gelandet. War das ein einmaliges Experiment oder werden wir sowas in Zukunft öfter von euch hören?

Jarmo: Gothic würde ich den Song nicht unbedingt nennen. Als ich ihn zuerst gehört habe, erinnerte er mich stark an die Sachen, die Dan Swanö in den letzten fünfzehn Jahren veröffentlicht hat. Es ist ein netter Song, der mit seiner Dynamik dem Album noch mehr Tiefe verleiht. Außerdem teilt er das Album in zwei härtere Teile. Ich habe keine Ahnung, ob wir nochmals so einen Song machen werden. Kommt drauf an - wenn er plötzlich da ist und von uns für gut befunden wird, dann werden wir ihn aufnehmen.

HH: Hast du selbst einen Lieblingssong auf Children Of Dark Waters?

Jarmo: Das kommt sehr auf meine Stimmung an. Im Moment könnte es ebenfalls "Diary Of Demonic Dreams" sein. Der Song ist melodisch, heavy, vielfältig und es wird mir eine Freude sein, ihn live zu spielen. Vielleicht habe ich den Song aber bis jetzt einfach nur am wenigsten von allen gehört, da wir ihn so spät fertiggestellt haben.

HH: Welche Bands hörst du zur Zeit?

Jarmo: Oh, viele... Ich mag Old-School-Death-Metal aus den frühen Neunzigern wie Morbid Angel, Carcass, Pestilence und Atheist. Aber auch neuere Melodic-Metal-Geschichten wie Kamelot oder Devin Townsend. Daneben typische Rock-Sachen wie etwa von Porcupine Tree und Faith No More, skandinavische Folklore, Prog-Metal wie Opeth und Meshuggah. Aber das sind auch nur ein paar von denen, die ich mir in der letzten Zeit angehört habe.

HH: So, ich glaube, wir müssen langsam zum Ende kommen. Du hast vorhin von Live-Shows gesprochen?

Jarmo: Ja, wir hatten da vor ein paar Monaten einiges geplant. Mehrere Gigs und Festivals standen diesen Sommer schon auf dem Plan, aber einen Monat vor dem ersten Auftritt hat unser Ex-Gitarrist Risto Ruuth die Band verlassen, ohne einen Grund dafür zu nennen. Deswegen mussten wir viele Konzerte absagen. Inzwischen haben wir mit Mika Lammassaari einen neuen Gitarristen an Bord und wir proben gerade mit ihm für unsere Konzerte im Herbst. Ich glaube, im September geht es los. Es wäre wirklich zu schön gewesen, auf dem Tuska-Festival, dem größten finnischen Metal-Festival, zu spielen, aber es läuft halt doch nicht immer alles so, wie man will.

HH: Wart ihr eigentlich überhaupt schon mal in München?

Jarmo: München, glaub nicht, aber wir waren 2000 in Kaufbeuren, wenn ich mich recht erinnere. Das ist nicht weit weg von München, oder?

HH: Ja, das stimmt. Mal andersherum, wenn ich jetzt nach Finnland kommen würde, was sollte ich dort nicht verpassen?

Jarmo: Du solltest definitiv den finnischen Sommer-Festivals einen Besuch abstatten. Da gibt es alles, was hier im Sommer wichtig ist: gute Musik, viele gute Freunde und super Essen und Trinken. Dort kann man das Leben wirklich genießen.

HH: Gut, das werde ich mir merken und bedanke mich für deine Zeit. Grüße aus München und wie immer gehören die letzten Worte dir.

Jarmo: Danke für deine Fragen. Es war mir eine Ehre, sie zu beantworten. Das Album ist jetzt draußen und ich hoffe, euch bald alle in Deutschland zu sehen!

Sebbes

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